Das Problem ist nur: Es gibt fast keine Fabriken mehr. Viele von
ihnen wurden wegen der Krise geschlossen, andere sind das Opfer
der Immobilienblase geworden undwurden zuWohngebäuden um-
gebaut, die heute leer stehen. Diese Fabrikenwieder zumLeben zu
erwecken und Spanien zu reindustrialisieren ist eine Aufgabe, die
Jahre in Anspruch nehmen wird, aber es ist die einzigeMöglichkeit,
Arbeitsplätze zu schaffen. Eine wirtschaftliche Erholung wird ohne
eine starke industrielle Basis kaum gelingen.
Nach dem Einbruch des Bau- und Immobiliengewerbes muss nun
eine moderne und innovative Industrieproduktion aufgebaut wer-
den. Laut einer aktuellen Studie von PwC und Siemens würde sich
eine erhöhteWettbewerbsfähigkeit der spanischen verarbeitenden
Industrie in einem jährlichen BIP-Wachstum von rund 2,3 Prozent
niederschlagen. Die Industrie ist nicht nur das Zugpferd der Wirt-
schaft (jeder Euro, der in der Industrie erwirtschaftet wird, bringt
vor- und nachgelagertenBranchenweitere drei Euro ein), sie schafft
auch viele direkte und indirekte Arbeitsplätze. Derzeit arbeiten im
Industriesektor rund zwei Millionen Menschen, 700.000 weniger
als vor der Krise. Ein Viertel der Industrieunternehmen hat die über
fünf Jahre dauernde Krise nicht überlebt.
Ist esmöglich, Spanien zu reindustrialisieren? Es ist nicht nurmöglich
– wie man anhand von Ubrique und Ibi sehen kann – sondern drin-
gend notwendig. Das Sinken der Arbeitskosten hat die Wettbe-
werbsfähigkeit der spanischen Unternehmen verbessert und es ih-
nen ermöglicht, ihre Exporte zu steigern, aber noch gibt es eine
Reihe von Faktoren, die einer Reindustrialisierung imWeg stehen.
So muss sich die Kreditvergabe an die Unternehmen - besonders
an die KMU – dringend normalisieren, denn derzeit bewegen wir
uns in einem dramatischen Teufelskreis: Die Firmen beschweren
sich, dass ihnen die Banken keine Kredite geben, während die Fi-
nanzinstitute entgegnen, dass es keine kreditwürdigen Unterneh-
mungen gäbe. Darüber hinausmüssen die Energiekosten günstiger
werden, denndie spanischenUnternehmen zahlenderzeit diehöchs-
ten Strompreise in ganz Europa.
Die Aus- und Weiterbildung hat eine Schlüsselrolle inne, um über
die notwendigen Fachkräfte vor Ort zu verfügen, weshalb es gilt,
die duale Berufsausbildung zu fördern, die in anderen Ländern,
zum Beispiel in Deutschland, so gute Resultate erzielt hat. Damit
einhergehen müssen höhere Investitionen in Forschung und Ent-
wicklung (FuE), da sie ausschlaggebend für eine höhere Wettbe-
werbsfähigkeit sind. Derzeit investierendie spanischen Industrieun-
ternehmendurchschnittlichnur 0,84Prozent des Produktionswertes
in FuE, der Durchschnitt in den alten EU-Staaten liegt bei über 1,5
Prozent. Die FuE-Aufwendungen des spanischenHaushalts für 2014
liegen auf demNiveau des Jahres 2005.
Einweiterer wichtiger Faktor für eine Reindustrialisierung Spaniens
ist ein höherer Internationalisierungsgrad der spanischen Unter-
nehmen, besonders vor dem Hintergrund der derzeit schwachen
Inlandsnachfrage. Die Internationalisierung der spanischen Mittel-
ständler wird jedoch oftmals von ihrer reduzierten Größe ausge-
bremst. Dies erlaubt keine Losgrößenvorteile und schwächt ihre
Position bei Verhandlungen mit Kunden und Zulieferern.
Spanien hat ohne Zweifel noch einige Anstrengungen zu unterneh-
men, aber gemeinsam müssen wir einen neuen industriellen Auf-
schwung herbeiführen, damit sich Produktionsstättenwie in Ibi und
Ubrique wieder häufen.
Manuel del Pozo, Expansión
21
economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 3/2013
Las grandes marcas de lujo
dan la espalda a China. El gi-
gante asiático ya no es tan atractivo en costes como plata-
forma de producción para exportar. Aparte de los problemas de
calidad y de las falsificaciones, la fuerte subida de los salarios,
la apreciación del yuan, los costes del transporte y los aranceles
han borrado los diferenciales que existían antes. Chanel, Caro-
lina Herrera y Christian Dior vuelven a fabricar sus bolsos ma-
letas y cinturones en el pueblo gaditano de Ubrique, el reino de
la piel, que se está reindustrializando a marchas aceleradas.
El caso de Ubrique se ha repetido en la localidad alicantina de
Ibi, que ha recuperado la fabricación de los juguetes de Moltó,
Injusa o Famosa. También Telefónica, Vodafone, Orange y Jazz-
tel han repatriado sus call centers. Y muchas cadenas textiles
se están planteando volver a producir en España.
El abaratamiento de los costes laborales ha mejorado la com-
petitividad de las empresas españolas y les ha permitido au-
mentar las exportaciones, pero todavía hay una serie de facto-
res que frenan la necesaria reindustrialización de España. Hace
falta mejorar la financiación de las pymes, abaratar los costes
energéticos, fomentar la formación profesional dual, aumentar
la inversión en I+D e incrementar la internacionalización, fre-
nado por el reducido tamaño medio de las empresas españolas.
Chanel, Carolina
Herrera y Dior vuelven
a fabricar en España