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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 2/2016
mögliche Hindernisse bei deren Agieren bemerkt Christopher
Hütwohl, Geschäftsführer von Valid Real Estate Strategies,
„dass in Spanien gerade im Immobiliensektor nach wie vor ein
großes Defizit an harmonisierten Standards und Datentrans-
parenz besteht.“ Laut Hütwohl weisen Grundbuch, Kataster
und Baugenehmigungen durchaus abweichende Flächenzah-
len auf, da gewerbliche Mietflächen häufig noch nach unein-
heitlichen Standards ermittelt werden. Dies stellt bei einer
kaufmännischen Wertermittlung, einer Projektkalkulation oder
Baukostenermittlung, aber auch bei einem direkten Objektver-
gleich ein echtes Hindernis dar. Häufig ist dem nur durch Hin-
zuziehung von Spezialisten, aufwändige Datensichtung und
gegebenenfalls eigenes Aufmaß zu begegnen.
Neuer Flächenstandard zur Ermittlung von Büromiet-
flächen
Auf dem Immobilienmarkt und in den zugehörigen Dienstleis-
tungsbereichen des Bau- und Ingenieurwesens haben diese
Aspekte schon allein wegen der Kostenimplikation für Investo-
ren, Bauherren und Mieter eine ganz besondere Bedeutung.
So sind in Spanien investierende deutsche Unternehmen die
Standards des eigenen, in dieser Hinsicht über lange Jahre ge-
reiften Markts, gewohnt. Auch Ana Zavala, Leiterin der Abtei-
lung Büroimmobilien bei Savills unterstreicht in diesem Zu-
sammenhang die Bedeutung des 2014 durch die Spanische
Agentur für Büroimmobilien AEO (
Agencia Española de Ofici-
nas
) eingeführten Flächenstandards zur Ermittlung von Büro-
mietflächen (spanisch: Estándar AEO 2014 para la Medición de
Espacios de Oficinas), der sich stark an dem deutschen gif-Standard
orientiert. Zavala weist speziell auf die Besonderheiten des spani-
schen Büromarktes in Bezug auf Bruttomietfläche und gemein-
schaftlich genutzte Räume hin, welche bei Flächenermittlung zu
Diskrepanzen führen können. Branchengrößen wie Colonial, Pon-
tegadea oder Mutua Madrileña sind Mitglieder der AEO und fol-
gen dem freiwilligen Flächenstandard, der nach Expertenmeinung
in Zukunft eine wertvolle Hilfe sein wird, Transparenz und Ver-
gleichbarkeit am spanischen Immobilienmarkt zu sichern.
Nächster Halt: Nachhaltigkeit
Auch das Thema Nachhaltigkeit wird von der AEO durch einen
eigenen Arbeitskreis aufgegriffen, um es in Spanien stärker
sichtbar zu machen. Während die EU-Richtlinien für Energie-
effizienz von Gebäuden im Wohnungssektor oft nur formell er-
füllt werden, setzt sich diese Thematik im gewerblichen Sektor
im Zuge der Reaktivierung des Immobilienmarktes zuneh-
mend durch. So kann Spanien immerhin schon 87 „LEED-
Gold“ oder „LEED-Platin“-zertifizierte Gebäude aufweisen. Die
hierbei reduzierten Betriebs- und Nebenkosten gelten als
wichtiger Wettbewerbsfaktor. Auch hier bemerkt der Immobi-
lienexperte Christopher Hütwohl „dass der Trend zur Nachhal-
tigkeit Beleg dafür ist, dass der unerhörte Anstieg von Immo-
bilieninvestitionen internationaler Investoren in den vergange-
nen zwei Jahren auch zu einer Professionalisierung des Sek-
tors führt, der sich mehr als zuvor langfristigen Perspektiven
und der Nachhaltigkeit von Investitionen widmet.“
Titelthema
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