Revista/Zeitschrift 2026-03 / Cámara de Comercio Alemana para España / AHK Spanien

37 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2026 Standort Spanien Ich glaube, einer der Hauptgründe dafür, dass Henkel es auf 150 Jahre gebracht hat, liegt gerade in der Fähigkeit, langfristiges Denken mit ständiger Anpassung zu verbinden. Die beiden Konzepte mögen gegensätzlich erscheinen, ergänzen sich in Wirklichkeit aber sehr gut. Dass rund 60 Prozent des Kapitals weiterhin in den Händen der Gründerfamilie liegen, sorgt für Stabilität und ermöglicht Entscheidungen, die in Generationen denken und nicht nur in Quartalsergebnissen. Diese Perspektive war entscheidend, um technologische Umbrüche, industrielle Transformationen, Wirtschaftskrisen und sogar globale Konflikte zu bewältigen, ohne den strategischen Kurs zu verlieren. Ein langlebiges Familienunternehmen kann es sich allerdings nicht leisten, übermäßig konservativ zu sein. Henkel hat sich immer wieder neu erfunden und dabei auf Innovation, Nachhaltigkeit und neue Wachstumschancen gesetzt. Unser Klebstoffgeschäft zum Beispiel entstand ursprünglich, um einen internen Bedarf zu decken – heute hat es uns zum Weltmarktführer der Branche gemacht. Diese Kultur ist auch im Alltag von Henkel Ibérica sehr präsent. Sie zeigt sich in Vertrauen, Verantwortung, Nähe und Engagement für die Menschen. Wir arbeiten gern mit einer langfristigen Perspektive, investieren in Talente, bauen Kompetenzen auf, die noch in vielen Jahren Wirkung entfalten werden, und pflegen eine Kultur, in der Innovation und Unternehmergeist weiterhin zentrale Elemente sind. In gewisser Weise handeln wir nach wie vor wie ein Pionierunternehmen – selbst nach anderthalb Jahrhunderten Firmengeschichte. Qualifizierte Fachkräfte sind für deutsche Unternehmen in Spanien eine der größten Herausforderungen und einer der größten Standortvorteile zugleich. Wie geht Henkel die Gewinnung, Entwicklung und Bindung der Talente an, die seine Hubs in Barcelona benötigen, und welche Rolle spielt Spanien als Talentquelle für den Konzern auf internationaler Ebene? Talente sind wahrscheinlich einer der entscheidendsten Erfolgsfaktoren für jede Organisation und zugleich eine der großen Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. In unserem Fall hat das Wachstum der internationalen Hubs noch deutlicher gemacht, wie wichtig es ist, hochqualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, zu entwickeln und zu binden. Barcelona bietet uns einen entscheidenden Vorteil. Dank ihrer globalen Ausstrahlung, ihrer Universitäten, ihres Unternehmensumfelds und ihrer Lebensqualität übt die Stadt eine große Anziehungskraft auf internationale Talente aus. Heute arbeiten in unseren Teams Fachleute aus mehr als zwanzig Nationen gemeinsam für zahlreiche europäische Märkte. Doch Talente zu gewinnen, ist nur ein Teil der Gleichung. Ebenso wichtig ist es, Entwicklungsmöglichkeiten, internationale Mobilität, kontinuierliches Lernen und berufliches Wachstum zu bieten. Bei Henkel setzen wir auf eine Kultur, die auf Zusammenarbeit, Vielfalt und Eigenverantwortung beruht. Wir möchten, dass Menschen internationale Karrieren aufbauen können, ohne das Umfeld verlassen zu müssen, in dem sie den größten Mehrwert schaffen. Zudem zieht Spanien nicht nur Talente an, es bringt sie auch hervor. Wir sehen immer mehr hier ausgebildete Fachkräfte, die regionale oder globale Verantwortung in der Unternehmensgruppe übernehmen. Deshalb sind wir überzeugt, dass sich die Rolle Spaniens deutlich gewandelt hat: Das Land ist nicht mehr nur ein Standort, von dem aus wir tätig sind, sondern eine strategische Talentquelle für Henkel weltweit. Zum Schluss: Europa diskutiert derzeit über seine Zukunft als Industriestandort und darüber, ob es gegenüber den USA und Asien wettbewerbsfähig bleiben kann. Wie stellen Sie sich vor diesem Hintergrund die Zukunft Ihrer Branche mittelfristig vor, und welche Rolle soll Henkel Ibérica bei dieser Entwicklung spielen? Europa steht vor einem entscheidenden Jahrzehnt. Digitale Transformation, Energiewende, globaler Wettbewerb und geopolitische Veränderungen definieren die Spielregeln für die Industrie neu. Die große Herausforderung wird darin bestehen, wettbewerbsfähig zu bleiben, ohne unsere Innovations-, Nachhaltigkeits- und Qualitätsstandards aufzugeben. Ich bin optimistisch, denn Europa verfügt nach wie vor über außergewöhnliche Stärken: Talente, wissenschaftliche Kompetenz, weltweit „Spanien zieht nicht nur Talente an, es bringt sie auch hervor“ Foto: Henkel

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