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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 5/2015 – 1/2016
Wirtschaft
Aktuell
foto: ESADE
Investitionen
Die Dynamik der Bruttoanlageinvestitionen soll 2016 im dritten Jahr hintereinander
robust bleiben. Da die Vorzeichen von 2008 bis 2013 negativ waren, gibt es einiges
aufzuholen. Die Konsensprognose geht für 2015 von einem Zuwachs um 6,1
Prozent aus (2016: 5,4 Prozent). Nicht nur die Ausrüstungsinvestitionen nehmen
sehr kräftig zu (Prognose: 9,0 Prozent; 7,0 Prozent), was sich in der Maschinen-
und Fahrzeugeinfuhr besonders aus Deutschland spiegelt. Auch die Bauinvesti-
tionen wachsen nach sieben schlechten Jahren wieder (5,2 Prozent; 4,9 Prozent).
Konsum
Angesichts ihres Gewichts am BIP (58 Prozent) stützen die privaten Konsumaus-
gaben das Wirtschaftswachstum entscheidend. Viele von Spaniens rund 18,4 Mio.
Haushalten haben 2015 ihren Verbrauch weiter gesteigert. Dies signalisieren die
ersten beiden Quartale mit einem vorjährigen Zuwachs um jeweils 3,5 Prozent,
wenn auch leicht abschwächender Dynamik im 2. Halbjahr, die sich 2016 fortsetzen
könnte. Wie eine Analyse der Zentralbank zeigt, haben die Haushalte ihre Ausgaben
für Waren und Dienstleistungen zwischen dem Höhepunkt im 1. Quartal 2008 und
dem Tiefpunkt im 1. Quartal 2013 real um 12,6 Prozent abgebaut. Bis Anfang 2015
waren sie um 4,8 Prozent gestiegen.
Außenhandel
Die wirtschaftliche Erholung hatte sich bereits 2014 sehr positiv auf die Waren-
einfuhren niedergeschlagen. In den ersten neun Monaten 2015 legten diese ge-
genüber dem Vorjahreszeitraum nominal um 3,9 Prozent auf 204,9 Mrd. Euro in
abgeschwächter Form weiter zu. Noch reichen die Werte nicht an den Vorkrisen-
stand heran. Die Ausfuhren hingegen haben diesen schon 2011 klar überflügelt.
Spaniens Unternehmen mussten in der Rezession alles auf den Export setzen
und behalten diesen Wachstumsmodus auch in Zeiten anziehender Binnenkon-
junktur bei. So schrieben die Warenexporte in den ersten neun Monaten 2015
einen weiteren historischen Rekord mit einemWert von 186,3 Mrd. Euro; das ent-
sprach vorjährig einem Plus von 4,4 Prozent. Das Handelsdefizit sank leicht um
1,1 Prozent auf 18,6 Mrd. Euro. Bei Außerachtlassung des Brennstoffhandels, ver-
zeichnete Spanien einen Handels-Überschuss von 2,0 Mrd. Euro.
Stärken
Fünftgrößer Markt der EU mit 46 Millionen Verbrauchern.
Gute Infrastruktur und zumTeil technologisch-industriell exportstarke Unternehmen.
Breites Zuliefernetz.
GestiegeneWettbewerbsfähigkeit.
Wachsende Internationalisierungüber Handel, DirektinvestitionenundKonzessionen.
Schwächen
Sinkende,abernochsehrhoheArbeitslosenrate,darunterderJugendlichen.
Hohe, weiter wachsende Staatsverschuldung.
ÜberdurchschnittlichgroßerAnteilvonKlein-undKleinstfirmen(96Prozent).
Defizite in der Berufsausbildung.
Im EU-Vergleich niedrige Unternehmens-Investitionen in F+E.
Chancen
Sich weiter verbessernde Konsumneigung.
Viele KMU suchen stärkere Partner, auch aus dem Ausland.
Investitions-undModernisierungsbedarf,besondershinsichtlichEnergieeffizienz.
Potenzial als Gas- und Stromlieferer der EU bei Ausbau der Interkonnektivität.
Brücke nach Portugal, Lateinamerika und Nordafrika.
Risiken
AbhängigkeitvomAnlegervertrauendurchdenGradderVerschuldung.
PolitischeUnsicherheitendurchdasUnabhängigkeitsstrebenKataloniens.
PolitischeFragmentierung,dieFortführungderReformenerschwerenkann.
UngelöstestrukturelleFinanzproblemederRegionen.
KonsolidierungdesneuenWirtschaftsmodellsnochnichtabgeschlossen.
Stärken-Schwächen-Profil des Standorts Spanien