Revista/Zeitschrift 2026-02 | Cámara de Comercio Alemana para España | AHK Spanien

34 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2026 Die Debatte über die digitale Infrastruktur Spaniens hat sich weitgehend auf Rechenzentren konzentriert, doch das Ökosystem geht weit darüber hinaus: Hochkapazitätsverbindungen, Cloud-Plattformen, Edge Computing, Managed Services, Cybersicherheit und KI-Kompetenzen. Welche Rolle müssen europäische Technologiebetreiber wie T-Systems spielen, damit Spanien diese Infrastruktur in eine echte produktive Ebene im Dienst von Unternehmen, Industrie und europäischer Wettbewerbsfähigkeit umwandelt? Rechenzentren sind ein wesentliches Element, aber wir können digitale Infrastruktur nicht auf Speicher- oder Rechenkapazität reduzieren. Die eigentliche Transformation findet statt, wenn wir diese Infrastruktur mit Cloud-Plattformen, Managed Services, Cybersicherheit, Edge Computing, Datenanalyse und dem Einsatz von KI in realen Geschäftsprozessen verbinden – und das auf souveräne Weise. Genau das muss die Rolle europäischer Technologiebetreiber wie T-Systems sein: die Infrastruktur in eine produktive, sichere und nützliche Ebene für Unternehmen, Industrie und Verwaltungen umzuwandeln. Es reicht nicht aus, über technologische Kapazität zu verfügen; es gilt, Organisationen dabei zu begleiten, wie sie diese übernehmen, in ihre Abläufe integrieren und in Effizienz, Resilienz und neue Geschäftsmodelle überführen – in dem Wissen, dass ihre Daten stets in Europa verbleiben. In Spanien verfügen wir über bedeutende Kapazitäten. Unsere private Cloud-Region für Südeuropa in Barcelona mit geschäftskritischen Rechenzentren erbringt Dienstleistungen für öffentliche Einrichtungen, die Millionen von Bürgerinnen und Bürgern versorgen, sowie für Fabriken in kritischen Industriezweigen. Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch in der Kombination dieser Infrastruktur mit Branchenkenntnis, Sicherheit, regulatorischer Compliance und einem 24/7-Betrieb. Die europäische digitale Souveränität ist zu einer erklärten Priorität von Brüssel und den Mitgliedstaaten geworden, erfordert aber echte Alternativen zu den großen nicht-europäischen Hyperscalern. T-Systems hat mit T Cloud Public und der Industrial AI Cloud einen sehr klaren Schritt unternommen und plant ab 2028 die Integration von Hardware-Souveränität. Warum ist es für Europa strategisch unverzichtbar, über eine eigene Cloud und eine eigene künstliche Intelligenz zu verfügen, welche Risiken gibt es, wenn es darauf verzichtet – insbesondere in regulierten Sektoren wie Banken, Gesundheit oder öffentlicher Verwaltung – und welche Rolle soll Spanien in dieser europäischen Architektur spielen? Wenn wir von digitaler Souveränität sprechen, geht es nicht nur darum, wo Daten gespeichert werden, sondern darum, wer sie verwaltet, unter welcher Rechtsordnung sie geschützt werden, mit welchen Garantien sie verarbeitet werden und welche Fähigkeit wir haben, Innovation zu entwickeln, ohne von kritischen Infrastrukturen abhängig zu sein, die wir nicht kontrollieren. In diesem Sinne kann Europa nicht auf eine eigene Cloud und eine eigene KI verzichten, denn dort wird ein Großteil seiner künftigen Wettbewerbsfähigkeit entschieden – und Spanien kann in dieser europäischen Architektur eine Schlüsselrolle spielen, dank seiner Talente, seiner industriellen Kapazitäten und seiner Position als Technologie-Hub Südeuropas. KI benötigt große Datenmengen, Rechenkapazitäten und sichere Umgebungen für das Training und den Einsatz von Modellen. Hängt dieser gesamte Prozess von Dritten ab, läuft Europa Gefahr, zum Nutzer von Technologie zu werden, aber nicht zum Gestalter ihrer Entwicklung. Dies ist besonders kritisch in regulierten Sektoren wie Banken, Gesundheit oder öffentlicher Verwaltung, wo Vertrauen, betriebliche Kontinuität, Datenschutz und Compliance unverzichtbare Voraussetzungen sind. Mit T Cloud Public und der Industrial AI Cloud wollen wir eine hyperskalierbare, sichere und dem EU-Recht entsprechende europäische Alternative bieten und klar den Weg zu mehr technologischer Souveränität weisen. Standort Spanien „Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Spanien darf nicht als eine reine Handelsbeziehung verstanden werden, sondern als eine Allianz zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.“ Foto: T-Systems

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