economía mayo_junio_julio - page 68

Die
Regierung des portugiesischen Premierminister Pedro
Passos Coelho hat sich entschieden, eine zweite Reformphase
in die Wege zu leiten. Es handelt sich um den Umbau des por-
tugiesischen Staates und seines Sozialversicherungssystems.
Im Bereich der Staatsverwaltung sind die Reformanstrengun-
gen der Regierung dem Premierminister zufolge auf Verände-
rungen der Aufgaben der Staatsbediensteten, der Staatsaus-
gaben sowie Rationalisierung der gesamten Staatsstrukturen
hin zu größerer Effizienz gerichtet.
Rationalisierung der Staatsstrukturen
Vor diesem Hintergrund sprach Passos Coelho sechs Bereiche
an: Erstens, Veränderungen des Aufgabenzuschnitts der
Staatsbediensteten durch Umschulungen innerhalb eines neu-
en Systems („Sistema de Requalificação da Administração Pú-
blica“). Zweitens, Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40
Stunden. Drittens, Ausarbeitung eines Plans, der im gegensei-
tigen Einverständnis zur Aufhebung von circa 30.000 Beschäf-
tigungsverhältnissen führen soll. Viertens, Überprüfung der
Lohn- und Gehaltstabellen im Hinblick auf die Höhen in der
Privatwirtschaft. Fünftens, Anhebung der Beitragssätze für die
Zusatzsozialversicherungen für Staatsbedienstete um 0,75
Prozentpunkte im Jahr 2013 und um 0,25 Prozentpunkte im
Jahr 2014, mit dem Ziel, diese Anhebungen in den Folgejahren
wieder zu verringern. Sechstens, Verpflichtung aller Ministe-
rien, im Jahr 2013 Einsparungen bei den Anschaffungen von
mindestens zehn Prozent vorzunehmen.
Einsparungen in der Sozialversicherung
Im Bereich der Sozialversicherung gab Passos Coelho fünf Maß-
nahmen bekannt: Erstens, Anhebung des Renteneintrittsalters
ohne Abschläge auf 66 Jahre. Nach wie vor besteht zwar die Mög-
lichkeit schon mit 65 Jahren in Rente zu gehen, allerdings müssen
dann Abschläge in Kauf genommen werden. Zweitens, Neube-
rechnung des Nachhaltigkeitsfaktors („Fator de sustentabilidade“)
Portugal im Fokus
Dr. Georg Oster,
Repräsentant der Germany Trade & Invest GmbH
für Spanien und Portugal
Portugal legt
Maßnahmenkatalog
zum Staatsumbau vor
Die portugiesische Regierung setzt ihren
Reformweg fort. In dem vom Premierminister
angekündigten Maßnahmenkatalog stehen der
Umbau der Staatsverwaltung und der
Sozialversicherung im Vordergrund.
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economía
HISPANO-ALEMANA
mayo/junio/julio 2013
Laut einerUmfragederAHKSpanien trägt jedesdrittedeutsche
Unternehmen in Spanien gleichzeitig dieVerantwortung für die
Aktivitäten der Unternehmensgruppe in Portugal. Der folgende
Artikel informiert über die aktuelle Lage imNachbarland.
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