Auch die Grohe AG hat eine Niederlassung in Spa-
nien und sieht dort einen großen Markt für seine
Produkte. Deshalb hat das Unternehmen auch gro-
ßes Interesse an der wirtschaftlichen Erholung Spa-
niens. „Mit potenziellen Lieferanten, die technisch
gesehen für Grohe interessante Produkte liefern
können, werden regelmäßig Gespräche geführt.
Stimmt die Wettbewerbsfähigkeit, werden sie in das
Lieferantenportfolio von Grohe aufgenommen“, so
Dr. Thomas Schachner, Senior Vice President Global
Supply Chain der Grohe AG.
Beeindruckt von den Matchmakings war Bernd Kohring
von SEW-Eurodrive: „Eine neue, interessante und sehr
intensive Herangehensweise. Ich habe 20 Gespräche
geführt.“ Auch spanische Lieferanten hätten signali-
siert, dass dies eine günstige und effektive Alternative
zu den üblichen Kontakten auf Messen sei. „Alles war
sehr gut organisiert, alle wichtigen Informationen über
die beteiligten Firmen waren im Vorfeld bekannt“, so Kohring
weiter. Mit seinen Materialgruppenverantwortlichen sichtet er
nun die Potenziale und will bei Bedarf nachhaken. „Wir werden
nicht in Spanien kaufen, nur weil wir eine Delegationsreise un-
ternommen haben, sondern da muss dann alles passen. Dazu
zählen Qualitätssicherung, effiziente Logistik und niedrige Kos-
ten. Für eine erste Sondierung war die Reise mit dem BME sinn-
voll.“
Hildebrandt würdigt ausdrücklich die Bemühungen der politi-
schen Führung in Madrid, die negativen Auswirkungen der Eu-
rokrise langfristig zu überwinden. Spanien habe in den vergan-
genen Monaten große Anstrengungen zur Verbesserung der
Wirtschaftslage unternommen. Offiziellen Statistiken zufolge
ist das Handelsbilanzdefizit im ersten Halbjahr deutlich gesun-
ken. Der Fehlbetrag schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um 69
Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Die Exporte stiegen um acht
Prozent auf die Rekordhöhe von 118,7 Milliarden Euro, während
die Importe um 3,2 Prozent auf 124,5 Milliarden Euro zurück-
gingen. Den größten Anteil am deutschen Export nach Spanien
halten Chemieprodukte, Autos und Kfz-Teile, Maschinen und
Elektrotechnik/Elektronik. Bei den deutschen Importen aus
Spanien stehen Kfz und Kfz-Teile an erster Stelle, gefolgt von
chemischen Erzeugnissen, Maschinen sowie elektrotechni-
schen Erzeugnissen und Nahrungsmitteln.
Spanien ist trotz schrumpfenden Bruttoinlandsproduktes un-
verändert die fünftgrößte Volkswirtschaft innerhalb der EU.
16
economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 3/2013
BME-Delegation 2012 in Madrid
, vordere Reihe, von links: Detlef Spigiel (seinerzeit Grohe), Bernd
Kohring (SEW-Eurodrive), Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, Olaf Holzgrefe (BME), Johann
Meier (Mahle Filtersysteme), Tilman M. Knapp (J. Voith), Jürgen Marquard (seinerzeit
Vorstandsvorsitzender BME), Peter Simon (Samson); hinten: Michael Nießen (Deutsche Post DHL),
Ulrich Ringe (Aerzener Maschinenfabrik)
75
20
1
0
4
26
50
18
1
5
6
18
31 31
14
16
27
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17
6
8
18
30
38
6
54
23
12
5 6
18
33
31
13
5
Ausblick der Einkaufsmärkte bis 2015
(Anteil der Befragten in Prozent)
Westeuropa
Osteuropa
Russland
Nordamerika
Südamerika
China
Indien
Sehr wichtig
Wichtig
Weniger wichtig
Unbedeutend
Keine Bewertung
40
Foto: BME