angekündigt. Bereits in den letzten Jahren hat die Automobil-
industrie rund vier Milliarden Euro in Spanien investiert. Bis
2017 rechnet Anfac mit Investitionen in Höhe von bis zu 3,5
Milliarden Euro. So plant zum Beispiel PSA Peugeot Citroën,
seine Produktion im Werk in Vigo um 30 Prozent zu steigern.
In Villaverde (Madrid) wird bereits der neue Citroën C4 Cactus
gebaut. Auch Opel hat seine Produktionspläne für 2014 um
10.000 auf über 300.000 Einheiten nach oben korrigiert. Der
Hersteller beginnt im September mit der Produktion des SUV
Mokka, dessen Fertigung aus Südkorea nach Zaragoza verla-
gert wurde. Außerdem hat das Werk in Nordspanien zwei wei-
tere Modelle gewonnen: den Meriva, der seit Beginn des Jah-
res produziert wird, sowie den neuen Corsa, der Ende des Jah-
res vom Band rollen soll. Nach mehreren Entlassungswellen
und dem Einfrieren der Gehälter in den Jahren 2013 und 2014
wird der Konzern dieses Jahr 210 Millionen Euro in sein Werk in
Figueruelas bei Zaragoza investieren, 2013 waren bereits 168
Millionen Euro in den Standort geflossen. Die spanischen Au-
tomobilzulieferer werden besonders von dem Zuschlag des
Opel Mokka profitieren: 56 Komponenten des Modells werden
in Zukunft aus logistischen Gründen in Spanien statt in Korea
eingekauft. Bereits letztes Jahr kündigte Ford an, die Produktion
von seinem belgischen Standort Genk nach Almufasses in Va-
lencia zu verlegen, wo unter anderem das Modell Mondeo her-
gestellt werden soll. Der Präsident von SEAT Jürgen Stack-
mann geht noch einen Schritt weiter: „Der weltweite Erfolg
des SEAT León beweist, dass Automobile in Spanien nicht nur
qualitativ hochwertig produziert, sondern auch erfolgreich de-
signt und entwickelt werden können“.
Arbeitsmarktreform erlaubt Anpassung an individuelle
Firmenbelange
Laut Anfac konnte der Standort Spanien die neuen Investitio-
nen vor allem aus drei Gründen gewinnen. An erster Stelle
steht die Reform des Arbeitsmarktes. Mit der Reform können
sich Unternehmen von den Branchen-Kollektivarbeitsverträ-
gen abkoppeln und auf firmenbezogene Verträge zwischen
Geschäftsführung und Arbeitnehmerrepräsentanten überge-
hen. Dies erlaubt eine Anpassung an die individuellen Unter-
nehmensbelange. Darüber hinaus können die spanischen
Niederlassungen dadurch wesentlich flexibler auf im Kon-
zernverbund ausgeschriebene neue Modellreihen reagieren
und so den Zuschlag erhalten.
Wettbewerbsfähige Automobilzulieferer
An zweiter Stelle steht laut Anfac das dichte Netz an Kompo-
nenten- und Systemlieferanten. Während die Automobilher-
stellung von internationalen Unternehmen geprägt ist – un-
ter den Automobilherstellern befindet sich kein spanischer
Ersthersteller (OEM) – zeichnet sich die Automobilzulieferer-
industrie durch ihre Wettbewerbsfähigkeit aus. Durch be-
achtliche Investitionen in Anlagen und Mitarbeiter haben es
die ursprünglich meist kleinen Familienunternehmen zu
wettbewerbsfähigen und qualitativ hochwertigen Zuliefe-
rungsfertigungslinien gebracht und sind teilweise zudem
mit hohen Produktionsquoten im Exportgeschäft tätig. Zu
den drei größten Zulieferern zählen die Gestamp Automoci-
ón, Antolín und CIE Automotive. Die größte Gruppe, Ge-
stamp, hat in den letzten zwei Jahren 1,2 Millionen in Anlagen
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 3/2014