CCA_4_2015 v 1-10-2015 tarde - page 20

auf Spezialisierung setzen, eine auf den
Kunden orientierte Wettbewerbsfähigkeit,
die maximale Effizienz in den Zulieferketten
und darauf, Nischen auf dem globalen
Markt zu finden. Im Gegensatz zu der positi-
ven Entwicklung auf der Ausfuhrseite sind
die Einfuhren an Luft- und Raumfahrttech-
nik, Komponenten und Teilen gegenüber
2008 weitgehend stagniert mit einem Volu-
men von 2,8 Milliarden Euro 2014. Gegen-
über 2013 ließen sie um 6 Prozent nach.
Wichtigstes Bezugsland ist Frankreich
(537,3 Millionen Euro) vor Deutschland
(245,6 Millionen Euro), dem Vereinigten Kö-
nigreich (177,7 Millionen Euro) und der Tür-
kei (65,6 Millionen Euro).
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 4/2015
Titelthema
Spaniens Luft- und Raumfahrtindustrie 2013 und 2014
Luftfahrt 2013
Luftfahrt 2014 Raumfahrt 2013 Raumfahrt 2014
Umsätze in Mrd. Euro
7,4
7,6
0,7
0,7
Zahl der Angestellten
40.984
40.297
3.422
3.384
Innovationsquote, F+E+i/Umsatz in %
11
9,5
14
12
Exportquote, Exportwert/Umsatz in %
82
85
72
74
Quelle: Asociación de Empresas Tecnológicas de Defensa, Aeronáutica y Espacio TEDAE
Innovation als Grundlage für den Erfolg
Ohne technologische Innovation und ihre rasche Umsetzung
kein Wachstum - für kaum eine Branche gilt dieses Credo
mehr, als für den Luft- und Raumfahrtbau. Nur durch über-
durchschnittliche Innovationsanstrengungen gelingt es den
spanischen Unternehmen, sich im globalen Wettbewerb zu
behaupten und für internationale Projekte zu qualifizieren.
Die F+E-Quote hat 2014 etwas nachgegeben, was unter an-
derem mit der Inbetriebnahme des neuen Airbus-Langstre-
ckenflugzeugs A350 XWB zusammenhängen dürfte, bei dem
der spanische Beitrag im Vorfeld die Entwicklungsintensität
in der Industrie hochgeschraubt hatte. Der Luftfahrtbau gab
2014 nicht ganz 10 Prozent seiner Erlöse für F+E aus, der
Raumfahrtbau 12 Prozent.
Spanien als wichtiger Airbus-Fertigungsstandort
Der zivile Luftfahrtstandort Spanien hat in Airbus den entschei-
denden Motor; es gibt aber auch Kooperationen mit Boeing oder
Embraer. Mit drei Standorten trägt Spanien zur Passagierflug-
zeugfamilie von Airbus bei. Getafe (Region Madrid), Puerto Real
(in Cádiz, Andalusien) und Illescas (zwischen Madrid und Toledo)
sind für die Endfertigung der Höhenleitwerke für alle Airbus-
Flugzeuge verantwortlich, für große Bauteile des Rumpfs und
Hecks sowie für die Hauptlandeklappen des Großraumflugzeugs
A380 oder Rumpfteile für den in hohem Grad aus Kohlenstofffa-
ser-Verbundwerkstoffen bestehenden A350 XWB. „Die Nutzung
innovativer Produktionstechnologien - etwa Fiber-Placement-
Systemen, automatischer Streifenbeschichtung und Harzinjek-
tionsverfahren - an jedem dieser Standorte hat dazu beigetra-
gen, Airbus zu einem Industrieführer in der Entwicklung und Nut-
zung von Verbundwerkstoffen zu machen“, heißt es bei Airbus. In
der Tat gehörte der spanische Flugzeughersteller CASA
(Construcciones Aeronáuticas S.A.) zu den europäischen Vor-
reitern beim umfassenden Einsatz der Verbundwerkstoffe bei der
Herstellung von Flugzeugbauteilen und hat mit seinem Eintritt in
das Airbus-Konsortium sein Know-how dort eingebracht.
Stärkere Risiko- und Kostenbeteiligung durch Lieferanten
Die Entwicklungen in der Luftfahrtindustrie stellen vor allem
die Zulieferer vor große Herausforderungen. Ähnlich wie in
der Automobilindustrie besteht auch in der zivilen Flugzeug-
industrie der Druck der Originalhersteller (OEM), Entwicklung
und Produktion immer komplexerer Teile und ganzer Bau-
gruppen an immer weniger Systemlieferanten zu delegieren.
Diese sind dadurch in einem viel größeren Ausmaß als früher
an Risiken und Kosten beteiligt und müssen sich finanziell
vorab erheblich einbringen. Auch in Spanien steht der Sektor
in einem Konsolidierungsprozess und arbeitet zugleich ver-
stärkt an weiterer Internationalisierung. So haben sich mit
Aernnova (Flugzeugbauteile wie Flügel, Leitwerke, Rumpftei-
le), Aciturri (Höhenruder, Bauchverschalungen) und Alestis
Aerospace (komplette Bauteile aus kohlenstofffaserverstärk-
ten Kunststoffen) einige große System- und Strukturanbieter
herausgebildet.
Foto: Airbus. Untere Flügelabdeckung A350 XWB hergestellt in Spanien
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