73 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2026 eine Zweizimmerwohnung mittlerweile höher als das monatliche Durchschnittseinkommen in Portugal. Außenhandel: Prognose nach unten revidiert Die Prognose der EU-Kommission vom Mai 2026 sieht beide Seiten der Außenhandelsbilanz zwar im Plus. Gegenüber der vorangegangenen Prognose hat sie den Zuwachs bei den Exporten für das Jahr 2026 aber von 1,5 auf 0,6% gesenkt. Grund dafür ist vor allem die größere Unsicherheit im Welthandel, unter anderem durch die Zollpolitik von US-Präsident Trump. Die Dienstleistungsexporte wiederum profitieren vom anhaltenden Tourismusboom. Die Importe sollen 2026 um 2% zunehmen. Verfügbarkeit von Fachkräften: zwei Seiten einer Medaille Der Ausbildungsstand in Portugal wird insbesondere im universitären Bereich von Unternehmen häufig gelobt. Ein Grund dafür ist die hohe Belegung wirtschaftsrelevanter Studienfächer. Der Anteil der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) liegt bei etwa 30% und damit über dem EU-Durchschnitt. Deutsche Unternehmen in Portugal schätzen am lokalen Personal neben den Fachkenntnissen auch Motivation, Flexibilität und Lernbereitschaft. Der Statistikdatenbank Pordata zufolge schlossen 2025 rund 109.500 Menschen in Portugal ein Universitätsstudium ab. Das entspricht einem Zuwachs von 6,5% gegenüber dem Vorjahr. Darunter waren 36.700 Absolventinnen und Absolventen der Fachrichtungen Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Recht Die Regierung hat in den letzten Jahren Haushaltsüberschüsse erzielt. Den gestiegenen Handlungsspielraum hat sie für die Schuldentilgung sowie für Absenkungen bei der Einkommen- und der Körperschaftsteuer für Unternehmen genutzt. Für 2026 wird jedoch mit einem leichten Defizit gerechnet. Grund ist unter anderem, dass die Regierung den von größeren Sturmschäden betroffenen Haushalten und Unternehmen finanzielle Unterstützung angeboten hat. Investitionen: Fördermittel sorgen für Anstieg Im Jahr 2026 sollen die Investitionen um 3,9% steigen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch den Endspurt bei den NextGenerationEU-Fonds der aktuellen Finanzperiode 2021 bis 2026. Von den 21,9 Milliarden Euro an Zuschüssen und Krediten, mit denen Portugal Unternehmen und Infrastrukturprojekte unterstützen konnte, sind bis Anfang Juli 2026 etwa 68% bei der EU abgerufen worden. Insbesondere bei den Bauinvestitionen rechnet die EU-Kommission mit einem größeren Plus von rund 5%. Hier sorgen Projekte im Infrastrukturbereich für Impulse. So laufen beispielsweise Arbeiten an der Schnellzugstrecke zwischen Évora und Elvas. Die Trasse ist ein wichtiges Verbindungsstück für die künftige Direktverbindung zwischen Lissabon und Madrid, und damit ein Puzzlestück für den Ausbau der europäischen Verkehrskorridore im Schienenbereich (Atlantikkorridor). Konsum: Ausblick für die private Nachfrage bleibt positiv Ein Wachstumstreiber für die portugiesische Wirtschaft bleibt der private Konsum. Ihn stärkt ein weiterer Anstieg der Beschäftigung, auch wenn der Zuwachs etwas nachlässt. Insgesamt fallen die Aussichten für die Nachfrage der Haushalte mit einem Plus von 1,9% für 2026 und 2,3% für 2027 positiv aus. Problematisch bleibt jedoch das immer teurere Wohnen. Laut nationalem Statistikamt haben die Mieten bei Neuverträgen im 1. Quartal 2026 um 10% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zugelegt. In der Hauptstadt Lissabon ist die Miete für Portugals wirtschaftliche Entwicklung bleibt stabil Reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % * Prognose Quelle: Europäische Kommission, Mai 2026 2025 2026* 2027* BIP 1,9% 1,7% 1,8% Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) 1,0% 0,1% 0,2% Bruttoanlageinvestitionen 3,6% 3,9% 1,6% Privater Verbrauch 3,5% 1,9% 2,3% Die deutschen Einfuhren aus Portugal haben stark zugenommen In Milliarden Euro 1) Quelle: Eurostat Juni 2026 1 Warenhandel; 2 Free on Board (fob); 3 Cost, Insurance, Freight (cif.) 12 11 10 9 8 7 2021 2022 2023 2024 2025 Deutsche Ausfuhren 2) Deutsche Einfuhren 3)
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