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economía
HISPANO-ALEMANA
mayo/junio/julio 2013
der deutschen Regierung von 1999, die
damit die Installation von PV-Dachanla-
gen auf Privathäusern förderte. Heute
ist die Zahl der Dächer, die in Deutsch-
land mit einer Solaranlage ausgestattet
sind, auf 716.000 angewachsen.
Die Botschaftsrätin für Wirtschaft der
deutschen Botschaft in Madrid, Karin
Goebel, hob in ihrer Rede die große Be-
deutung der erneuerbaren Energien in
Deutschland hervor, die 370.000 Ar-
beitsplätze geschaffen haben und eine
strategische Stellung innerhalb der von
der deutschen Regierung angestrebten
Energiewende einnehmen.
Anschließend informierten deutsche
und spanische Institutionen über die
aktuelle Situation und Potenziale im
Bereich des Eigenverbrauchs von elek-
trischer Energie, die aus erneuerbaren
Energiequellen gewonnen wird. Uwe
Hartmann, Geschäftsführer der Deut-
schen Gesellschaft für Sonnenenergie
unterstrich in seinem Vortrag die Be-
deutung neuer kostengünstiger Spei-
cherlösungen, die die Rentabilität von
Eigenverbrauchsanlagen erheblich ver-
bessern würden, da auch in Deutsch-
land mit dem Ende der Subventionen
für Solarstrom gerechnet wird.
J osé Donoso vom span i schen PV-
Dachverband UNEF sprach über Er-
folgsbeispiele und Probleme bei Ei-
genverbrauchsanlagen. Die immer
wieder genannten Auswirkungen, die
viele kleine Energieerzeuger für die
Netzkapazität haben könnten, stufte
er hingegen als minimal ein, da nach
Berechnungen von UNEF der Eigenver-
brauch in Spanien in den nächsten
fünf Jahren unter einem Prozent des
Gesamtverbrauchs liegen wird. Leider
war das noch ausstehende Net-Mete-
ring-Gesetz nicht wie angekündigt En-
de Juni im spanischen Kongress verab-
schiedet worden, sodass im Sektor
weiterhin Unsicherheit über die Nut-
zung des Stromnetzes zum Einspeisen
des Stromüberschusses herrscht.
Besonders großen Anklang fand der Er-
fahrungsbericht von Ricard Jornet, Res-
taurantbesitzer aus Mataró. Dank sei-
ner erst kürzlich mit dem „Intersolar“-
Preis ausgezeichneten PV-Anlage, die
die Kühlanlagen des Strand-Restau-
rants „Lasal del Varador“ rund um die
Uhr mit kostenloser Energie versorgt,
spart er 1.800 Euro pro Jahr an Strom-
kosten. Nach siebeneinhalb Jahren wird
seine Investition abgeschrieben sein
und von da an verdient er mit jeder
selbst erzeugten kW-Stunde. Der be-
geisterte Stromerzeuger und Eigennut-
zer sagt: „Als Unternehmer bin ich für
die energetische Unabhängigkeit. Mein
Restaurant wird mit der Eigenver-
brauchsanlage kostengünstiger, unab-
hängiger von Strompreiserhöhungen,
umweltfreundlicher und alles in allem
wettbewerbsfähiger.“
Den Abschluss der Tagung bildeten die
Präsentationen der Unternehmen aus
dem Kleinwindsektor sowie die Vorträ-
ge der Fachverbände BVKW (Deutsch-
land) und APPA (Spanien). Besonderes
Interesse weckte das innovative Wind-
tracker-Konzept der Firma DirectTech,
das nicht nur die Stromerzeugung son-
dern auch die Stromspeicherung in ei-
ner virtuellen EnergyCloud und deren
Integration in das bestehende Strom-
netz vorsieht.
Im Anschluss an die Fachtagung fanden
über 70 individuelle Gespräche zwi-
schen deutschen und spanischen Unter-
nehmern statt.
Von l. nach r.: Uwe Hartmann, Holger Wehner, Karin Goebel,
Walther von Plettenberg, Ricard Jornet, Friderike Weiss
Im Rahmen der Geschäftsreise fanden über 70
individuelle Unternehmergespräche statt.
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