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sind. Nun hofft der Verband der Automobilhersteller Anfac, dass bis 2017 wei-
tere Projekte in Höhe von insgesamt 3,5 Milliarden Euro dem Standort Spanien
den Zuschlag geben könnten. Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen
in produktive Segmente (ohne Holding- und Zweckgesellschaften) hat sich
nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit 2013
auf 15,8 Milliarden Euro gesteigert (2012: 14,5 Milliarden Euro).
Anders als die auflebenden privaten Investitionen bleiben die öffentlichen
gedrückt. Sie sind in der Krise geradezu abgestürzt auf den Niedrigstand von
15,2 Milliarden Euro 2013. Doch hat die öffentliche Ausschreibung von Tief-
bauprojekten 2013 erstmals wieder zugenommen (von 5,2 Milliarden Euro
2012 auf sieben Milliarden Euro). Unter Hinzurechnung der Hochbauprojekte
wurden Tender im Gesamtwert von 9,2 Milliarden Euro ausgeschrieben. Zum
Vergleich: Auf dem Höhepunkt des Baufiebers 2006 waren es 46,7 Milliarden
Euro.
Konsum
Der private Konsum meldet sich 2014 zurück. Steigende Arbeitslosigkeit,
sinkende Löhne und hohe Unsicherheit hatten ihn in den vergangenen drei
Jahren reduziert. Der Markt für Haushaltsgeräte, der seit 2006 um die Hälfte
eingebrochen ist, lebte von Januar bis Mai wieder auf. Im Einzelhandel stie-
gen die Verkaufszahlen von Januar bis Mai 2014 um 0,4 Prozent gegenüber
dem Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt INE meldete. Den Stimmungs-
wandel greifen die Unternehmen auf. Viele Einzelhandelsketten kündeten
Investitionen in neue Filialen an, so zum Beispiel Leroy Merlin, Lidl, Dia,
Mercadona und Condis.
Dennoch sind dem Verbrauch Grenzen gesetzt bei über 5,9 Millionen Arbeits-
losen und zwei Millionen Haushalten, in denen alle erwerbsfähigen Mitglieder
keine Arbeit haben. Findet sich dann eine Arbeit, so ist diese häufig befristet
und schlecht bezahlt. Überhaupt hat die Krise in Spanien die Schere zwischen
Reich und Arm unter den Industrieländern am weitesten auseinandergehen
lassen, wie ein Bericht der OECD festhält. Auf dem Vormarsch sind die „Mil-
euristas“, die Tausendeuroverdiener. Nach jüngst verfügbaren Angaben des
Statistikamtes INE lag der 2012 am meisten verbreitete Lohn bei 15.500 Euro
brutto.
Außenhandel
Spaniens Warenausfuhr schrieb 2013 im dritten Jahr hintereinander einen
neuen Rekord. Sie nahm nach Zahlen des Ministeriums für Wirtschaft und
Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den revidierten Zahlen des Vorjahres um
3,6 Prozent auf 234,2 Milliarden Euro zu. Die Einfuhren blieben mit minus
drei Prozent erneut unter dem Vorjahresniveau, mit Deutschland als wichtigs-
tem Partner. Durch die Erholung der Binnennachfrage wachsen die Liefer-
chancen nach Spanien. Die Importe haben vorläufigen Angaben zufolge in
den ersten vier Monaten 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum sehr kräftig
um 4,9 Prozent auf 86,7 Milliarden Euro zugenommen. Um ein Mehrfaches
über diesem Durchschnitt lag die Dynamik der Einfuhren aus Deutschland,
die um 16,2 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro anzogen. Da sich das Tempo bei
den spanischen Ausfuhren auf 1,4 Prozent und 78,0 Milliarden Euro ab-
schwächte, vergrößerte sich das Handelsbilanzdefizit beträchtlich um 52 Pro-
zent auf 8,6 Milliarden Euro. Unter Ausschluss der Energieträger und Brenn-
stoffe war es ein Überschuss von 5,6 Milliarden Euro.
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economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 3/2014
Wirtschaft
Aktuell
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