Revista de la Cámara de Comercio Alemana para España / Zeitschrift der Deutschen Handelskammer für Spanien 03-2021

19 Geschäft, die begleitet sein muss von einer neuen Art und Weise, den Lebenszyklus der Produkte und die Wertschöpfungskette des Unternehmens zu managen. Dies erfordert die Zusammenarbeit eines kompletten Ökosystems und ein Umdenken bezüglich der Rolle, die jeder Akteur im Lebenszyklus eines Produkts spielt – der Verbraucher eingeschlossen.“ Der Fortschritt hin zu dieser neuen Kreislaufwirtschaft geht über ökologische und soziale Überlegungen hinaus und erreicht in vollem Ausmaß das Tagesgeschäft in den Unternehmen. „Eine Firma, die einfach weitermachen will wie bisher, wird keine soziale Legitimität für ihr Geschäft besitzen, und sie wird auch nicht für die Durchbrüche der Zukunft gewappnet sein. Damit Unternehmen in dieser neuen ungewissen, volatilen und höchst disruptiven Umgebung überleben können, ist es unerlässlich, dass sie analysieren, welche Auswirkungen diese systemischen Risiken auf ihre Wertschöpfungskette und ihr Geschäftsmodell haben“, stellt Ruiz fest. Zu dieser Schlussfolgerung kommt auch Ángel Fernández, Präsident der Stiftung für Kreislaufwirtschaft: „Für die Firmen geht es um Subsistenzwirtschaft anstelle eines Modells, das nicht mehr nachhaltig ist.“ Laut Fernández soll das neue Modell „die Erde durch nachhaltiges Wachstum und die Rückführung verfügbarer Ressourcen zurück ins Gleichgewicht bringen, wobei es vielfältige Vorteile für die globale Wirtschaft mit sich bringt, auch was Themen wie die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze und die Gewinnung von Talenten angeht.“ Zirkularität erhält außerdemeinewichtigewirtschaftliche Dimension für diejenigen Unternehmen, die es durch das Recyceln von Rohstoffen und die Wiedereinspeisung von Ressourcen in ihre Produktionsprozesse schaffen, Kosten zu senken und ihre Abhängigkeit vom Markt zu verringern. Es gibt immer mehr Firmen, die – oft in Zusammenarbeit mit anderen Firmen aus derselben oder einer anderen Branche – darauf setzen, Abfällen oder Ressourcen, die „fehl am Platz“ sind, ein neues Leben zu verschaffen. Die deutsche Firma BASF ist hierfür ein gutes Beispiel, denn sie hat Initiativen wie Chemcycling ins Leben gerufen. Dieses Projekt basiert auf einem chemischen Recycling von Plastikabfällen, aus denen neue Rohstoffe hergestellt werden, sodass keine fossilen Ressourcen für die Produktion benötigt werden. In anderen Projekten werden kompostierbare Plastikstoffe entwickelt, die keine Abfälle hinterlassen, oder innovative Materialien, die es möglich machen, Turnschuhe komplett zu recyceln.

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