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Trotz alledem warnen viele Experten, unter anderem im Bericht

„(ISC)2 Global Information Security Workforce Study“, vor einem

unmittelbar bevorstehenden Mangel an Spezialisten im Bereich

der Cyber-Security. Nach ihrer Berechnung wird es im Jahr 2020

an 1,5 Millionen Spezialisten in Cybersicherheit fehlen, dabei

wird der Sektor fast sechs Millionen Arbeitsplätze bieten. Um

dieser Situation entgegenzutreten, machen sich die Experten

von Kaspersky dafür stark, ein Bündnis zwischen dem Sektor

und dem Bildungswesen zu schaffen. Etliche Unternehmen nut-

zen dazu bereits verschiedene Arten von Mitarbeitertraining als

„Schocktherapie“, so werden zum Beispiel E-Mails mit einge-

bauten Spamfallen an die Angestellten verschickt oder sie be-

kommen einen mit einem Computervirus infizierten USB-Stick

geschenkt. Durch derartige Techniken kann gemessen werden,

wie hoch der Grad der Sensibilisierung im Bereich der Cybersi-

cherheit in einer Firma ist.

Neue EU-Regelung: Mehr Transparenz und Schutz

Neben dieser stärkeren Bewusstseinsbildung fordern die Exper-

ten in Cybersicherheit mit Nachdruck, dass derartige Attacken

angezeigt und öffentlich gemacht werden, was jedoch aus Angst

vor einem potenziellen „Prestigeverlust“ ihrer Marke von 46 Pro-

zent der europäischen Unternehmen abgelehnt wird, wie Daten

der Unternehmensberatung Grant Thornton zeigen. Ganz im Ge-

genteil dazu empfiehlt Frédéric Thenault, Gründer und CEO von

Syneidis: „Wenn eine Cyberattacke stattgefunden hat, ist es rat-

sam, transparent zu sein und die Kunden darüber zu informie-

ren, dass ihre Daten möglicherweise kompromittiert wurden, so

dass sie ihre Passwörter ändern können.“

In genau dieselbe Richtung weist eine neue, ab Mai 2018 gültige

EU-Regelung: Die EU-Datenschutz-Grundverordnung sowie die

NIS-Direktive (Network and Information Security). Diese Regel-

änderung soll „den Nutzer stärken, indem sie ihm Werkzeuge

wie das neue Widerspruchsrecht gegen das Erstellen von Profi-

len oder das Recht auf das ‚Vergessenwerden’ zur Verfügung

stellt, die ihn zum Herr seiner Daten machen“, erklärt Pablo Gar-

cía Mexía, Mitbegründer von Syntagma, dem Zentrum für Strate-

gische Studien.

Unter der neuen Regelung, deren Nichteinhaltung eine Strafe

von bis zu 20 Millionen Euro nach sich ziehen kann, sind alle Un-

ternehmen dazu verpflichtet, eventuell auftretende Sicherheits-

lücken und unbefugte Zugriffe fristgerecht zu melden und dieje-

nigen Kunden, deren Daten möglicherweise betroffen sind, über

die Details zu informieren.