Revista Economía Hispano-Alemana 04-2019
26 economía HISPANO - ALEMANA Nº 4/2019 Auf welche Weise revolutioniert die Digitalisierung das Perso- nalwesen? Inwieweit tragen Technologien wie Künstliche Intel- ligenz dazu bei, dass die Anwerbung und Ausbildung des Perso- nals sowie die Bindung vonTalenten effizienter wird? Den aktuellen Veränderungen unserer Welt – Unmittelbarkeit, Sichtbarkeit, Wissen, Mehrdeutigkeit – ist auch der Bereich des Personalwesens unterworfen. Den Bedürfnissen der Firma gerecht zu werden bedeutet heute für die Personalabteilungen, ihr Informationen zu vermitteln, die die Personen mit dem Geschäft sowiemit allenElementendesÖkosystems verbindenunddadurch eine fortwährende Interaktion und ein starkes Engagement für das Geschäft erzielen. Unser Kopf ist voller Wörter, die aus dem Zusammenhang gerissen nichts bedeuten. Das Wichtigste ist das Wissen darüber, wie man all diese technologischen Konzepte in den Dienst unserer Mission im Personalwesen stellen kann. Die neuenTechnologienkönnenauf vielfacheWeise zumPersonalwe- sen beitragen.Wir müssen unter all denMöglichkeiten diejenigen auswählen,diegenaudieBereiche,diewirentwickelnwollen,stär- ken. ZumBeispiel könnenwir bessereKandidaten dort finden, wo sie gar nicht nach uns suchen: Wir nutzen Künstliche Intelligenz, um in sozialen Netzwerken auf die Suche zu gehen, die besten Kandidaten ausfindig zu machen und sie anzuwerben. Zudem kann man die Produktivität steigern, indem man Menschen für Tätigkeiten mit hohem Mehrwert einsetzt, während sich wie- derholende Abläufe von Robotern durchgeführt werden (will- kommen, Chatbots!); man stellt sicher, dass jede Person Herr über ihre eigene Entwicklung ist, indem soziale Netzwerke im Unternehmen ebenso geschaffen werden wie kollaborative Umgebungen für das Lernen und das Lösen von Problemen. Außerdemkannman denMitarbeitern direkt an ihremArbeitsplatz personalisierte Lernangebote machen und ihnen dabei sowohl interne als auch externe Weiterbildungen anbieten, je nachdem, welchen Gebrauch sie davon machen und wo ihre jeweiligen Interessen und Ziele liegen (Machine Learning). Mithilfe dieser Technologien lässt sich auch das formelle und insbesondere das informelle Lernen verwalten, nachverfolgen und analysieren. Letzteres ist dankder neuenTechnologienexponentiell gewachsen: Eswurdebereitsnachgewiesen, dassmehr als80%des Lernens im ZugederInteraktionenamArbeitsplatzstattfindet.DieselangeListe LAURA ALIÓ, DIREKTORIN VON AUDALIA NEXIA Durch Menschen kann die neue Art zu arbeiten gelingen – oder auch nicht Experten im Personalwesen bestehen darauf, dass das Erlernen neuer Kompetenzen vom jeweiligen Bildungssystems ausgehen muss. „In Hinsicht auf diese Veränderung, was die erwarteten Fertigkeiten anbelangt, wünschen sich die Unternehmen ein agiles Bildungssystem, das auf den Markt reagieren kann und in seinen Inhalten flexibel ist. Sie fordern auch, dass es praktisch und holistisch orientiert ist und sich nicht nur auf Wissen beschränkt, sondern sich auch auf die Entwicklung von Soft Skills konzentriert, so wie es auch im angelsächsischen Bildungssystem der Fall ist“, meintMaríaLuisaBlázquez, CoautorindesBerichts„DieZukunftder Arbeit und die Fachkompetenzen der Zukunft aus der Perspektive der Unternehmen“. Zusätzlich zu den Veränderungen durch die Digitalisierung müssen sichdieFirmenaucheinerdemografischenEntwicklungstellen,dievon einer niedrigenGeburtenrategeprägt ist, wodurch sichdieKnappheit an neuen Talenten noch verschärft. Die Personalabteilungenmüssen daher besondere Aufmerksamkeit darauf richten, das volle Potenzial der intergenerationalenDiversität auszuschöpfen. w Foto: BASF
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