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economía

HISPANO-ALEMANA

Nº 2/2017

BereichBeschichtungen für dieAutomobilindustrie. IndenBranchen,

in denen keine Wachstumschancen bestehen, nehmen wir Desin-

vestitionen vor, wie zum Beispiel im Bereich der industriellen Be-

schichtungen und der Katalysatoren für Polyolefine. Das sind Ge-

schäftsbereiche, in denen wir keine Wachstumschancen und die

Möglichkeit eines rentablen Wettbewerbs sehen. Auf der anderen

Seite verfolgt dieBASF einebesonnene Erwerbspolitik.Wir verfolgen

die Linie, keine großenTransaktioneneinzugehen, die für die Zukunft

des Konzerns ein Risiko darstellen könnten.

Diechemische Industrie ist eingroßerStromverbraucher. Des-

halb verweisen ihre Unternehmen darauf, dass Spanien im

VergleichzumRest Europas relativhoheStrompreisehat.Wie

lauten die Forderungen der Industrie? Haben sich die Bedin-

gungen für die Industrie auf demEnergiemarkt verbessert?

Wir als Branche müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig

gegenüber anderen europäischen Märkten sichern. Der Verbrauch

hat im Industriesektor einen starken Einfluss, aber auch dieVerfüg-

barkeit von Rohstoffen und billiger Energie, ebenso die Industrie-

politik. Die Auswirkungen der hohen Energiekosten – in Spanien

liegen wir über dem europäischen Durchschnitt – begrenzen die

Möglichkeiten mit dem Wettbewerb im internationalen Umfeld

Schritt zu halten, und dies umso mehr, wenn wir bedenken, dass

die Hälfte der chemischen Produktion in Spanien für den Export

bestimmt ist. So befinden wir uns in einer Situation, in der in vielen

Fällen die strategischen Entscheidungen der Unternehmen mehr

von externen Beschränkungen und Hindernissen als von internen

Bedingungen bestimmt werden. Deshalb fordern wir von den Be-

hördern eine klare Zusage für die Industrie, damit diese weiter

wachsen kann.

Ein anderes Thema, das auch für den Standort Spanien

entscheidend ist, ist die mit der industriellen Tätigkeit

verknüpfte Infrastruktur. Wie beurteilen Sie die Situation

und den Anschluss an den Rest Europas und die Häfen?

Zweifelsohne gehen dieWachstumschancen notwendigerweisemit

der Entwicklung der Infrastruktur für denGütertransport einher. Die

internationale Spurbreite ist eine unerlässlicheVoraussetzung. Eine

klarewirtschaftliche Benachteiligung des Schienengütertransports

zwischen Spanien und dem Rest Europas stellt derzeit der Unter-

schied zwischen der spanischen und der europäischen Spurbreite

dar, so dass der Prozentsatz des Schienentransports hier viel ge-

ringer ist als in den zentraleuropäischen Ländern. Der Sektor fordert

Container, die voll ankommen und voll abfahren. Sei es per Zug

oder per Schiff. Dies ist auch für die Häfen auf der mediterranen

Achse entscheidend und wesentlich, insbesondere wenn wir be-

rücksichtigen, dass sie verglichen mit den Häfen an der Nordsee

bezüglich der auf See verbrachten Tage einen Wettbewerbsvorteil

auf Routen vomund in den Nahen Osten sowie von und nach Asien

haben. Ohne diese Zusage könnten zukünftigeWachstumsprojekte

von Marktteilnehmern und Anlegern bedroht sein.

UmaufdenGütertransportzurückzukommen:DieBASFhateinProjekt

für denBaueines intermodalenTerminals in seiner Produktionsstätte

inTarragona. Der Bau des intermodalenTerminals wird uns erlauben,

das Terminalnetz zu vervollständigen, über daswir schon in Ludwigs-

hafen und in Antwerpen (Belgien) verfügen. Das Terminal bedeutet

eine Investition von 30Millionen zwischen der BASF und ihren Logis-

tikpartnern. Dafür ist es aber nötig, dass zuerst dieeuropäischeSpur-

breitenachTarragonakommt.Wennsiegebautist,würdediePlattform

einer „Autobahn” gleichkommen, die uns mit dem Zentrum Europas

verbindet. Dies würde uns ermöglichen, Rohstoffe hierher zu bringen

und Fertigprodukte von dem Standpunkt der Logistik aus sicherer

und wettbewerbsfähiger zu exportieren. Es wäre eine Plattform, die

für Waren des chemischen Clusters in Tarragona und dritter Unter-

nehmen offen ist, deren Wettbewerbsfähigkeit damit auch anstiege.

Wenn wir diese Bahnanbindung mittelfristig nicht erhalten, wird uns

dies verglichenmit anderenRegionen ineinebenachteiligte Lage ver-

setzen,undderInvestitionsappetitderBASFkönntesinken.DerFaktor

Infrastruktur ist für uns von wesentlicher Bedeutung, denn er ist ein

kritischer Faktor für dieWettbewerbsfähigkeit.

Um die aktuelle

Time-to-Market

für Produkte wie Pflan-

zenschutzmittel zu senken, hat die chemische Industrie

die Initiative ergriffen, eine einzige zentrale Bewertungs-

behörde wie in anderen Ländern zu fordern, also ein einzi-

ges Gremium, das die Pflanzenschutzmittel in Spanien be-

wertet und registriert. Welche Schwierigkeiten stellt das

aktuelle Meldesystem in Spanien dar und was wird von ei-

ner einzigen zentralen Behörde erwartet?

Unserer Ansicht nachwäre eineMöglichkeit der Beschleunigungder

Bewertungsprozesse neuer Technologien tatsächlich die Schaffung

einer einzigen Behörde für die Registrierung der Inhaltswirkstoffe,

die sich bis jetzt unter der Aufsicht zweier Ministerien befindet:

nämlich des Landwirtschafts- und Gesundheitsministeriums. Es

wäre ein sehr nützliches Instrument, umdie Effizienz der Prozesse

zugunsten der spanischen Landwirtschaft voranzutreiben und zu

beschleunigen und so innovativeWerkzeuge verfügbar zumachen,

die die Landwirte benötigen. Spanien ist nicht das einzige Land,

dass eine Veränderung in diesem Sinne in Erwägung zieht. Ähnli-

ches passiert auch in so bedeutenden Ländern wie Deutschland,

das sich aktuell auch in einer sehr komplexen Lage befindet. Das

ist ein heikles und für uns äußerst wichtiges Thema.

Mit einer Investition von 1,8 Milliarden Euro in F&E+I auf

globaler Ebene im Jahr 2015 – was 2,5 Prozent des Ge-

samtumsatzes entspricht – ist Innovation die DNA Ihres

Unternehmens. Wie sieht diese konstante Anstrengung

der Transformation und Erneuerung auf lokaler Ebene aus?

Welches Innovationsmodell verfolgt Ihr Unternehmen?

Die BASF ist eines der innovativsten Unternehmen weltweit. Inno-

vation ist unsereTriebkraft. Unsere Strategie „We create chemistry”

ist auf Innovation ausgerichtet. Die BASF führt kontinuierlich

Standort Spanien