Revista-CCA-2-2016-fb - page 21

Wenn
sich in den nächsten Monaten die neuen Schleu-
sen des erweiterten Panamakanals für die internationale
Schifffahrt öffnen werden, so stellt dies nicht nur die Ver-
doppelung der Kapazität dieses historischen Kanals dar,
sondern fügt auch einen weiteren Eintrag in der langen Lis-
te an internationalen Großbaustellen hinzu, die durch spa-
nische Bauunternehmen in den letzten Jahren weltweit er-
folgreich abgewickelt wurden. Der Auftrag zur Erweiterung
und Modernisierung des Panamakanals, der 2009 an ein
Konsortium unter der Führung der spanischen Baufirma Sacyr
ging, beläuft sich ohne Berücksichtigung eventueller Mehr-
kosten auf über 3,19 Milliarden Euro und verfügt über gi-
gantische Ausmaße. So wurden in den sechs Jahren Bauzeit
von den zeitweilig 7.500 Bauarbeitern rekordverdächtige
4,5 Millionen Kubikmeter Beton zur Erweiterung des Kanals
verwendet.
Ebenfalls auf dem amerikanischen Kontinent sticht ein Pro-
jekt ähnlicher Dimension in einem Bereich hervor, in dem
spanische Bauunternehmen Spitzenreiter sind - der Trans-
portinfrastruktur. Beim Neubau der Metrolinie 2 von Lima
verfügt das dort agierende Konsortium um die Firmen ASC
(Dragados und Iridium) und FCC (Vialia) über ein Gesamtbud-
get von 3,9 Milliarden Euro. Errichtet wird eine Strecke von
27 Kilometern Länge mit insgesamt 27 Stationen. Neben der
eigentlichen Kapazität der spanischen Bauunternehmen,
komplexe Bauvorhaben technisch reibungslos abzuwickeln,
gilt auch die Strukturierung der Finanzierung solcher Projek-
te und die Bildung internationaler Konsortien als deren aus-
gewiesene Expertise.
Erfahrung durch Großprojekte auf dem spanischen In-
landsmarkt
Ausgangspunkt des Know-hows aller heute international täti-
gen spanischen Bauunternehmen war der in seiner Dimension
noch nie dagewesene Bauboom der Nullerjahre, der erst
durch die Finanzkrise 2008 ein Ende fand. Das massive Kredit-
wachstum dieser Jahre im privaten Bereich, gepaart mit ho-
hen, großteils auf europäischen Fördergeldern basierenden In-
vestitionen der öffentlichen Hand in die Infrastruktur des Lan-
des, gab der spanischen Bauwirtschaft die Möglichkeit, mit
Projekten jeglicher Art und Größenordnung Erfahrung zu sam-
meln. So war beispielsweise die erfolgreiche Bauabwicklung
des 2006 eröffneten Terminals 4 in Madrid-Barajas durch das
Unternehmen Ferrovial ausschlaggebend für den Zuschlag bei
den Flughafenprojekten Terminal 2 und 5 in Heathrow. Dies
gilt ebenfalls für den Bau von Autobahnen, Krankenhäuser,
Raffinerien, Entsalzungsanlagen oder etwa Eisenbahnstrecken
in Spanien während der Boomjahre. Ohne den massiven Aus-
bau des spanischen Hochgeschwindigkeitszugnetzes durch
heimische Baufirmen wäre beispielsweise die Beteiligung von
OHL und Indra am historischen Wüstenbahnprojekt Mekka-
Medina in Saudi-Arabien undenkbar.
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 2/2016
Foto: Ferrovial – Terminal 2A, Flughafen Heathrow
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