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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 4/2014
Actualidad
económica
Im Vergleich zu Deutschland ist die Branche in Spanien noch recht jung. Erst Ende
der neunziger Jahre kam die Idee des Facility Managements (FM) in Spanien an.
Gerade in den letzten Jahren hat die Entwicklung des Sektors jedoch einen Schub
erfahren. „ImZuge derWirtschaftskrise haben sich die Ausgaben für Facility-Dienstleis-
tungen zu einem zentralen Hebel der Kostenminimierung entwickelt“, erklärt Jaime
Pire, CEO von Bilfinger HSG Facility Management Spanien und Portugal. Dabei hat
sich die Palette der nachgefragten Dienstleistungen in Spanien stark erweitert. So
werden bei Bilfinger verstärkt Energiemanagement-Leistungen nachgefragt, wobei
vor allem eine effiziente Energieverwendung in Gebäuden zur Optimierung der
Energiekosten im Vordergrund steht. „Schon geringe Energieeffizienzmaßnahmen
haben deutliche Einsparungen zur Folge, weshalb sich Unternehmen zwangsläufig
mit dem Thema auseinandersetzen“, so Pire. Die Bilfinger Facilitiy Services GmbH
ist seit 2004 in Spanien präsent. Auch Dienstleistungen, die früher zumKerngeschäft
gehörten, werden inzwischen oft outgesourct, umdie Kosten zu optimieren. „Hotels
externalisieren imRahmen des Facility Managements zunehmend den Zimmermäd-
chen-Service“, sagt Javier Díaz-Barceló, Geschäftsführer von Claro Sol. Das Unter-
nehmen, das vor 40 Jahren von dem Deutschen Kurt Hegerich gegründet wurde,
ist heute als wichtiger Player in der spanischen FM-Branche etabliert.
Geringere Margen
Doch die Krise hat die Margen der Unternehmen gedrückt. „Es ist eine große
Herausforderung, für die erbrachten Leistungen künftig wieder einen realen Preis
zu fordern, denn um Kunden und Arbeitsplätze halten zu können, haben viele An-
bieter ihre Gewinnspannen auf ein Minimum reduziert“, sagt Jaime Pire. Laut Emilio
García Perulles, stellvertretender kaufmännischer Leiter der spanischen Eulen-
Group, stellten unprofessionelle Anbieter, die mit Dumping-Preisen auf den Markt
drängten und schlechte Arbeit leisteten, ein Risiko für das Image der Branche dar.
Die Eulen-Gruppe beschäftigt über 82.000 Mitarbeiter und verzeichnete im ver-
gangenen Jahr einen Umsatz von 1,3Milliarden Euro. 2013 schloss das Unternehmen
eine strategische Partnerschaft mit dem deutschen Anbieter Dussmann. Diese
Kooperationsvereinbarung bündelt das Serviceangebot beider Dienstleister für
integrierte Facility. Während sich Dussmann auf Geschäfte in Osteuropa konzentriert,
betreut Eulen Lateinamerika.
Die Leistungen des Facility Managements sind breitgefächert
und gehen heutzutage weit über die Gebäudeverwaltung hinaus.
Europaweit handelt es sich um einen wichtigen Wirtschaftszweig
und eine eigene Wissenschaft. Auch in Spanien wächst die noch
relativ junge Branche stetig. Die grö
β
te Herausforderung ist die
Implementierung ganzheitlicher Facility Management-Modelle
in den Unternehmen.
Facility Management:
Eine Branche wartet
auf ihren Durchbruch
Valerie Möhring/Juliane Pfordte
Fotos: Prosegur, Claro Sol