Laut einer Umfrage der AHK Spanien trägt jedes dritte deutsche
Unternehmen in Spanien gleichzeitig die Verantwortung für die
Aktivitäten der Unternehmensgruppe in Portugal. Der folgende
Artikel informiert über die aktuelle Lage im Nachbarland.
Die positiven Tendenzen auf Portugals Arbeitsmarkt hielten 2016 an, mit mehr Beschäftigung
und sinkender Arbeitslosigkeit. Letztere fordert mit gut 11 Prozent aber immer noch heraus.
Die Löhne sind niedrig und bewegen sich erst wenig. Da qualifizierte Fachkräfte daher auch
ins Ausland abwandern, ist die Personalsuche kein Selbstläufer. Die neue Linksregierung hat
2016 vier gestrichene Feiertage wieder eingeführt und den Mindestlohn auf 530 Euro
angehoben. Er soll auch 2017 zunehmen.
Miriam Neubert,
Germany Trade & Invest
Allgemeines zum Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im Rahmen einer Wirtschaftsdy-
namik, die im 1. Halbjahr 2016 auf 0,9 Prozent abschwächte und
auch im Gesamtjahr merklich unter demWachstumsimpuls des
Jahres 2015 (+1,6 Prozent) bleiben dürfte. Die Einstellungsbereit-
schaft nahm weiter zu, wenn auch nicht so ausgeprägt wie 2015.
Im Dienstleistungssektor wuchs die Beschäftigung stärker, als in
der Industrie. Gefragt sind vor allem Vertriebsspezialisten, Inge-
nieure und technische Profile, IKT-Profis, aber auch Marketing,
Verwaltungs- und Finanzfachleute. Die Kundenunterstützung ge-
winnt durch Ausweitung bestehender und neuer Servicezentren
an Bedeutung. Seit Ende 2013 wächst die Beschäftigung (nach 5
rückläufigen Jahren). Im 2. Quartal 2016 erreichte sie 4,6 Millionen
Menschen laut der Arbeitskräfteerhebung des Statistikamtes INE.
Parallel zum Beschäftigungsaufbau sinkt die Arbeitslosigkeit. Das
INE schätzte die arbeitslose Bevölkerung im 2. Quartal 2016 auf
559.300 Menschen, was einer Arbeitslosenrate von 10,8 Prozent
entsprach. Für das Gesamtjahr gehen IWF und Portugiesische
Zentralbank von einer Quote von 11,2 Prozent aus; 2017 könnte
sie knapp unter 10 Prozent fallen. Damit nimmt der Abstand zum
Krisenhöchststand im Jahr 2013 (16,3 Prozent) weiter zu, wenn
auch in langsamerem Modus.
69
economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 5/2016 - 1/2017
Portugal: NiedrigsteArbeits-
kosten inWesteuropa, trotz
weiter geplanter Anhebung
desMindestlohns




