Revista/Zeitschrift 2026-03 / Cámara de Comercio Alemana para España / AHK Spanien

25 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2026 Vernetzte Zusammenarbeit Gerade jetzt, da die Europäische Kommission ihren Vorschlag für eine Verordnung zur Stärkung des europäischen Innovationsökosystems (European Innovation Act) vorgelegt hat, darf die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Spanien im Technologiebereich nicht fehlen. Ein Beispiel dafür ist die Arbeit von Joerg Widmer, wissenschaftlicher Direktor, und seinem Team bei IMDEA Networks, einem der Autonomen Gemeinschaft Madrid angegliederten Institut und internationalen Referenzzentrum für Telekommunikation. Widmer verweist auf ein herausragendes Beispiel: „Bei IMDEA Networks arbeiten wir seit mehr als zehn Jahren an der nächsten Generation von Mobilfunknetzen: an Millimeterwellen-Kommunikation und an der Integration von Sensorik und Kommunikation. Die Auswirkungen auf die Industriepolitik sind beträchtlich. Wer diese Technologie anführt, wird nicht nur das Netz liefern, sondern auch einen Teil der Produktionsausrüstung. Reindustrialisierung und Forschung zu drahtlosen Technologien sind daher ein und dieselbe politische Frage.“ Laut Widmer „tragen Deutschland und Spanien komplementäre Elemente dieser Technologie bei. Im europäischen Projekt PRIME6G, das im Juni 2026 im Rahmen der EU-Partnerschaft „Smart Networks and Services“ ins Leben gerufen wurde, bringt ein von der Universität Carlos III in Madrid koordiniertes Konsortium IMDEA Networks, Telefónica sowie spanische Unternehmen aus den Bereichen Robotik und Kommunikation mit Siemens und der Forschungsfabrik ARENA2036 in Stuttgart zusammen. Wir leiten den Anwendungsfall, in dem das Netz selbst in Echtzeit und auf sichere Weise einen digitalen Zwilling der Produktionshalle erzeugt. Die Technologie wird in Forschungslaboren in Madrid, München und an anderen Orten in Europa entwickelt und in einer Fertigungsumgebung in Stuttgart integriert. Kein Land könnte dieses Pilotprojekt allein umsetzen.“ „Mein eigener beruflicher Werdegang folgt demselben Weg. Nach meiner Promotion in Deutschland und mehreren Jahren als Leiter einer Forschungsgruppe im Münchner Labor eines japanischen Mobilfunkbetreibers bin ich vor sechzehn Jahren zu IMDEA Networks nach Madrid gewechselt und arbeite seitdem dank eines Bessel-Forschungsstipendiums der Humboldt-Stiftung und eines MercatorStipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft weiterhin mit deutschen Kollegen zusammen, insbesondere von der Technischen Universität Darmstadt“, so Widmer abschließend. Und er fügt einen hoffnungsvollen Vorschlag hinzu: „Die Zusammenarbeit zwischen der deutschen Industrie und der spanischen Forschung sollte gezielt gestaltet werden. Dazu sollten beide Regierungen ihre nationalen 6G-Programme so konzipieren, dass sie deutsche industrielle Pilotprojekte von Anfang an mit spanischer Forschung und spanischen Testbed-Kapazitäten verbinden, statt sich darauf zu verlassen, dass europäische Ausschreibungen beide Seiten zusammenbringen.“ Gipfel der deutsch-spanischen Zusammenarbeit Das X. Deutsch-spanische Unternehmerforum findet am 29. Oktober im Auditorium der Fundación Rafael del Pino in Madrid statt und rückt insbesondere die Herausforderungen von Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz in den Mittelpunkt. Paco Pérez Botello, Präsident der AHK Spanien, und Heiko Thoms, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Spanien, eröffnen die Veranstaltung, die zwei Podiumsdiskussionen und zwei Keynotes umfasst: von Pablo García-Berdoy, dem ehemaligen spanischen Botschafter in Deutschland und späteren Ständigen Vertreter Spaniens bei der Europäischen Union, sowie von Miguel Ángel López Borrego, CEO der thyssenkrupp AG. Spanien als Investitionsstandort Laut dem AHK World Business Outlook, einer weltweiten, von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) koordinierten Umfrage unter mehr als 3.500 deutschen Unternehmen, „liegt Spanien unter den von deutschen Unternehmen am besten bewerteten internationalen Standorten über dem europäischen Durchschnitt und bleibt auch in einem von größerer Vorsicht geprägten wirtschaftlichen Umfeld ein attraktives Investitionsziel“. Die Umfrage zeigt überwiegend positive Einschätzungen der aktuellen Lage deutscher Unternehmen in Spanien: 41,3 Prozent bewerten sie als gut und 46 Prozent als befriedigend, während 12,7 Prozent sie als negativ einstufen. Die Unternehmen beschreiben ein stabiles, wenn auch von größerer Zurückhaltung geprägtes Umfeld und sehen Spanien über dem Durchschnitt der Europäischen Union sowie vor Regionen wie Asien oder Lateinamerika. Foto: Deutsche Bank

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