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41 economía HISPANO - ALEMANA Nº 4/2018 Von beruflicher Bildung bei SEAT zu sprechen, heißt auch, über die Berufsausbildung zu sprechen, eine der Säulen der Aus- undWeiterbildung in Ihrer Firma. Seit mehr als 60 Jahren werden in Ihrer Berufsschule – die übrigens eine der wenigen war, die in den 70er Jahren nicht geschlossen wurde – alle Arten von Fachleuten ausgebildet. Seit 2012 ist die Schule außerdem ein leuchtendes Beispiel für die duale Berufsausbildung in Spanien. Was hat Sie dazu bewegt, dieses Modell zu übernehmen? Wir setzen auf die duale Berufsausbildung, weil wir der Überzeugung sind, dass die jungen Leute auf diese Art und Weise am besten in die Arbeitsrealität unseres Sektors hineinwachsen. Dieses System, das vom deutschen dualen Mo- dell abstammt, ermöglicht es den Auszubildenden, eine offizielle Anerkennung zu bekommen, während sie unter den Fittichen von SEAT lernen, in echten Projekten und Betriebsanlagen zu arbeiten. Gleichzeitig stellen sie für das Unternehmen eine Talentquelle von großem Wert dar, da die meisten der Auszubildenden, die bei uns einen Abschluss gemacht haben, von der Firma übernommen werden. Wir bieten insgesamt mehr als doppelt so viele Unterrichtsstunden an als die durch- schnittliche Berufsausbildung mit höherem Abschluss („grado superior“), und das schließt eine spezifische Ausbildung in den neuesten Technologien, Sprachen (Englisch und Deutsch), Programmieren oder Projektmanagement mit ein – diese und weitere Aspekte unterscheiden uns von anderen beruflichen Ausbildungspro- grammen. Dass wir sowohl Schule als auch Unternehmen sind, ist eindeutig ein enormer Vorteil, da wir so die Inhalte der Ausbildung schnell anpassen können und dabei alle mit Industrie 4.0, Digitalisierung und Konnektivität verbundenen Zukunftstechnologien, die wir gerade bei SEAT einführen, mit einbeziehen. Zusätzlich zu dieser Kombination aus Theorie und Praxis in der Schule und in der Firma haben wir eine Art „Labor“, wo die Auszubildenden in einem didaktischen Umfeld Produkte entwerfen und Projekte entwickeln, die es auf dem Markt noch nicht gibt, oder Alternativen zu bereits existierenden Produkten erarbeiten, die dann in der Firma direkt zur Anwendung kommen. Bei SEAT sind wir uns bewusst, wie wichtig das Talent der jungen Leute für den Wandel des Unternehmens ist, und diese Initiativen sind aus der Notwendigkeit heraus entstanden, die Geschäftsvision und die Ideen der neuen Generationen von Arbeitskräften zu fördern. Die neuen Initiativen wurden ins Leben gerufen, um neue und flexiblere Arbeitsräume abseits des Tagesgeschäfts der Firma zu schaffen, die mit disruptiven Umgebungen verbunden sind und uns so helfen werden, neue Profile anzuwerben, welche vom ersten Moment an einen Mehrwert darstellen. Die Welt der Start-ups ist viel flexibler, aber auch viel unbeständiger, und sie kann auf weniger Mittel zurückgreifen. Bei SEAT wollen wir den Angestellten ein Gleichgewicht bieten: Da sind einerseits die Vor- teile einer großen Firma wie Mittel, Stabilität und Zukunftsaussich- ten, andererseits die Vorteile einer Start-up wie Agilität, Flexibilität oder der bedeutende Wert des Kreativen. Das „Employer Branding“ wird als Werkzeug, um neues Talent anzuziehen, immer wichtiger, besonders in Bezug auf junge Fachleute mit digitalen Profilen. Das Programm DisrUP wendet sich genau an diese Gruppe. Die Unternehmen der „alten Wirtschaft“ – sogar diejenigen, die sich bereits auf demWeg zu einem neuen Geschäftsmodell befinden – konkurrieren als Arbeitgeber mit Sektoren wie der Welt der Start-ups, die von Flexibilität sowohl bezüglich der Arbeitszeiten als auch des Arbeitsorts bestimmt sind. Initiativen wie das Metropolis:Lab in Barcelona oder das Programm DisrUP SEAT sind die Antwort von SEAT auf dieses Wettrennen um das größte Talent. Worin bestehen diese Bemühungen genau?

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