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Wirtschaftstrends
inSpanien zumJahres-
wechsel 2015/2016
Wirtschaft
Aktuell
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 5/2015 – 1/2016
Spanien gehörte 2015 zu denVolkswirtschaften der EU, die sich am schwungvollsten
entwickelten. Der Abstand zu den schweren Rezessionsjahren 2008 bis 2013 ist
weiter gewachsen. Die Dynamik knüpfte phasenweise bereits an die Vorkrisenzeit
an. So weitete sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 3. Quartal um 3,4 Prozent
aus, was imVorjahresvergleich die höchste Rate ist, die seit dem 4. Quartal 2007 re-
gistriert wurde. Der Aufschwung soll 2016 leicht abschwächen, aber robust bleiben.
In ihrer Herbstprognose ging die EU-Kommission von realen BIP-Zuwächsen um je-
weils 3,1 Prozent in 2015 und 2,7 Prozent in 2016 aus. Dies deckt sich weitgehend
mit der Konsensprognose von 16 spanischen Wirtschafts- und Finanzinstituten, die
von der Sparkassenstiftung Funcas erhoben wird. Diese ist nur für 2015 mit 3,2 Pro-
zent etwas optimistischer.
Binnennachfrage treibt Wachstum an
Es ist die Binnennachfrage, die das Wachstum 2015 weiter antrieb, wobei alle ihre
Komponenten positiv zu Buche schlugen. Im zweiten Jahr erholte sich der private
Konsum. Hinzu kam nach einer sparsamen Phase eine Ausweitung der öffentlichen
Ausgaben. Die Bruttoanlageinvestitionen behielten ein hohes Wachstum bei, da zu
der Investitionswelle inMaschinen und Fahrzeuge ein erstmaliges Aufleben der Bau-
investitionen nach siebenjähriger Talfahrt kam. Der Importsog des Inlandsverbrauchs
ließ den Außenbeitrag leicht negativ bleiben. Da auf der Ausfuhrseite ein weiterer
Rekord anstand, sowohl bei den Waren als auch den Tourismusdienstleistungen,
und zugleich die Brennstoffeinfuhrwerte wegen der niedrigeren Erdölpreise sanken,
weist die Leistungsbilanz einen Überschuss aus. Er besteht seit 2013, kündet von
gewachsener Finanzierungsfähigkeit und der bemerkenswerten Korrektur des einst
erheblichen außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts (2007: -10,1 Prozent).
Deutschland als Absatzmarkt an zweiter Stelle
Deutsche Anbieter konnten 2015 weiterhin die Geschäftschancen nutzen, die sich
mit der schwungvollen Nachfrage nach Ausrüstungsgütern und langlebigen Kon-
sumgütern auftaten. Nach vorläufigen Angaben des Ministeriums fürWirtschaft und
Wettbewerbsfähigkeit stieg der Importwert aus Deutschland um überdurchschnitt-
liche 12,8 Prozent auf 26,5 Mrd. Euro und hielt damit den hohen Vorjahrestakt. Als
Im zweiten Erholungsjahr nach langer Rezession hat Spaniens Wirtschaft tüchtig an Fahrt
aufgenommen und ihr Wachstum gegenüber 2014 mehr als verdoppelt. Der private Konsum
und die Unternehmensinvestitionen sollen auch 2016 für ein robustes, wenn auch
moderateres Wirtschaftswachstum sorgen, anhaltend begünstigt durch äußere Aufwinde
wie niedrige Erdölpreise oder die EZB-Geldpolitik. Für die Wareneinfuhren aus Deutschland,
dem wichtigsten Lieferland, stehen die Vorzeichen weiter sehr gut.
Miriam Neubert,
Germany Trade & Invest
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