Höchste Rentabilität in der Region Lissabon und auf
Madeira
Der Touristenstrom schlägt sich positiv in den
Leistungskennzahlen des Beherbergungswesens nieder. Der
durchschnittliche Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR)
stieg laut INE um 13,5 Prozent von 37,6 auf 42,6 Euro. Zum
Vergleich: 2008 waren es 31,3 Euro. Den durchschnittlich
höchsten Erlös pro verfügbarem Zimmer verzeichneten 2016
Hotels und andere Unterkünfte in der Hauptstadtregion
Lissabon (59,2 Euro), auf Madeira (47,8 Euro) und in der
Algarve (46,7 Euro).
Unternehmens- und Immobilienberatungsgesellschaften rechnen
2017 und 2018 mit weiterem Anstieg. Eine Studie von PwC
vergleicht 17 europäische Städte und setzt Porto bei den
Umsatzzuwächsen (RevPAR) an die Spitze (+14,8 Prozent, 2018:
+12,8 Prozent), vor Dublin und Budapest. Lissabon ist mit 5,6
Prozent und 6,8 Prozent ebenfalls auf Wachstumskurs.
Anziehungspunkte für neue Hotels
Um den steigenden Anreisen gerecht werden zu können, steht die
Ergänzung des Flughafens Lissabon durch den bisherigen
Militärflughafen Montijo auf dem Plan. Dieser liegt etwa 25
Kilometer von der portugiesischen Hauptstadt entfernt auf der
gegenüberliegenden Seite des Tejo. Das dürfte Hotelinvestoren
für die hotelarme Kleinstadt Montijo und ihre Umgebung
interessieren. Geht es nach den Plänen, könnte er ab 2021 Low-
Cost-Flüge abfertigen.
In der Algarve entstehen weitere Hotels. In einer
großangelegten Schönheitsoperation der Meeresfront zum
Strand Monte Gordo befindet sich die Gemeinde Vila Real
Santo António. Diese Auffrischung und Modernisierung
umfasst nach Angaben der Behörden auch den Bau von sechs
Hotels und die Modernisierung weiterer Einheiten.
Chancen bei Sanierungs- und Effizienzprojekten
Da viele Anlagen in Portugal aus einer Zeit stammen, als Res-
sourceneffizienz noch kein Thema war, mehren sich Projekte,
die die in die Jahre gekommene Beherbergungsinfrastruktur
energieeffizient modernisieren und alternative Energiequellen
einsetzen. In vielen Fällen geht es auch um eine Rekonversion
öffentlicher Gebäude in Hotels oder die älterer Hotelobjekte in
eine höhere Kategorie. Chancen tun sich hier für Zulieferer wie
für Investoren auf. Seit September 2016 gibt es das Programm
Revive zu Wiederbelebung und Aufwertung des kulturellen
Erbes über den Tourismus. Entsprechende Immobilien werden
privaten Investoren über Versteigerungen zugänglich gemacht.
Eine Liste der Immobilien findet sich unter
http://revive.turismo-
deportugal.pt.Unterstützt werden Investoren, die bei Ressourceneffizienz und
Nachhaltigkeit Terrain wettmachen wollen, durch EU-Fördermittel.
In der Liste von Projekten, deren Förderung aus den EU-Struktur-
fonds gebilligt wurde, finden sich zahlreicheHotels, Pensionen und
andere
Fremdenunterkünfte
(allgemeine
Liste
unter:
https://www.portugal2020.pt/Portal2020/OperacoesAprovadas).
Speziell zum Thema Solar- und Bioenergie im Tourismussektor
veranstaltet die AHK Portugal vom16. bis 20. Oktober 2017 eine AHK
Geschäftsreise für deutsche Unternehmen (Information unter
https://bit.ly/geschaeftsreise-portugal-okt-2017).
73
economía
HISPANO-ALEMANA
Nº 3/2017
1)
Hotels, Aparthotels, Pensionen, Ferienanlagen, touristische Apartments und andere Unterkünfte
Quelle: Portugiesisches Statistikinstitut INE
Kennzahlen des portugiesischen Beherbergungswesens 2016
1)
Regionen
Insgesamt
Norden
Zentrum
A.M. Lissabon
Alentejo
Algarve
Azoren
Madeira
Zahl der Über-
nachtungen in
Millionen
53,5
6,9
4,9
13,1
1,6
18,1
1,5
7,3
Veränderung
2016/15
in%)
9,6
12,8
9,7
7,2
10,8
9,0
21,1
9,8
TäglicherUm-
satzproverfüg-
baremZimmer
(RevPAR)inEuro
42,6
35,0
21,2
59,2
26,8
46,7
32,3
47,8
Veränderung
2016/15
in%
13,3
17,8
9,3
8,8
13,1
16,5
20,5
15,7
Einnahmen
ausZimmer-
vermietungin
Mio.Euro
2.096,8
269,4
155,1
654,5
58,6
666,4
51,7
241,2
Veränderung
2016/15
in%
18,0
23,5
14,6
13,5
16,1
21,1
26,5
17,4
Durchschnitt-
licherAufenthalt
inTagen
18,0
23,5
14,6
13,5
16,1
21,1
26,5
17,4




