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Während sich viele andere ausländische Firmen in Spa-

nien in den Jahren der Krise für Desinvestitionen ent-

schieden haben, hat Merck stark in seine drei Anlagen

in Katalonien und Madrid investiert. Allein der Ausbau

der biotechnologischen Anlage in Tres Cantos hat 15 Mil-

lionen Euro gekostet. Welche Faktoren waren für die In-

vestition in den Standort Spanien entscheidend? Wie

fügt sich Spanien in die globale Strategie von Merck ein?

Merck España ist ein

Key Player

bei der lokalen Umsetzung unserer

globalen Strategie. Das Ziel des Landes ist es weiterhin, mehr In-

vestoren undmehr Talent anzuziehen, so dass unsere Innovations-

fähigkeit sowie unsere Spitzenleistung in der Produktion und dem

operativen Bereich des Geschäfts gewährleistet sind, und dabei

auch innerhalb der Merck-Gruppe eine wichtige Leitfigur für die

wissenschaftliche Elite in Spanien darzustellen.

Spanien wird bei der Markteinführung unserer neuen Arzneimittel

ein europäischer Schlüsselmarkt sein, nachdemwir nun von Europa

grünes Licht für ein neues oralesMedikament zur Bekämpfungmul-

tipler Sklerose bekommen haben sowie für ein immunologisches

Medikament, das gegen das Merkelzellkarzinom wirksam ist – da-

durch wird sichergestellt, dass die größtmögliche Anzahl von Pa-

tienten Zugang zu diesen neuen Therapiemöglichkeiten hat.

Ein weiteres Ziel ist es, die hervorragenden Leistungen unserer

Produkte im

Core Business

von Merck – d.h. Onkologie, Neuro-

logie, Fertilität, Endokrinologie und Allergien – fortzusetzen.

Im Zeitraum von 2014 bis 2016 haben wir in Spanien ca. 53 Mil-

lionen Euro investiert, den Großteil davon in unsere Pharma-

und Chemieanlagen in Mollet und die biotechnologische Anlage

in Tres Cantos. 2014 waren es 13 Millionen Euro, 2015 20 Millio-

nen und 2016 noch einmal 20 Millionen. Für 2017 sehen wir

eine Investition von 17 Millionen Euro vor.

100 Prozent dessen, was Merck an Wachstumshormonen ver-

treibt, sowie 80 Prozent seiner weltweiten Produktion von

Fruchtbarkeitsbehandlungen werden in Tres Cantos hergestellt.

2007 beschloss Merck España, seine Abteilung für Ge-

nerika zu verkaufen und sich stattdessen auf Produkte

auf der Basis von Forschung, Entwicklung und Innovation

zu konzentrieren. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Und wie hat sie sich auf die Entwicklung Ihrer Geschäfte

in Spanien ausgewirkt?

Die Prioritäten der Firma in Forschung, Entwicklung und Inno-

vation liegen auf weltweiter Ebene in den Bereichen Onkologie,

Immunonkologie und Immunologie. Wir haben die Abteilung

für Generika damals verkauft, um unsere Arbeit in diesen Be-

reichen, die wir als wesentlich für die Zukunft der Innovation

bei Merck ansehen, zu stärken.

Unser Sektor erlebt gerade eine Wandlung durch Technologie

und Innovation im weitesten Sinne;

Big Data

ist ein klares Bei-

spiel dafür, wie letztendlich diejenige Industrie, die Zugang zu

Technologie und Innovation hat, mit den Behörden zusammen-

arbeiten kann, um Lösungen und Vorschläge mit angemessener

Effizienz für die Zukunft zu erarbeiten.

Bei dem Pilotprojekt, das wir gemeinsam mit der Firma Palantir

aus Silicon Valley gestartet haben, geht es um die Entwicklung

eines extrem leistungsstarken Werkzeugs, das uns einen nutz-

bringenden Umgang mit den Daten erlauben wird. Dieses Projekt

wird uns interessante Möglichkeiten im Hinblick darauf aufzei-

gen, welche Art von Alternativen wir den Behörden, den Uni-

versitäten und anderen Institutionen mit den Daten als Prota-

gonisten anbieten können. Da draußen gibt es eine Welt, die

sich als sehr nützlich erweisen kann, wenn man sie angemessen

nutzt. In dieser Hinsicht beweist Merck als vielseitiges Unter-

nehmen eine sehr offene Mentalität, um Marktlücken auch in

anderen Bereichen als Pharma zu suchen.

Der chemisch-pharmazeutische Sektor fordert seit Jahren

mehr Einheitlichkeit beimVerfahrenmit der öffentlichenVer-

waltung auf Ebene der verschiedenen autonomenRegionen.

WiebewertenSiedieBemühungendesSektors,mehr Einheit

auf demspanischenMarkt zuerreichen?Gibt eswirklichHin-

dernisse, die sich negativ auf das Geschäft auswirken?

Vom Standpunkt der innovativen pharmazeutischen Industrie

aus sind wir der Meinung, dass sich die Pharmapolitik auf drei

Säulen stützen sollte. Erstens brauchen wir ein finanziell trag-

bares nationales Gesundheitssystem, dessen Leistungsumfang

und Qualität der Wirklichkeit unseres Landes entsprechen. Zwei-

tens müssen alle Bürger unabhängig von ihremWohnort Zugang

zur besten verfügbaren Behandlung und besonders auch zu

den Innovationen haben. Drittens ist es notwendig, dass unsere

Geschäftstätigkeit dazu beiträgt, wichtige Aspekte zu garantie-

ren: eine positive Auswirkung auf das BIP; eine Medizin in Spa-

nien, die Bestandteil der internationalen Arbeit in der Erfor-

schung und Entwicklung von neuen Arzneimitteln ist; sowie

eine klinische Praxis, die ihren exzellenten Qualitätsstandard

auch weiterhin hält.

In den letzten Jahren haben wir eine Politik der Sparmaßnahmen

und Eindämmung von Ausgaben erlebt, die auch unseren Sektor

betroffen hat. Dahermussten das Gesundheitswesen und der Phar-

masektor zwischen 2010 und 2015 harte Anpassungen hinnehmen.

Zusätzlich zu den drei Anlagen für biotechnologische, pharma-

zeutische und chemische Produktion haben wir bei Merck in

den letzten zwei Jahren viel in Forschung und Entwicklung in-

vestiert. Dafür haben wir dieses Jahr einen Preis bekommen.

Im Zeitraum von 2014 bis 2016 betrug die Investition 53 Millio-

nen Euro. Daraus resultiert die Entstehung neuer Arbeitsplätze,

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economía

HISPANO-ALEMANA

Nº 4/2017