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Titelthema

28

economía

HISPANO-ALEMANA

Nº 2/2017

Im Lebensmitteleinzelhandel pushen die deutschen Discount-

ketten Lidl und Aldi um Marktanteile in einem spanisch domi-

nierten Geschäft mit großem Wettbewerb aus Frankreich. Füh-

rend im Großhandel mit Lebensmitteln in der Bedienung des Ho-

reka-Segments ist die Metro-Gruppe unter der Marke Makro Au-

toservicio Mayorista.

In der Lager-, Supply-Chain-Lösungs- und Transportbranche

spielen Kühne + Nagel sowie Logistikspezialist DHL eine führen-

de Rolle. Die Versorgungskette in der Autoindustrie ist ein Kern-

bereich des spanischen Logistikdienstleisters Transfesa, der

mehrheitlich der Deutschen Bahn gehört.

Bei der Digitalisierung von Produktion und Geschäftsprozessen,

ihrer Optimierung und Absicherung begleiten im IKT-Dienstleis-

tungsbereich Filialen von T-Systems, SAP, Siemens oder Bosch

nicht nur Spaniens Unternehmen, sondern auch Gesellschaft,

Städe und Verwaltungen in eine verbundene Zukunft und die

Welt des Internet der Dinge.

Und dann sind da ganz neue Gesichter aus der deutschen Start-

up-Szene, die in Spanien investieren. Einige setzen buchstäblich

auf die Fitness des Marktes. eGym aus München bietet sportbe-

geisterten Spaniern eine internetvernetzte Fitnessinfrastruktur

an, die sich auf den Kunden einstellt und ihn trainiert. Mit fast 36

Mio. Euro eingeholten Kapitals erreichte eGym 2016 eine Re-

kordfinanzierung und gehört zu den investitionsstärksten deut-

schen Technologiestartups. Der Sprung nach Madrid ist ein Teil

der Internationalisierungsstrategie. Málaga zum Standort wähl-

ten 2015 zwei deutsche Gründer für ihre Startup GymCraft. Sie

ist spezialisiert auf die Entwicklung einer Software, die Fitness

und Videospiel in Echtzeit und dank einer Virtual-Reality-Brille zu

einer 3D-Erfahrung verschmelzen lässt. Auf der CeBIT 2015 in

Hannover war ihr Produkt in der Kategorie Entertainment /3D als

innovativstes ausgezeichnet worden.

Anhaltendes Interesse deutscher Investoren

Ein Blick auf den Zufluss neuer Direktinvestitionen aus Deutsch-

land stimmt optimistisch. Im Jahr 2016 flossen nach aktuellen

Zahlen des spanischen Wirtschaftsministeriums 2,2 Mrd. Euro

an produktiven deutschen Direktinvestitionen zu. Der Wert lag

um 182 Prozent über dem Niveau von 2015, als es 782 Mio. Euro

waren. Das brachte Deutschland hinter die USA, Luxemburg und

die Niederlande auf Position vier.

Laut Invest in Spain sind gerade die deutschen Betriebe bei In-

vestitionen in neue Produktions-, Vertriebs- oder Logistikstätten

sehr aktiv. Zwischen 2012 und 2015 wurden 254 solcher soge-

nannten Greenfield-Projekte von 143 deutschen Unternehmen in

Spanien gezählt. Die damit verbundenen Investitionsausgaben

für längerfristige Anlagegüter lagen bei umgerechnet rund 7,6 Mrd.

Euro und waren mit Abstand die höchsten von allen Ländern.

Grundsätzlich steht Deutschland als produktiver Investor mit ei-

nem Bestand von 30,3 Mrd. Euro Direktinvestitionen in Spanien

an fünfter Stelle nach den USA, Frankreich, Italien und dem Ver-

einigten Königreich (letztverfügbare Daten des Spanischen Wirt-

schaftsministeriums für 2014).

Zufluss ausländischer Direktinvestitionen nachSpanien nachwichtigsten Ländern

(inMio. Euro; Anteile undVeränderung in%)

1)

2015

Anteil am

2016

Anteil am

Veränderung

Gesamtzufluss

Gesamtzufluss

2016/15

USA

2.193

9,2

4.968

21,2

126,5

Luxemburg

3.700

15,6

2.474

10,5

-33,1

Niederlande

2.919

12,3

2.231

9,5

-23,6

Deutschland

782

3,3

2.211

9,4

182,6

Frankreich

2.144

9,0

1.875

8,0

-12,5

Vereinigtes Königreich

1.123

4,7

1.474

6,3

31,3

Mexiko

973

4,1

1.385

5,9

42,3

China

1.483

6,2

1.117

4,8

-24,7

Kanada

67

0,3

793

3,4

1.083,6

Qatar

2

0,0

677

2,9

33.750,0

1)

ohne Holdinggesellschaften und nach Ursprungsland

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Wettbewerbsfähigkeit