Zeitschrift / Revista Economía Hispano-Alemana 2023-01

21 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2023 überdenken und in vielen Fällen zu kündigen“, argumentiert sie. Der Minister für Integration, soziale Sicherheit und Migrationsfragen, José Luis Escrivá, bezifferte kürzlich die Zahl der täglichen Kündigungen durch Festangestellte in Spanien auf 6.700, obwohl diese weit von den Zahlen der großen amerikanischen Kündigungswelle entfernt liegt. Für Enrique Dans, Professor für Innovation an der IE Business School, „liegt der Unterschied zwischen einer höheren oder niedrigeren Konzentration von geeigneten Mitarbeitern an einem bestimmten Ort darin, wie diese gefördert werden und welche Unterstützungs- und Anreizmechanismen es in den einzelnen Ländern gibt“. Nach Ansicht des Experten ist der Grund für das Defizit an Personal auf dem spanischen Arbeitsmarkt das große Lohngefälle im Vergleich zu den Nachbarländern. „Es wird immer schwieriger, begabte Hochschulabsolventen zu finden, die nach Abschluss ihres Studiums in Spanien bleiben und dort arbeiten wollen. Spanien ist nicht nur außerstande, gute Fachkräfte für Bereiche wie Gesundheitswesen, Forschung oder Ingenieurwesen zu gewinnen, vielmehr sind die spanischen Bildungseinrichtungen darauf ausgerichtet, Absolventen hervorzubringen, die in vielen Fällen gezwungen sind, auszuwandern, um einen Arbeitsplatz mit einem angemessenen Gehalt zu finden“, erklärt er. Infolgedessen warnt Dans vor dem Risiko einer „starken und fortschreitenden Dekapitalisierung des Humankapitals des Landes“ und, als unvermeidliche Folge, vor einem „Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen“ im Vergleich zu den Ländern, die dieses Humankapital erhalten. Employee Value Proposition (EVP) als Anreiz zur Gewinnung vonMitarbeitern Die Fluktuation in spanischen Unternehmen ist 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 45% gestiegen. Diese Steigerung beläuft sich bei großen Unternehmen sogar auf 68%, wie die Daten von Randstad Research zeigen. Als Hauptgründe dafür werden die Suche nach Verbesserungen bei Gehalt bzw. Position und die berufliche Neuausrichtung angegeben. Mit Blick auf das Jahr 2023 erwägen 54% der spanischen Arbeitnehmer, im Laufe des Jahres den Arbeitsplatz zu wechseln. Dies geht aus einem aktuellen LinkedIn-Bericht hervor. Demnach suchen Fachkräfte angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten nach mehr finanzieller Stabilität und neuen Aufgaben, die ihnen ein besseres Gehalt (34%) und eine bessere Work-Life-Balance (31%) sowie mehr Möglichkeiten für persönliches Wachstum und Entwicklung (25%) bieten. Ebenso geben 15% an, dass sie eine Position anstreben, die einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft hat.

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