Absatzmarkt liegt Deutschland an zweiter Stelle und nahm spanischeWaren imWert
von 20,1 Mrd. Euro ab - ein Plus von 7,4 Prozent. Für 2016 bleiben die Perspektiven
gut – auch vor dem prognostizierten Hintergrund anhaltend niedriger Erdölpreise
und auf Ausweitung gestellter geldpolitischerWeichen der EZB. Dies hat imVerbund
mit der Abschwächung des Euro schon 2015 wie eine Art Konjunkturprogramm ge-
wirkt. SpaniensWettbewerbsfähigkeit ist durch eine umfangreiche interne Anpassung
in Form des Herunterschraubens von Lohnkosten und Preisen gestiegen.
Frage nach der Fortsetzung der Konsolidierung
Die wirtschaftliche Erholung führte auch zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit.
Die Arbeitslosenrate lag mit 21,2 Prozent der Erwerbspersonen um 2,4 Prozent-
punkte unter dem Niveau des 3. Quartals 2014. Auf diese positiven Entwicklungen
setzte die regierende Volkspartei, die das Land mit absoluter Mehrheit aus der
Rezession gesteuert hat und deren Legislaturperiode kurz vor Weihnachten zu
Ende ging. Die aufgestauten sozialen Kosten der Krise und die Unzufriedenheit
über viele Fälle von Korruption und Vetternwirtschaft haben das politische Pano-
rama verändert. An die Seite der beiden etablierten Parteien, der konservativen
Volkspartei (Partido Popular) und der Sozialdemokraten (Partido Socialista Obrero
Español), die in der Vergangenheit im Wechsel an die Macht kamen, sind zwei
neue Parteien mit jungen Gesichtern getreten: die links-populistische Podemos
(Wir Können) und die bürgerlich-liberale Ciudadanos (Bürger). Für dieWirtschafts-
entwicklung entscheidend wird sein, ob die Parlamentswahlen zu einer stabilen
Regierung führen, die das Vertrauen der Kapitalmärkte behält.
Zentral wird sein, ob der Weg der Finanzkonsolidierung fortgesetzt wird. Seit
2010 hat sich das Staatshaushaltsdefizit mehr als halbiert (von fast -10 Prozent
des BIP 2010 auf 2015 geplante -4,2 Prozent). Ob dieses Neuverschuldungsziel
erreicht wird, muss sich noch zeigen. Anders als die Regierung, ging die EU-Kom-
mission nicht davon aus. Das liegt vor allem an der mangelnden Haushaltsdisziplin
der Autonomen Regionen. Der Haushaltsplan 2016 schnallt den Gürtel mit ge-
planten -2,8 Prozent noch deutlich enger, womit Spanien das Exzessive-Defizit-
Verfahren der EU verlassen würde. Die EU-Kommission ist nicht so optimistisch
und rechnet mit -3,6 Prozent.
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 5/2015 – 1/2016
Wirtschaftliche Entwicklung 2014 bis 2016
(reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent)
2014
1
2015
2
2016
2
BIP
1,4
3,2
2,7
Einfuhr (cif )
3
6,4
6,4
6,2
Bruttoanlageinvestitionen
3,5
6,1
5,4
Privater Verbrauch
2,4
3,3
2,8
1
vorläufig;
2
Prognosen;
3
Waren und Dienstleistungen
Quellen: Contabilidad Nacional Trimestral (INE), Funcas Konsensprognose (Panel de Previsiones de la Economía Española, November 2015)
Wirtschaftliche Eckdaten
Indikator
2013
2014
1
Vergleichsdaten
Deutschland 2014
BIP (nominal, Mrd. Euro)
1.031
1.041
2.916
BIP pro Kopf (Euro)
22.049
22.342
36.041
Bevölkerung (Mio.)
2
46,8
46,6
80,9
1
vorläufig;
2
bei den Einwohnermeldeämtern registrierte Einwohnerzahl; Estadística del Padrón Continuo zum 1.1.2015/2014
Quellen: Spanisches Statistikamt INE (Contabilidad Nacional Trimestral), Statistisches Bundesamt