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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 3/2013
Die Betriebsgröße ist von fundamentaler Bedeutung für eine
Reihe von Faktoren, die über die Wettbewerbsfähigkeit der
Unternehmen entscheiden. Dies ist die zentrale Aussage einer
jetzt seitens des Círculo de Empresarios (CE) vorgestellten
Studie, die auf die Unterstützung der renommierten volkswirt-
schaftlichen Abteilung des Kreditinstituts BBVA zurückgriff.
Industrialisierung geschah von
oben nach unten
Wie die CE-Präsidentin, Mónica de Oriol, auf einer Presse-
konferenz mitteilte, fand die Industrialisierung Spaniens
„von oben nach“ unten statt, unter anderem durch die
Schaffung des Nationalen Industrie-Instituts (Instituto Na-
cional de Industria, INI) im Jahr 1941 und der großen staat-
lich gelenkten Betriebe in den Schlüsselindustrien. Erst in
den 70er Jahren sei ein nennenswerter Wandel an diesem
Modell auszumachen. Von hier sei aber immer noch staatli-
cherseits eine vorrangige Unterstützung der Großunterneh-
men zu sehen, die die KMU und die Selbstständigen zu kurz
kommen lasse. Die jetzt vorgelegte Studie hat in Bezug auf
die KMU drei Ziele: Erstens, Analyse der Situation; zwei-
tens, Darlegung ihrer Relevanz im Wirtschaftsgeschehen;
drittens, Unterbreitung von Empfehlungen zur Verbesse-
rung der Lage. Die Untersuchung geht von der in der EU üb-
lichen Definition der KMU aus, wie sie in Bezug auf Lohn-
empfänger, Umsatz und Kapital getroffen wird. Sie unter-
scheidet in dieser Hinsicht vier Unternehmenstypen: mikro,
klein, mittel und groß.
Dominanz der Mikro-Firmen
Ein Vergleich mit den EU-Handelspartnern zeigt, dass Spa-
nien, ähnlich wie Portugal und Italien, in geringerem Maße
wie Frankreich, einen dominierenden Anteil der sogenann-
ten Mikro-Unternehmen (bis zu neun Mitarbeitern) auf-
weist. Dies ist weniger in Großbritannien der Fall und
weicht fundamental von Deutschland ab. Im Vergleich zu
Deutschland ist besonders augenfällig, dass die Betriebs-
größe ab zehn Mitarbeitern als Quote an der Gesamtunter-
nehmenszahl deutlich weniger in Spanien anzutreffen ist.
Deutsche und spanische Unternehmensstruktur unter-
scheiden sich maßgeblich
Die Betriebsgröße zwischen zehn und 49 Mitarbeitern hat
an der deutschen Unternehmensstruktur ein nahezu dreimal
stärkeres Gewicht als in Spanien. In der Gruppe zwischen 50
und 249 Mitarbeitern ist Deutschland fast viermal mehr vertre-
ten und die Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern haben in
Deutschland an der gesamten Unternehmensstruktur einen
fünfmal größeren Anteil als in Spanien. Der Typ des Mikro-Un-
ternehmens vereint in Spanien rund 40 Prozent aller Erwerbs-
tätigen auf sich, erbringt aber nur 27,7 Prozent der Bruttowert-
schöpfung (BWS). Dies bedeutet, so die Ergebnisse, dass die
Produktivität pro Beschäftigten niedrig ist. Im statistischen
Durchschnitt gerechnet kommt die Untersuchung zu einer
BWS-Ziffer pro Beschäftigten von 30.000 Euro in Spanien ge-
genüber rund 40.000 Euro bei den wichtigsten Handelspart-
nern. Vor diesem Hintergrund kommt die Studie zu dem Ergeb-
nis, dass die Produktivität bei den untersuchten Unternehmen
mit der Betriebsgröße angestiegen ist.
Standort Spanien
Durchschnittliche Mitarbeiterzahl pro Unternehmen
Spanien Deutschland Frankreich Italien Portugal
UK
4,9
11,8
5,7
4
4,2
10,8
1...,25,26,27,28,29,30,31,32,33,34 36,37,38,39,40,41,42,43,44,45,...84
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