die spanische Volkswirt-
schaft zwischen 2008 und 2013 eine
schwere zweiphasige Rezession durch-
lebte, kam der Werkzeugmaschinenbau
vergleichsweise schnell wieder in die
Wachstumszone. Nach zwei sehr harten
Jahren, in denen die Werkzeugmaschi-
nenproduktion 2010 auf einen Wert von
632 Millionen Euro sank, ging es 2013 in
zweistelligen Wachstumsraten wieder
bergauf auf 937 Milliarden Euro. Die
Hersteller von Werkzeugmaschinen ar-
beiten sich auf diese Weise allmählich
wieder an die Milliardengrenze heran,
die auf dem wirtschaftlichen Höhe-
punkt 2007 und 2008 überschritten
worden war. Unter Hinzunahme von
Komponenten, Zubehör, Werkzeugen
und Dienstleistungen verzeichnete der
Sektor nach Angaben des Spanischen Verbands der Werk-
zeugmaschinenindustrie (AFM Advanced Manufacturing Tech-
nologies) einen Zuwachs um 6,4 Prozent auf 1,4 Milliarden
Euro. Auch konnte der Sektor seinen eigenen Exportrekord er-
neut brechen mit Ausfuhren im Wert von fast 1,2 Milliarden
Euro. Ihr Anteil an der Produktion kletterte auf 84 Prozent.
Dramatische Einbrüche während der Rezession
Es war diese konsequente Steigerung des Auslandsgeschäfts,
die die Branche durch die Rezession brachte, in der der heimi-
sche Markt zwischen 2012 und dem Vorkrisenjahr 2007 um
dramatische zwei Drittel (68 Prozent) schrumpfte, weil die In-
dustrieunternehmen ihre Investitionen in Produktionstechno-
logien auf ein Minimum zurückfuhren. Den Zahlen von AFM zu-
folge fiel die Einfuhr von Werkzeugmaschinen in diesem Zeit-
raum um mehr als die Hälfte (-54 Prozent). Schlimmer noch
traf es die spanischen Anbieter, deren Inlandsgeschäft um 84
Prozent zurückging. Erst 2013 meldete sich, wenn auch noch
sehr vorsichtig und auf einem sehr niedrigen Niveau, die
Nachfrage mit einem Zuwachs um 2,3 Prozent gegenüber dem
Vorjahr auf 310 Millionen Euro zurück. Das ist Meilen vom
Höchststand 2007 entfernt, als der Markt rechnerisch ein Vo-
lumen von 935 Millionen Euro hatte.
Verlorenes Terrain wiedergutmachen
Doch die Aufholjagd hat begonnen. Angesichts der zum Teil
stürmischen Zuwächse der Einfuhren im ersten Halbjahr 2014,
sie stiegen um fast ein Drittel auf 271 Millionen Euro, wird der
spanische Markt im Gesamtjahr deutlich zunehmen. Darauf
weist auch der Auftragseingang des spanischen Werkzeugma-
schinensektors aus dem Inland hin, der sich bereits 2013
deutlich verbesserte und um 65 Prozent über dem Niveau von
2012 lag. „Hinsichtlich der Binnennachfrage glauben wir, dass
die schwierigste Phase hinter uns liegt“, so der Präsident des
Verbandes AFM, Antxon López Usoz, auf Anfrage von Germa-
ny Trade & Invest. „Wir sehen, wie sie Stück für Stück wieder
zu Kräften kommt und es ist nötig, dass sich dies über mehre-
re Jahre so fortsetzt, damit das verlorene Terrain wiedergutge-
macht werden kann.“ Die Vorzeichen sind gegenwärtig positiv.
Die Investitionen in Maschinen und Investitionsgüter sollen im
Jahr 2014 um 8,2 Prozent und in 2015 um sieben Prozent
wachsen. Das ist eine gute Nachricht für die Anbieter von Fer-
tigungstechnik, deren Technologie der Schlüssel für die Pro-
duktion in den meisten Industriebranchen ist.
Deutschland ist Hauptzielland der spanischen Hersteller
Zur Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit kooperieren die
Unternehmen verstärkt miteinander, integrieren sich in Indus-
triecluster, besetzen Nischen mit hoher Spezialisierung, inves-
tieren in die Qualifizierung der Mitarbeiter und bauen ihre Prä-
senz auf wichtigen Märkten aus. So hat der zur Danobat Group
gehörende Hersteller von Fräs- und Bohrzentren Soraluce im
Rezessionsjahr 2012 in ein neues Technologiezentrum in Lim-
burg investiert. Der Anbieter von Lösungen zur Großzerspa-
nung MTE eröffnete im Mai 2014 ein neues Kunden- und Ser-
vicezentrum in Montabaur. „Deutschland ist ein Hauptmarkt
für die spanischen Hersteller von Werkzeugmaschinen“, so
López Usoz. „Es war 2013 das Hauptziel unserer Ausfuhren
und war es auch im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte, mit
Ausnahme 2011 und 2012, als China zum ersten Markt auf-
rückte.“ Zu den größten Kunden der spanischen Anbieter zäh-
len auf nationaler und internationaler Ebene neben der Auto-
mobil- und seiner Zulieferindustrie die Branchen, die vor allem
große Teile mit hohem Anspruch an die Präzision nachfragen
wie Luft- und Raumfahrt, Schienenfahrzeugbau, der Maschi-
nenbau selbst, Werkzeug- und Formenbau, die Energiewirt-
schaft und die Lohnfertigung in der Metallbearbeitung.
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 4/2014
Während
Foto: Bost