REVISTA/ZEITSCHRIFT ECONOMÍA HISPANO-ALEMANA 01/2020
81 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2020 Anzahl der Fälle pro tausend Einwohner, verzeichnet werden: von 235,6 (2009) und 230,9 (2010) auf 145,5 (2016). Auffangbecken für die Rechtspflege Als weiterer Grund kommt hinzu, dass die Zivilgerichtsbarkeit in Spanienals Auffangbecken für dieRechtspflege fungiert. Artikel 9der „Ley Orgánica del Poder Judicial“ (Justizgesetz) regelt dahingehend, dass die Zivilgerichte hierzulande über ihre eigenen Angelegenheiten hinausüberalleAngelegenheitenentscheiden,dienichteineranderen Gerichtsbarkeit zugewiesen sind. Auch Fälle mit unionsrechtlichem Bezug zur Zivilgerichtsbarkeit gehören dazu. Eine solche Vielfalt an Themenabzudeckenerfordert einenenormenZeitaufwand. Zwischen 2017 und 2018 wurde die Zivilgerichtsbarkeit um 67 neue Stellen erweitert – eine erste Reaktion hat demnach schon stattgefunden. Insgesamtzeigtsich,dassesGründefürdieIneffizienzderspanischen Zivilgerichtsbarkeit gibt, die sich nur auf mehreren Ebenen beheben lassen. Ein weiterer Versuch der Verbesserung könnte durch eine Erhöhung des Etats der Justizverwaltung erreicht werden, so wie es sich in den Jahren zuvor dargestellt hat. Zudem besteht die Möglichkeit, die spanische Zivilgerichtsbarkeit durch Alternativen wie Mediation oder Schiedsgerichtsbarkeit zu entlasten. Der Grundstein dafür wurde mit dem Ley 5/2012 vom 6. Juli 2012 über die Mediation in Zivil- und Handelssachen bereits gelegt, das die Richtlinie 2008/52/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 21. Mai 2008 umsetzt. Im Bereich der kollektiven Arbeitsrechtsstreitigkeiten ist die Mediation bereits die Regel. Das Mediationsverfahren ist in Spanien vor allem im Familienrecht am weitesten entwickelt und ambesten strukturiert. Dies sollte auch auf andere Rechtsgebiete der Zivilprozessordnung übertragenwerden. Darüber hinaus bietet das Schiedsverfahren, das im Gesetz „Ley 60/2003, de 23 de diciembre, de Arbitraje“ geregelt ist und in den letzten Jahren immer wieder reformiert wurde, ein Höchstmaß an Transparenz und Schnelligkeit bei der Lösung von Streitigkeiten. In Madrid soll neben bereits bestehenden Schiedsgerichtshöfen nun auch ein internationaler Schiedsgerichtshof nach dem Vorbild von London oder Paris etabliert werden, um vor allem für spanische und portugiesische Unternehmen einen gemeinsamen, transatlantischen Ansprechpartner in Europa zu haben. Einer der größten Vorteile ist laut der Studie Primer Estudio de Arbitraje en España („Erste Studie über Schiedsgerichtsbarkeit in Spanien“) der Kanzlei Roca Junyent, dassderSchiedsspruchimSchiedsgerichtsverfahrennichtanfechtbar ist. 89% der an der Studie teilnehmenden Unternehmen sind der Auffassung, dass dieses Verfahren ein ideales Forum für die Lösung von Prozessen auf internationaler Ebene ist. Auf diesem Weg können Verfahren somit schneller abgewickelt und die Rechtsunsicherheit für Unternehmen verringert werden. w Kristina von Rohr Rechtsreferendarin Bereich Recht AHK Spanien D E R E C H O M E R C A N T I L El Reglamento europeo nº 655/2014 regula un procedimiento uniforme para la obtención de la orden europea de retención de cuentas (OERC) en los asuntos transfronterizos en materia civil y mercantil. Este Reglamento facilita y simplifica el cobro de las deudas dentro de la UE y constituye una alternativa a los procedimientos jurídicos existentes, lo que supone un ahorro en costes legales facilitando el embargo de cuentas bancarias entre países miembros. La orden europea de retención de cuentas bancarias La orden europea de retención de cuentas permite a los órganos jurisdiccionales de la Unión Europea embargar los fondos deposi- tados en cuentas bancarias de un deudor que se encuentre en otro país de la Unión; es decir, establece un procedimiento que permite al acreedor obtener una orden europea de retención de cuentas bancarias que el deudor u otra persona por cuenta de este po- sean en un Estado miembro, para evitar que una transferencia o retirada de fondos desde la misma, ponga en peligro la ulterior ejecución de su crédito. Aplicación territorial y material Es aplicable a todos los Estados Miembros de la Unión Europea, salvo para Reino Unido y Dinamarca, desde el 18 de enero de 2017. Ello im- plica que los acreedores ubicados en Dinamarca o el Reino Unido no pueden solicitar una OERC y que tampoco es posible obtener una OERC relativa a una cuenta bancaria danesa o británica. Su ámbito de aplicación material son los asuntos transfronterizos de deudas en materia civil y mercantil, y deja fuera los créditos frente
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