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Deutsche Luft- und Raumfahrtbranche
auf Flug zu neuen Höhen
Gefüllte Auftragsbücher lassen
auch in den kommenden Jahren zunehmende Umsätze in der deutschen Luft- und Raumfahrtindus-
trie erwarten. Wie das Statistische Bundesamt berichtete, haben sich die Umsätze des deutschen Luft- und Raumfahrzeugbaus 2014 um
6,7 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro erhöht. In diesem Bereich beschäftigten 75 Betriebe im Jahr 2014 insgesamt 68.548 Personen. Da-
bei wurden Betriebe mit einer Mindestzahl von 50 Mitarbeitern berücksichtigt. Als wichtigster Arbeitgeber dieser Sparte gilt die Airbus-
Gruppe, die in Deutschland an 33 Standorten knapp 49.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Betrachtet man die deutschen Zulieferer in diesem Bereich, wird ein klarer Strukturwandel sichtbar. Die sogenannten OEMs (Original
Equipment Manufacturer) wie Airbus lagern zunehmend größere Entwicklungsarbeiten und -risiken auf vorgelagerte Produktionsstufen
aus. Dies stellt für die hochspezialisierten, mittelständischen Zulieferer in Deutschland eher einen Nachteil gegenüber der internationa-
len Konkurrenz dar. Des Weiteren orientieren sich die OEMs bei ihren Einkäufen immer stärker an einem weltweiten Angebot. So will die
Airbus-Gruppe ab 2020 bei einem Gesamtvolumen von 50 Milliarden Euro Güter imWert von 20 Milliarden Euro außerhalbWesteuropas
beschaffen. Die zunehmende vertikale Integration hat außerdem den Kreis der Lieferanten entlang einzelner Wertschöpfungsketten
schon in der Vergangenheit reduziert. Die Airbus-Gruppe berichtete, dass 2013 zehn Firmen für mehr als 40 Prozent der gesamten exter-
nen Beschaffung verantwortlich waren. Als Antwort auf den Strukturwandel hat sich in Norddeutschland die Branche in dem Spitzen-
cluster Hamburg Aviation sowie in den Clustern Aviabelt Bremen und Niedersachsen-Aviation organisiert.
Mit der starken Zunahme des Luftverkehrs weckt parallel dazu die Entsorgung von voraussichtlich rund 2.900 ausgemusterten Flugzeu-
gen in Europa bis 2033 auch in Deutschland ein immer größeres Interesse. Fachleute beurteilen Deutschlands Chancen, ein mittel-
standskompatibles Geschäftsmodell zu entwickeln, aufgrund des vorhandenen kreislaufwirtschaftlichen Knowhows als sehr gut. Vo-
raussetzung für ein systematisches Flugzeug-Recycling ist eine Kooperation zwischen Flugzeugbesitzern, MRO-Dienstleistern (
Mainten-
ance Repair Overhaul
) sowie von Fachleuten für Demontage, Recycling und Beseitigung. Auf dieser Grundlage sollte ein wettbewerbsfä-
higer Markt entlang der komplettenWertschöpfungskette entstehen.
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