Revista CCA 2-2020 web v.22 junio

43 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2020 Energiewende, die Förderung erneuerbarer Energien und die Ver- besserung der Energieeffizienz mit zu berücksichtigen. Kommen wir zu unserem Titelthema und speziell zu Ihrem Unternehmen. Als wir das Thema Automobilindustrie Ende letztes Jahr auswählten, galt unser Interesse vorwiegend den Umwälzungen in diesem Sektor aufgrund der allge- meinen Elektrifizierungstendenz und den sich ändernden umweltpolitischen Rahmenbedingungen. Welche Her- ausforderungen würden Sie nun angesichts von Covid-19 hervorheben, und wie lauten die Antworten von Bosch als einem der weltweit größten Autozulieferer? Nachdem wir an fast 100 Standorten weltweit die Produktion ein- stellen mussten, haben wir bei Bosch die Produktion und die kom- merziellen Aktivitäten wieder aufgenommen. Dennoch arbeiten nach wie vor viele Mitarbeiter von zu Hause aus. Unsere derzeitige größte Herausforderung besteht darin, eine Anpassung an die neu- en Nachfrageverhältnisse unserer Kunden zu erreichen. Unser Ziel ist es, die Wiederaufnahme der Produktion zu synchronisieren und Lieferketten zu sichern, insbesondere im Automobilbereich. Um die Produktion erfolgreich steigern zu können, haben wir zahlrei- che Präventivmaßnahmen ergriffen, die sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter angemessen gegen das Risiko einer Coronavirus-In- fektion geschützt sind, von Temperaturkontrollen, Maskenpflicht, erhöhter Reinigungshäufigkeit, unter anderem. Gleichzeitig haben wir rund 2000 Mitarbeitern in Spanien das Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht. Sicherlich eine Erfahrung, die auch in Zukunft mehr Anwendungfindenwird, unddie für immer unsereArbeitsweise ver- ändern wird. Auf der anderen Seite wollen wir auch unser Wissen in die Be- mühungen zur Eindämmung der Pandemie einbringen: Ein Bei- spiel ist unser neu entwickelter Covid-19-Schnelltest für unser Viva- lytic-Analysegerät. Wir haben auch unsere eigene Produktion von Masken für den Eigenverbrauch aufgenommen. Als Unternehmen hoffen wir, dass wir mit der Wiederaufnahme der Aktivitäten so schnell wie möglich die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft minimieren können. Wichtig ist, dass wir weiterhin strategische Themen vorantreiben. Die Automobilindustrie erfährt ohnehin bereits einen Paradigmenwechsel, welcher den Sektor vor große Transformationsherausforderungen stellt. Auch sollten wir Tendenzen entgegenwirken, die dazu neigen, auf Grund der der- zeitigen Krise in der Globalisierung einen Sündenbock zu suchen. Ein zunehmender Isolationismus darf nicht die Lösung sein. Noch größereWohlstandsverluste, als sie uns mit der Pandemie ohnehin drohen, wären die Folge. Darüber hinaus möchte ich hinzufügen, dass wir bei Bosch unverän- dert dem Kampf gegen den Klimawandel verschrieben bleiben, und wir unser Ziel, bis Ende 2020 die CO2-Neutralität aller unserer Stand- orte zu erreichen, beibehalten. Bosch in Spanien gilt als paradigmatisch für hiesige deut- sche Unternehmen: Seit 112 Jahren mit derzeit acht Produk- tionsstandorten und weiteren Vertriebs- und Servicenieder- lassung vor Ort tätig, legt dasUnternehmengroßenWert auf langfristige Investitionspolitik und Qualität der Ausbildung. Abseits von Covid-19: Wie sieht das Engagement von Bosch in Spanien aus undwelche Rolle spielt IhreNiederlassung in der globalen Unternehmensstrategie? Bosch ist seit 112 Jahren in Spanien präsent und beschäftigt derzeit etwa 8.400 Mitarbeiter an rund 20 Standorten, von denen vier Pro- duktionsstätten im Automobilbereich sind und weitere vier Produk- tionsstätten unserer Tochtergesellschaft BSH Elektrogeräte angehö- ren. Die Werke erfüllen höchste technologische Standards und sind Teil des globalen Bosch-Produktionsnetzwerks. In unseren Werken entwickeln und implementieren wir Industrie 4.0 und Big Data-Pro- jekte, wie zum Beispiel in unserer Sensorenfabrik in Madrid, die in Zusammenarbeit mit anderen Standorten in Mexiko, Rumänien und China als Leitwerk fungiert. Wir haben auch mehrere Standorte von Bosch Rexroth, einem Spezialisten für Antriebstechnik und Ma- schinensteuerung. Darüber hinaus verfügen wir über drei Kommu- nikationszentren, die unter anderem eCall- und iCall-Dienste in 15 Sprachen anbieten. Und wir haben in Spanien IoT-Lösungen wie das Smart CrowdManagement-Systemzur intelligentenKapazitätssteue- rung entwickelt und ein Smart Home Lab geschaffen. An allen unseren Standorten bemühen wir uns kontinuierlich um eineVerbesserungderMarktpositionierungundder Produktivitätmit Hilfe der Innovation. Dafür haben wir ein umfassendes Schulungs- programm für unsere Mitarbeiter. Ein weiterer großer Vorteil unseres Unternehmens liegt sicherlich auch in der großen Portfoliovielfalt. Darüber hinaus haben wir seit mehreren Jahren verschiedene Aktivitäten zur Minderung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien gestartet. Wir sehen hier in der dualen Berufsaus- bildung eine Möglichkeit, die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen zu verbessern. Abschließend lassen wir Sie noch einmal den Hut des Prä- sidenten der AHK Spanien aufsetzen. Dabei interessiert uns vor allem Ihre Einschätzung zur Zukunft unserer Handels- kammer. Mit coronabedingter Verspätung wurde soeben unser Jahresbericht 2019 an unsere Mitglieder versandt. Darin zeugen zahlreiche Bilder von den sonst üblichen intensiven Networkingaktivitäten, die bis jetzt unser „nor- males“ Kammerleben ausmachten, und die aufgrund der aktuellen Umstände derzeit nicht möglich sind. Dass der Austausch unterMitgliedern sowie das Interesse an „unse- ren“ Themen zumindest nicht gelitten hat, haben die über zweitausend Teilnehmer an der während der Krise neu etablierten Webinar-Reihe „AHK Online Live” zwischen März und Mai bewiesen. Welche Einsichten zur Arbeit als Mitgliederorganisation verschafft uns Ihrer Meinung nach Standort Spanien

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