20 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2026 Partner).“ Laut dem Dokument derselben Institution mit dem Titel „Asymmetrie und Reibung überwinden: Vorschläge zur Verbesserung der spanisch-deutschen Beziehungen in der EU“ von Paula Oliver Llorente, Miguel Otero und Florian Kommer müssen allerdings Fortschritte bei bestimmten Reibungspunkten erzielt werden – etwa bei Spaniens Eintreten für eine stärkere gemeinsame europäische Finanzierung, gegen die Deutschland einwendet, gemeinsame Schulden könnten die Anreize für Haushaltsdisziplin auf nationaler Ebene schwächen. Paradox ist, dass die Spanier der Studie zufolge ein besseres Bild von Deutschland haben als von ihrem eigenen Land, 61 Prozent der Befragten das Land jedoch noch nie besucht hatten, während ein anderes Barometer von Ende 2024 ergab, dass 73 Prozent der Deutschen bereits in Spanien gewesen waren (Faktor Tourismus) – fast ein Drittel davon sogar mehr als viermal. In jedem Fall muss die Annäherung strategisch erfolgen, denn sie ist in einer Zeit großer Herausforderungen entscheidend: die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China; der Wandel großer Industriesektoren wie Automobil, Energie, Digitalisierung (die gewaltige und unaufhaltsame „Datenökonomie“) oder Verteidigung; die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit, industrielle Leistungsfähigkeit, Innovation und Talente miteinander zu verbinden. „Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Spanien und Deutschland“, sagt Eszter Wirth, Professorin für Internationale Wirtschaft an der Comillas ICADE, „gehen weit über den sichtbaren Austausch wie Tourismus oder Automobilindustrie hinaus. Die Energiewende ist eines der besten Beispiele: Spanien verfügt über ein erhebliches Potenzial an Wind- und Solarenergie sowie über eine in Europa herausragende LNG-Infrastruktur: sieben Regasifizierungsanlagen, hohe Speicherkapazitäten und eine geografische Lage, die es ermöglicht, Gas von anderen Kontinenten aufzubereiten. Diese Infrastruktur hat seit dem Krieg in der Ukraine an Bedeutung gewonnen und rückt angesichts der Konflikte im Nahen Osten erneut in den Fokus. Das tatsächliche Potenzial dieses Vorteils wird jedoch davon abhängen, ob es gelingt, die Energieverbindungen zwischen der Iberischen Halbinsel und dem übrigen Kontinent auszubauen.“ Wirth betont daher die Notwendigkeit für die deutsche Industrie, „für mehr Energiesicherheit und Diversifizierung zu sorgen und die Dekarbonisierung voranzutreiben – und Spanien kann dabei ein zentraler strategischer Partner sein. Die Zusammenarbeit muss sich nicht auf die Gasversorgung beschränken: Sie kann Infrastruktur, Speicherung, auf erneuerbaren Energien basierende Stromnetze und neue Energietechnologien umfassen.“ In einem zunehmend polarisierten politischen Umfeld haben Spanien und Deutschland somit eine einmalige Chance: „Sie müssen zeigen, dass Zusammenarbeit, Dialog und die Fähigkeit, Einigungen zu erzielen, nach wie vor Wirtschaftsfaktoren von höchster Bedeutung sind.“ Es gibt bereits Synergien, unterstützt von Institutionen beider Länder wie Invest in Spain und Germany Trade & Invest, die die makroökonomischen Beziehungen fördern. Breites Branchenspektrum Ob Mobilität und Automobilindustrie, Energie und Infrastruktur, Digital- und Datenwirtschaft, Chemie- und Gesundheitsindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung: Dieses echte Dream Team mitten in der Reindustrialisierung des 21. Jahrhunderts gilt es in Quelle: Europäische Kommission, Frühjahrsprognose 2026 (21. Mai 2026) Makroökonomische Kennzahlen Reales BIP-Wachstum 2026 (Prognose) Arbeitslosenquote 2026 (Prognose) HVPI-Inflation 2026 (Prognose) Öffentlicher Schuldenstand 2025 (% des BIP) Öffentlicher Finanzierungssaldo 2025 (% des BIP) +2,6% 9,8% 104,2% 4,0% 5,9% 63,4% 81,7% -3,0%-2,1% -2,8% 2,7% 2,2% 2,8% +1,4% +0,3% Spanien Deutschland EU-Durchschnitt
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