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economía

HISPANO-ALEMANA

Nº 4/2017

Standort Spanien

die vom Plan Profarma Jahr für Jahr anerkannt wird. Dieses Beispiel

zeigt, welchenWert diebiotechnologischeundPharma-Industrie für

das wirtschaftliche und sozialeWohlergehen unseres Landes hat.

Während Ihrer Tätigkeit als Generaldirektorin von Merck in

Schweden haben Sie ein Land mit einem hochentwickelten

öffentlichen Gesundheitssystem kennengelernt. Wie sehen

Sie das öffentlicheGesundheitssystem inSpanien?Welchen

Herausforderungen muss sich Merck España als Akteur im

nationalen Gesundheitssystem stellen?

Schweden ist einLand, das jedeArt von Innovationwillkommenheißt,

solange sie eine Verbesserung darstellt. Aber um innovativ zu sein,

mussman auch irren, lernen und das Gelernte wieder verlernen.

Ein weiterer merklicher Unterschied ist die Fähigkeit der Schwe-

den, jedes beliebige Arzneimittel, das von der Europäischen

Arzneimittel-Agentur zugelassen wurde, innerhalb eines Monats

in ihr Gesundheitssystem einzubinden. In anderen europäischen

Ländern, Spanien eingeschlossen, dauert das normalerweise

ungefähr neun bis zwölf Monate. Für die Patienten ist das ein

bedeutender Unterschied.

Ich erzähle Ihnen von einem konkreten Fall. In den zwei Jahren,

die ich als Generaldirektorin in Schweden war, hatte ich die Ge-

legenheit, ein Innovationslabor in Gang zu bringen. Ich kann Ih-

nen versichern, dass es für mich persönlich eine der berei-

cherndsten Erfahrungen meines Lebens war, mit Unternehmern

verschiedener Sektoren zusammenzuarbeiten. In Spanien ar-

beiten wir gerade an ähnlichen Projekten, die es uns hoffentlich

ermöglichen, uns zu einer neugierigeren, kühneren und agileren

Organisation hin zu entwickeln – einer Organisation, die bei der

Suche nach Lösungen höhere Ansprüche stellt und bereit ist,

neue Ideen umgehend und dynamisch auszuprobieren.

In Spanien verbindet man deutsche Firmenmit qualifizierter

Arbeit. So haben zumBeispiel 60 Prozent Ihrer Angestellten

in Tres Cantos einen Universitätsabschluss. Wie verwalten

Sie dieses Talent in Ihrer Firma? Finden Sie auf dem spani-

schen Arbeitsmarkt das Profil, das Sie suchen?

Tres Cantos ist ein bisschen speziell, da wir für die Arbeit dort

hoch spezialisierte Leute brauchen. 57 Prozent der Angestellten

haben ein abgeschlossenes Studium, 8 Prozent haben einen Dok-

tortitel, 31 Prozent haben eine Berufsausbildung abgeschlossen

und 4 Prozent haben das Bachillerato, also die Hochschulreife.

Merck ist eine vielseitige Firma: Pharmakonzern,

Life Sciences

,

leistungsstarke Technologie und Materialien... Wir umfassen

ein breites unternehmerisches Spektrum und besetzen freie Ar-

beitsstellen oft direkt aus Wirtschaftsschulen, Universitäten,

Forschungszentren oder unserem eigenen Nachwuchs heraus.

Unser Ziel ist es, mehr Investitionen und mehr Talent ins Land

zu bringen und dabei innerhalb der Merck-Gruppe eine Füh-

rungsrolle bei der wissenschaftlichen Tätigkeit in Spanien zu

übernehmen. Dafür brauchen wir die Besten.

Trotz seiner 350jährigen Firmengeschichte ist Merck –

wie viele andere große deutsche Firmen – auch heute

noch ein Familienunternehmen. Macht sich das im tägli-

chen Geschäft der Firma bemerkbar? Welche Vorteile se-

hen Sie bei dieser Art von Unternehmen?

Unsere Firma ist einzigartig, da wir der weltweit älteste Phar-

makonzern sind. 70 Prozent der Aktien gehören der Familie

Merck und der Rest befindet sich im

Free Floating

an der Börse.

Dadurch ist das Unternehmen vor feindlichen Übernahmen ge-

schützt. Seit mehr als zwölf Generationen wird Merck von Fami-

lienmitgliedern geleitet und es wird ständig daran gearbeitet,

die Organisation für zukünftige Generationen im bestmöglichen

Zustand zu hinterlassen.

Ein Schlüsselaspekt für die Stabilität ist die Vielseitigkeit der Firma,

die es uns erlaubt, neue Investitionen strategisch auszuwählen.

Die makroökonomischen Parameter der spanischenWirt-

schaft deuten mittelfristig auf eine länger andauernde

Wachstumsphase hin. Welche Pläne hat Merck für Spanien?

Sind neue Projekte vorgesehen?

Wir befinden uns gerade in einer Genesungsphase, aber der

spanische Markt ist immer noch schwach. Die Sparmaßnahmen

in unserem Land haben in der Zeit von 2010 bis 2013 zu einer

Reduzierung der Pharma-Ausgaben um 30 Prozent geführt,

wovon der ganze Sektor getroffen wurde.

Wir müssen ein Gleichgewicht zwischen den Sparmaßnahmen und

den Investitionen, die der Pharma-Sektor tätigt, finden. Was unsere

Pläne für Spanien betrifft, so macht Merck in unserem Land den

viertgrößtenUmsatz inEuropa, unddiesePositionwollenwir festigen.

Spanien ist wegen seiner pharmazeutischen, chemischen und bio-

technologischen Produktionsanlagen, von denen auswir inmehr als

50 Länder exportieren, ein Schlüsselmarkt.

Fotos: Merck