33 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2026 Herr Polo, das AHK-Frühjahrsbarometer 2026 bestätigt erneut die Attraktivität Spaniens für deutsche Unternehmen, nachdem der spanische Technologiesektor 2025 mit zweistelligen Wachstumsraten abgeschlossen hat. Wie würden Sie aus Ihrer Perspektive die aktuelle Situation Spaniens als Standort für deutsche Industrie- und Dienstleistungsunternehmen beschreiben, insbesondere für diejenigen, die digitale Kompetenzen im Land aufbauen und von dort aus auf andere Märkte ausrollen wollen? In den letzten Jahren hat Spanien eine sehr starke Kombination aus Talenten, Infrastruktur, betrieblicher Stabilität, Innovationsfähigkeit und natürlicher Verbindung zu anderen Märkten – insbesondere Europa und Lateinamerika – konsolidiert. Für deutsche Unternehmen, die in Spanien traditionell einen soliden Industriepartner gefunden haben, entwickelt sich das Land nun auch zu einer Technologieplattform, von der aus sich fortgeschrittene digitale Kompetenzen entwickeln lassen. Das sehen wir bei T-Systems sehr deutlich. Seit 25 Jahren sind wir in Spanien präsent und haben Projekte für öffentliche Verwaltungen und Schlüsselbranchen wie Automobil, Fertigung, Gesundheit, Finanzen, Einzelhandel oder Versorgungswirtschaft umgesetzt. Heute ist Spanien ein bedeutender Markt für das Unternehmen und ein Hub, von dem aus wir Technologiedienstleistungen für internationale Kunden erbringen, die sich auf unsere Kompetenzzentren in Granada und Reus stützen. Außerdem zeigt das Wachstum des spanischen Technologiesektors, dass eine echte Nachfrage nach Digitalisierung, Cloud, Cybersicherheit, Daten und künstlicher Intelligenz besteht. Die Chance liegt darin, diese Dynamik in industrielle Wettbewerbsfähigkeit umzuwandeln. Spanien kann eine bedeutende Rolle in der europäischen digitalen Agenda spielen, wenn es weiterhin auf Talente, Innovation, öffentlich-private Zusammenarbeit und souveräne Technologieinfrastrukturen setzt. Die digitale Souveränität ist zu einer der großen strategischen Koordinaten im heutigen Europa geworden. Mit seinem T-Cloud-Ökosystem und insbesondere mit T Cloud Public — der hyperskalierbaren europäischen Cloud der Deutschen Telekom — sowie der Industrial AI Cloud mit 10.000 GPUs in Deutschland hat sich T-Systems an die Spitze der europäischen Alternativen zu den großen US-amerikanischen und chinesischen Hyperscalern gesetzt. In diesem Kontext beschäftigt T-Systems Iberia heute rund 3.800 Fachkräfte in Spanien und hat seinen Hauptsitz im digitalen Technologieviertel 22@ in Barcelona. Von dort aus und über seine Kompetenzzentren in Granada und Reus bietet das Unternehmen digitale Lösungen für den privaten und öffentlichen Sektor auf nationaler wie internationaler Ebene. Das Kompetenzzentrum Granada – seit 2016 in Betrieb, mit über 700 Fachkräften – entwickelt in enger Zusammenarbeit mit der Universität Granada Projekte in den Bereichen KI, Big Data, Cloud, Datenräume und elektronische Verwaltung. Die Aktivitäten dieser Hubs stärken Spaniens Rolle innerhalb der europäischen Technologiestrategie der Gruppe, auch durch die Beteiligung an Initiativen wie GAIA-X, Catena-X oder Cofinity-X, die auf den Aufbau souveräner digitaler Infrastrukturen, industrieller Datenräume und sicherer Modelle für den Datenaustausch zwischen Unternehmen ausgerichtet sind. Seit 2017 steht Osmar Polo als CEO für Spanien und Portugal der Deutschen Telekom-Gruppe an der Spitze von T-Systems Iberia, mit fast zwei Jahrzehnten Berufserfahrung im Unternehmen und einer Laufbahn, die auch Brasilien und Deutschland umfasst. Bis Anfang Juni dieses Jahres war er zudem Präsident der Deutschen Handelskammer für Spanien und vertrat in dieser Funktion die strategische Rolle Spaniens und die bilateralen Beziehungen im neuen digitalen und industriellen Europa. Standort Spanien Foto: T-Systems
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