Revista CCA 2-2020 web v.22 junio
72 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2020 Portugal im Blick Laut einer Umfrage der AHK Spanien trägt jedes dritte deutsche Unternehmen in Spanien gleichzeitig die Verantwortung für die Aktivitäten der Unternehmensgruppe in Portugal. Der folgende Artikel informiert über die aktuelle Lage im Nachbarland. Covid-19 bremst PortugalsWirtschaft Oliver Idem Germany Trade & Invest PortugalwarebenfallsvonderPandemiebetroffen,jedochweniger stark als der iberische Nachbar Spanien. Bis zum 8. Juni 2020 erfasste das Gesundheitsministerium knapp 34.700 bestätigte Fälle. Bereits 21.000 Patienten wurden als geheilt entlassen. Dem stehen etwa 1.500 Todesfälle aufgrund von Covid-19 gegenüber. Bis zum 4. Mai wurden nahezu 427.000 Tests durchgeführt. Am stärksten betroffen waren die Hauptstadtregion Lissabon sowie Teile des Nordwestens von Portugal. Bis zum 14. Juni sind Teile des öffentlichen Lebens durch den Ausnahmezustand eingeschränkt. Seitdem gilt ein Plan in drei Stufen, die jeweils zwei Wochen umfassen. Seit dem 4. Mai war es Geschäften bis 200 Quadratmeter Verkaufsfläche erlaubt, wieder zu öffnen, sowie Autohändlern ohne Flächenbegrenzung. Auch Behörden können mit einem Termin aufgesucht werden. Dabei müssen Personen in Geschäften, Bussen und Bahnen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Am 18. Mai und 1. Juni wurde der Kreis der erlaubten Aktivitäten beziehungsweise Geschäftsgrößen erweitert. Für den Großraum Lissabon gelten allerdings strengere Re- geln. Dort stiegen die Infektionsraten Ende Mai wieder an. In der Region werden mehr Tests durchgeführt und es dürfen sich weniger Menschen versammeln als in anderen Teilen Portugals. Einkaufszentren und Geschäfte mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufsfläche müssen noch bis zum 15. Juni geschlossen bleiben. Fahrzeuge dürfen nur von 2/3 der mög- lichen Mitfahrer benutzt werden, die Masken tragen. Portugiesen bleiben ruhig und besonnen Hans-Joachim Böhmer, Geschäftsführer der AHK Portugal, sieht den bisherigen Umgang mit der Coronakrise in Portugal positiv: „Die Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen, die im Übrigen von der Bevölkerung gut angenommen worden sind, haben die Arbeitsfähigkeit der Industrie kaum betroffen. Lediglich 5 bis 10 Prozent der exportorientierten Industriebetriebe haben ihre Produktion unterbrochen. Der Grund war meistens, dass die Kunden die Abnahme bestellter Ware ausgesetzt haben. Dies war zum Beispiel in der Die Coronakrise beeinträchtigt auch Tourismus und Industrie in Portugal. Die Maßnahmen der portugiesischen Regierung zielen auf den Erhalt von Arbeitsplätzen und der Liquidität der Unternehmen ab.
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