subtropische Lorbeerwald.
Hier tropft es nicht vomHim-
mel, sondern vom meter-
hohen Blätterdach der Lau-
risilva – „weil die Bäume
die Wolken melken“, wie
die Einheimischen sagen. Zu
verdanken ist dieses Phäno-
men dem aus Nordosten
kommenden Passatwind „Ali-
sio“. SeineWolkentropfen blei-
ben an den Blättern, im Moos
und in den Baumflächen der bis
zu 1.500 Meter hohen Berge hän-
gen, werden dort und im Boden
gespeichert und anschließend an
die Umgebung abgegeben. Mehr als
1.000 Tierarten, darunter 153 wirbellose
Kleintierarten, und schätzungsweise 450
seltene Pflanzenarten haben hier ihren Le-
bensraum. Um dieses einmalige Ökosystem
zu schützen, wurde der Park 1981 zum Natio-
nalpark und fünf Jahre später zum UNESCO-Welt-
naturerbe erklärt. Seit 2012 ist er ausgewiesenes
Biosphärenreservat.
Märchenwald bei El Cedro
Am Nordrand des Parks, im winzigen Weiler El Cedro, führen mehrere
Wanderwege in den dschungelartigen Lorbeerwald, vorbei an rauschenden
Bächen, dem höchsten Wasserfall der Insel, El Chorro, und verlassenen, stillen
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 4/2014
Panorama