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Titelthema
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 2/2016
bei Transportprojekten belegen. Weitere internationale Infra-
strukturprojekte unter spanischer Führung sind zurzeit der
Thames Tideway Tunnel für das neue Londoner Abwassersys-
tem (Ferrovial: 1 Mrd. Euro) oder das New Yorker Water Siphon
Tunnelprojekt (OHL). Auch beim Bau von Windparks bewegen
sich die Spanier unter den Topanbietern. So errichtet zurzeit
Iberdrola in Deutschland für 1,5 Milliarden Euro den Off-Shore-
Windpark Wikinger.
Spanisches Ingenieurswesen profitiert von Interna-
tionalisierung
Nutznießer der zunehmenden Internationalisierung der
spanischen Baubranche sind neben der heimischen Bauma-
terialindustrie vor allem die spanischen Ingenieurbüros,
weil die spanischen Bauunternehmen zur Abwicklung der
im Ausland gewonnen Großaufträge auf deren Erfahrung
bauen.
Bei einem Anteil von zwei bis vier Prozent an der Gesamtsum-
me eines Bauprojektes beläuft sich der Umsatz des Auslands-
geschäfts des Ingenieurwesens nach Angaben des Branchen-
verbandes Tecniberia auf jährlich rund 2,5 Milliarden Euro,
aufgeteilt auf die Bereiche Industrie und Energie (49 Prozent),
Bauwesen (24 Prozent), Gebäude- und Städtebau (17 Pro-
zent), Umwelt (8,5 Prozent) und technische Serviceleistungen
(1,6 Prozent). Hierbei sind es vor allem Firmen wie Técnicas
Reunidas, SENER, Intecsa, Typsa und Duro Felguera, wel-
che international bei Großprojekten zum Zug kommen.
Während sich Técnicas Reunidas neben der Lukoil-Raffine-
rie in Russland auch für das STAR-Projekt (Socar Turkey Ae-
gean Refinery) in der Türkei mit einem Auftragswert von
1 Milliarde Euro verantwortlich zeigt, sind es bei SENER
hauptsächlich Projekte im Energie- und Transportbereich,
die in den letzten Jahren entscheidend für den Erfolg im
Ausland waren. So zählen etwa der Noor-Solarkomplex in
Marokko, die Metro von Riad oder der Masterplan für das
Metronetz in Rio de Janeiro zu den internationalen Aushän-
geschildern von SENER.
Die positive Entwicklung der letzten Jahre wurde jedoch im
Vorjahr aufgrund von Nachforderungen und Fehlkalkulatio-
nen bei internationalen Großprojekten im Energiesektor ge-
trübt. Der gesunkene Weltmarktpreis für Öl und Rohstoffe
und der gestiegene Konkurrenzkampf führten zu weniger
Flexibilität seitens der Auftraggeber bezüglich Projektmodi-
fikationen und zu allgemein niedrigeren Investitionen im
Energiesektor. Técnicas Reunidas und Duro Felguera muss-
ten diese kostspielige Erfahrung bei Projekten in Kanada
und Australien machen, was zu Nachforderungen in Millio-
nenhöhe führte und die Bilanzen beider Firmen stark belas-
tete. Ausweg aus dieser Situation bieten die stetig steigen-
den Investitionen im Sektor der erneuerbaren Energien, die
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