Revista/Zeitschrift 2026-03 / Cámara de Comercio Alemana para España / AHK Spanien

35 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2026 Herr Orbea, die Europäische Kommission zählt Spanien in ihren jüngsten Berichten erneut zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der EU, und unser AHKBarometer zeigt seit vielen Ausgaben, dass deutsche Unternehmen ihre Geschäfte in Spanien sehr positiv bewerten. Wie beurteilen Sie bei Henkel die aktuelle Lage Spaniens als Unternehmens- und Investitionsstandort? Und wo sehen Sie das größte Potenzial, um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Spanien und Deutschland weiter zu stärken? Spanien erlebt als Investitionsstandort derzeit eine sehr positive Phase. Das zeigen sowohl die Wirtschaftsindikatoren als auch das anhaltende Vertrauen der im Land etablierten deutschen Unternehmen. Wir bei Henkel teilen diese Einschätzung. Spanien vereint Faktoren, die für jedes internationale Unternehmen sehr attraktiv sind: eine solide industrielle Basis, eine wettbewerbsfähige Infrastruktur, eine strategisch günstige geografische Lage, ein zunehmend dynamisches Innovationsökosystem und vor allem hochqualifizierte Fachkräfte. Unsere eigene Erfahrung ist ein gutes Beispiel dafür. In den vergangenen Jahren haben wir unsere Präsenz in Spanien durch Investitionen in Produktion, Logistik und Dienstleistungen mit internationaler Reichweite deutlich ausgebaut. Heute verfügen wir über ein strategisches Werk in Montornès del Vallès, drei europäische Hubs in Barcelona und mehr als 1.200 Beschäftigte auf der Iberischen Halbinsel. Das größte Potenzial für eine weitere Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Spanien und Deutschland sehe ich in Bereichen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Energiewende und industrielle Transformation. Deutschland bringt eine herausragende industrielle und technologische Tradition mit, während Spanien Anpassungsfähigkeit, Talente, Wettbewerbsfähigkeit und eine wachsende Attraktivität für internationale Investitionen bietet. Henkel steht genau für diese Verbindung. Wir sind ein deutsches Unternehmen mit starker Verankerung in Spanien und tragen dazu bei, beide Ökosysteme durch Innovation, qualifizierte Arbeitsplätze und langfristige Wertschöpfung miteinander zu verknüpfen. Der 1876 von Fritz Henkel gegründete deutsche Konzern blickt in diesem Jahr auf 150 Jahre Firmengeschichte zurück. Heute erwirtschaftet er einen Jahresumsatz von mehr als 20 Milliarden Euro, beschäftigt rund 50.000 Menschen in über 70 Ländern und ist trotz seiner globalen Größe nach wie vor ein Unternehmen in mehrheitlichem Familienbesitz: Rund 60 Prozent des Kapitals liegen noch immer in den Händen der Gründerfamilie, inzwischen in fünfter Generation. Henkel ist seit 1961 in Spanien vertreten und hat das Land zu einem der wichtigsten Märkte des Konzerns in Europa gemacht. Barcelona hat sich zudem als einer der strategischen Standorte des Unternehmens in Europa etabliert: Neben dem Werk in Montornès del Vallès, das seit über 60 Jahren in Betrieb ist und in das in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als 100 Millionen Euro investiert wurden, beherbergt die Stadt inzwischen drei internationale Hubs des Konzerns – der jüngste wurde im vergangenen April eröffnet. In diesem Jubiläumsjahr war die spanische Tochtergesellschaft zudem an einem der symbolträchtigsten Architekturprojekte der Welt beteiligt: Die Loctite-Klebstoffe von Henkel spielten eine Schlüsselrolle bei der Fertigstellung der sechs zentralen Türme der Sagrada Familia, die am 10. Juni eingeweiht wurden. Adrian Orbea ist seit zwei Jahrzehnten bei Henkel tätig. Bevor er nach Barcelona zurückkehrte, hatte er internationale Führungsaufgaben in Düsseldorf, Wien und Mexiko-Stadt inne. Seit Januar 2025 ist er Präsident von Henkel Ibérica und zugleich Geschäftsführer des Bereichs Klebstoffe für Konsumgüter und Bauwesen in Spanien und Portugal. Standort Spanien Foto: Henkel

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