Revista CCA 2-2020 web v.22 junio

73 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2020 was 440 Millionen Euro entsprach. Der IWF rechnet 2020 mit einem Defizit von 7,1 Prozent und 2021 mit 1,9 Prozent Defizit. Nach der letzten Krise verzeichnete Portugal große Erfolge bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die Quote sank 2019 um 0,7 Punkte auf nurmehr 6,3 Prozent. Die eingeschränkte Wirt- schaftstätigkeit und die geringen Liquiditätspolster mancher Unternehmen lassen 2020 einen Anstieg erwarten. Gemäß den Berechnungen des IWF wird die Arbeitslosenquote 2020 auf 13,9 Prozent hochschnellen. Im Zuge der erwarteten Konjunk- turerholung 2021 soll sie dann auf 8,7 Prozent sinken. Auswirkungen auf Außenhandel, Kfz-Produktion und Tourismus Für Portugal sind die ebenfalls von der Coronakrise betroffenen Länder Spanien, Deutschland und Frankreich die wichtigsten Handelspartner. Dies gilt sowohl mit Blick auf die Importe als auch die Exporte. Besonders eng ist die Verflechtung mit Spa- nien, das selbst stark von Einschränkungen infolge der Bekämp- fung von Covid-19 betroffen ist. Für portugiesische Unternehmen besteht derzeit eine doppelt ungünstige Situation aus einer Ab- schwächung der Konjunktur im Inland und der fehlenden Mög- lichkeit, diese im Außenhandel auszugleichen. Die wichtigsten Partnerländer stehen vor ähnlichen Herausforderungen und ver- zeichnen eine tendenziell ähnliche wirtschaftliche Entwicklung. Portugals wesentlichste Importgüter waren 2018 vor allem Kfz und Kfz-Teile sowie chemische Erzeugnisse. Den Export domi- nierten ebenfalls Kfz und Kfz-Teile, chemische Erzeugnisse so- wie Textilien und Bekleidung. Die Produktion von Fahrzeugen läuft in Portugal wieder an, das Problem besteht jedoch auf der Nachfrageseite. In der Krise Fahrzeuge zu verkaufen, ist weder auf dem Binnenmarkt noch im Ausland einfach. Automobilindustrie der Fall, die als Kunde portugiesischer Lieferanten eine wichtige Rolle spielt. Eine Wiederaufnahme der Lieferungen war bis zum 24. April bereits erfolgt oder stand kurz bevor.“ Eine ruhige und besonnene Grundstimmung zeigt sich auch im Parlament. Oppositionsführer Rui Rio setzte Mitte April 2020 auf einen konstruktiven Kurs zur Lösung der Krise und ver- zichtete auf Konfrontationen. Davon profitieren beide großen Parteien. Die spanische Tageszeitung El País berichtete, dass im April gegenüber dem Vormonat die regierenden Sozialisten (PS) und die oppositionellen Sozialdemokraten (PSD) ihre Um- fragewerte steigern konnten. Auch Ministerpräsident António Costa (PS) und Oppositionsführer Rui Rio (PSD) legten in der persönlichen Bewertung zu. Wirtschaftsleistung soll 2020 um 8 Prozent fallen Anders als in den Vorjahren kann der Tourismus 2020 keinen großen Beitrag zur portugiesischen Wirtschaftsleistung erbrin- gen. Auch die geringeren Aktivitäten in Handel und Industrie auf- grund der Krisenfolgen rücken die ursprünglich anvisierten 1,7 Prozent Wachstum der Wirtschaftsleistung für 2020 in weite Fer- ne. Die genauen Folgen lassen sich wegen der unklaren Krisen- dauer noch nicht abschätzen, jedoch waren im April erste Zahlen im Umlauf. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Portugal 2020 stärker als der Durchschnitt der Euro- zone von Covid-19 betroffen sein wird. Für 2020 rechnet der IWF mit einem Einbruch des portugiesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 8 Prozent. Allerdings erwartet die Institution 2021 mit plus 5 Prozent auch einen starken Impuls der Erholung. Die bisherige Entwicklung mit einer zwischenzeitlich fallenden Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, aber auch dem sich abzeichnenden Ende des Ausnahmezustands bestätigt diese Trends. Die Normalisierung des Wirtschafts- und Alltags- lebens dürfte im Inland einige Impulse geben. Wenn wichtige Handelspartner wie Spanien, Frankreich und Deutschland die Coronakrise zügig überwinden, sollte auch der Außenhandel Portugals wieder anziehen. Für den Tourismus sind die Nach- frageaussichten zwar kurzfristig unklar. Die Coronakrise dürfte aber die Attraktivität des Reiseziels Portugal nicht beein- trächtigen. Haushaltsüberschuss und Staatsverschuldung Risiken durch die Kosten der Krise drohen in punkto Haushalt und Verschuldung. Portugal setzte in den vergangenen Jahren auf eine disziplinierte Haushaltspolitik und konnte die Staats- verschuldung bis Ende 2019 auf 117,7 Prozent des BIP senken. Dieses mühsam erarbeitete Niveau wird in der Krise nicht zu halten sein. Noch im März 2020 konnte Finanzminister Mário Centeno verkünden, dass das Land 2019 zum ersten Mal seit Bestehen der portugiesischen Demokratie einen Haushalts- überschuss erzielt hatte. Dieser betrug 0,2 Prozent des BIP,

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