REVISTA/ZEITSCHRIFT ECONOMÍA HISPANO-ALEMANA 01/2020

40 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2020 Die Summe der Diplomarbeiten, die in verschiedenen Unternehmen im Rahmen des ersten Jahrgangs im Fach „Lean Manufacturing“ vorgestellt wurden, ergab eine Kostenverbesserung von insgesamt 383.500 Euro; ein Fakt, der das Grundziel der DBS „Wissen als Motor für die Produktivitätssteigerung“ erfüllte und gleichzeitig Bildung als eine quantifizierbare Investition mit einer Rendite hervorhebt. Wir bilden gerade den DBS-Beirat, in dem die wichtigsten Unternehmen der Region vertreten sein sollen, um die DBS zu einem Instrument für alle Organisationen zu machen. In der dualen Berufsausbildung wird die DBS als Bindeglied zwischen Unternehmen und Berufsschulen fungieren. In der Hochschulausbildung arbeiten wir bereits mit der Universität Extremadura zusammen, um das Ingenieurstudium mit der DBS zu dualisieren, ohne die Bedeutung einer kontinuierlichen Fortbildung vonmittlerenundTop-Managern zu vernachlässigen. DBS hat verschiedene Kooperationsvereinbarungen mit der genannten Universität, dem Lean Management Institute (ILM), der spanischen Vereinigung für Qualität (AEC), dem Ministerium für Bildung und Arbeit, Universal Robots, der Cambridge English School, dem Verein für den Fortschritt des Managements (APD), verschiedenen Business Schools und relevanten Dozenten auf nationaler Ebene. Die DBS deckt dabei fünf Handlungsfelder ab: (1) postgraduale Studien an der Universität, (2) duale Berufsausbildung und EntwicklungvonSpezialisierungskursenmit demSchwerpunkt auf Industrie 4.0, (3) Exzellence Executive und Management Training, (4) ein offizielles Prüfungsvorbereitungszentrum für Englisch und (5) Seminare, Debatten, Konferenzen und Kongresse. Gemessen an der Angestelltenzahl, die sich auf mehr als 500 Angestellte beläuft, ist Ihr Produktionsstandort in Zafra der zweitwichtigste Industriebetrieb in Extrema- dura. Mit welchen Standortfaktoren sind exportorien- tierte Unternehmen wie Deutz Spain konkret in diesem Teil Spaniens konfrontiert? Würden Sie deutsche produ- zierende Unternehmen dazu animieren, sich jenseits der Ballungszentren Barcelona oder Madrid anzusiedeln? Als Stärke unserer Region sind die Investitionsanreize des europäischen Fonds für die regionale Entwicklung und die Grundstückspreise wichtige Faktoren. Außerdem sind sowohl Qualifikation als auch die Kosten des Hochschulpersonals, das Engagement, die Loyalität und das Zugehörigkeitsgefühl aller Arbeitnehmer und die stets proaktive Haltung der öffentlichen Verwaltungen zur Förderung neuer Projekte zu nennen. Aus logistischer Sicht spielen die Häfen von Algeciras und Sines in Portugal sowohl für den Import von Rohstoffen als auch für den Export von Endprodukten eine wichtige Rolle. Herausfordernd ist dagegen, Talente anzuziehen, sowie die Entfernung zu den wichtigsten europäischen Kunden und die zum Teil unzureichende industrielle Infrastruktur aufgrund der Fragmentierung der Aktivitäten des Industriesektors in Extremadura. Bei DEUTZ SPAIN haben wir beispielsweise den Mangel an Infrastruktur durch Kooperationsvereinbarungen mit wichtigen europäischen Technologiepartnern kompensiert, die ihren Service direkt in den eigenen Einrichtungen von DEUTZ SPAIN erbringen. Auf diese Weise erhalten wir einen exzellenten Service und direkten Zugang zur neuesten Technologie. Ein weiterer Vorteil und Ausgleich zu unserer vernetzten Welt ist die hohe Lebensqualität der Extremadura. Als deutschesTochterunternehmen ist Deutz SpainTeil einer international agierenden Unternehmensgruppe. Welche Rolle nimmt Deutz Spain innerhalb dieses Netzwerks ein? DEUTZ SPAIN ist das Kompetenzzentrum für die Herstellung von Zylinderköpfen, Pleuelstangen und Zahnrädern; das heißt, 100 Prozent des Bedarfs von DEUTZ nach diesen Komponenten wird in Zafra hergestellt. Seit 2015 integrieren wir die Herstellung des Kurbelgehäuses und unser Ziel ist es, die Fertigungsquote dieser Komponente zu konsolidieren und zu erhöhen. In den letzten Jahren haben wir unser Know- how in der Zerspanung als Referenz in der DEUTZ Gruppe auf Fertigungsebene gefestigt. DEUTZ SPAIN ist zudem innerhalb des Konzerns führend in Lean Management und verfügt über Best Practices unter anderem in Bereichen wie Kostenmanagement oder Personalmanagement. Im Vergleich zu den letzten Jahren zeigt Spaniens Konjunktur zurzeit eine Verlangsamung beimWachstum. Wie sehen Sie die Entwicklung hierzulande und welche Herausforderungen bzw. Chancen ergeben sich daraus? Ist Spaniens Konkurrenzfähigkeit gefährdet? Die Prognosen in Spanien für 2020 deuten auf einen Rück- gang der internen Verbrauchernachfrage hin. Die spanische verarbeitende Industrie verzeichnet sechs Quartale mit Null- wachstumsraten, während die Sparquote der Familien zum Standort Spanien

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