Revista-CCA-4-2018-web

58 economía HISPANO - ALEMANA Nº 4/2018 Panorama oder die lokale Spezialität namens Lacitos probie- ren, ein süßes Gebäck in Schleifenform, welches aus karamellisiertem Blätterteig gebacken wird. Ein paar Kilometer nördlich von Jaca liegt Canfranc, ein Bergdorf, das sich eben- falls am Jakobsweg befindet. Was Canfranc besonders macht, ist sein eindrucksvoller Bahnhof, der gleichzeitig Grenzübergang zwischen Spanien und Frankreich ist. Er hat lange Jahre eine wichtige Rolle in der europäischen Geschichte des 20. Jahrhun- derts gespielt, beispielsweise als Zuflucht für vor den Nazis ge- flohenen Juden, später als Speicher für das von den Nazis ge- plünderte Gold sowie als neuralgischer Punkt für Schmuggler. Trotz der Vernachlässigung des Ensembles während der letzten Jahrzehnte ist der Bahnhof einen Besuch wert. Wieder bergab, etwas weiter südlich, befindet sich das Kloster von San Juan de la Peña, welches sich insbesondere Archi- tekturinteressierte nicht entgehen lassen sollten. Die Bauar- beiten für das Kloster begannen bereits im 10. Jahrhundert. Schon kurz nach dessen Fertigstellung gehörte das Kloster zu den wichtigsten der Region und diente sogar als Grabstät- te für die Könige Aragoniens. Als Besonderheit des Gebäudes gilt dessen Lage, denn das Kloster wurde teilweise in den Berg hineingebaut. Im Innern finden sich zahlreiche Kunstwerke der romanischen Epoche, wie etwa der Hauptkreuzgang und zahl- reiche Kapitellskulpturen. Nach einem Großbrand gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde ein neues Kloster in der Nähe ge- baut. Nur ein paar Meter von dort entfernt befindet sich der Aussichtspunkt Mirador de San Juan de la Peña , den man auch den „Balkon der Pyrenäen“ nennt, und der einen fantastischen Ausblick über das gesamte Gebirge bietet. Das Tena-Tal – Das Mekka desWintersports Das nächste Tal in östlicher Richtung ist das Valle de Tena , ein Mekka für alle Liebhaber des Win- tersports mit seinem Skigebiet Formigal-Panticosa, dem mit 180 Kilometer Pistenstrecke größten Skigebiet der Pyrenäen. Allerdings gibt es hier mehr als nur Skipisten zu ent- decken: Dörfer wie Sallent de Gállego oder Panticosa, letz- teres vor allem als Kurort bekannt, loh- nen einen Besuch. Wer gern wandert, findet hier die beliebten Routen zu den Gletscherseen Anayet am Fuße des gleich- namigen erloschenen Vulkans, oder Bachimaña, sowie steile Felswände wie Foratata. Eine für die Gegend besondere Veranstaltung findet im Dorf Lanuza im Juli statt: Das Musikfestival Pirineos Sur , welches mit einer Reihe von Konzerten auf einer Seebühne beeindruckt. Parallel zu den Konzerten wird in Sallent de Gállego ein sehenswerter Flohmarkt veranstaltet. Hier findet man Essen, Schmuck und sonstige Kunst aus aller Herren Länder. El Sobrarbe und die Perle der Pyrenäen Noch weiter östlich erreicht man die Gegend Sobrarbe, die zwei der bedeutendsten Orte der Provinz beherbergt. Einerseits die Perle der Pyrenäen, denNationalparkOrdesa undMonteperdido. Er ist einer von den 15 Nationalparks Spaniens, der einzige Aragoniens, der auch zum UNESCO-Welterbe zählt. Erst im August 2018 wurde sein 100. Jubiläum als Nationalpark gefeiert. Im Park sind die Ortschaften Torla-Ordesa, Broto, Fanlo, Puértolas, Tella-Sin y Bielsa integriert. Der Reichtum an Pflanzen sowie an Tieren – es leben dort mehr als 125 Spezies, die Mehrheit davon Vögel – präsentieren Ordesa als eine der schönsten Ecken Spaniens. Besonders empfehlenswert ist die Landschaft imHerbst mit ihren ausgeprägten Gold-, Orange- und Rottönen. Den höchsten Punkt des Par- kes erreicht man am Gipfel von Monte Perdido , der dritthöchste Gipfel der Pyrenäen. Auch wenn zahlreiche Bergrou- ten zur Verfügung stehen, sollte man Or- desa nicht verlassen ohne den bekannten wunderbaren Wasser- fall Cola de Caballo , den sogenannten Pfer- deschwanz, gesehen zu haben. Ausgehend vom Parkeingang beträgt die Route um die sechs Stunden. Ebenfalls sehenswert ist Aínsa, eine Stadt, die im Jahr 2018 als Hauptstadt des ländlichen Tourismus Spaniens gewählt wurde, und stets auf den Listen der schönsten Dörfer Spaniens erscheint. Empfohlen wird ein Besuch der Plaza Mayor und des Schlosses sowie ein Spaziergang durch seine gepflasterten Estación Canfranc. Foto: Carlos Albero Villellas Estación de esquí Formigal-Panticosa. Foto: Aramon Torre de la Iglesia de Aínsa. Foto: Ayuntamiento de Aínsa

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