Revista Economía Hispano-Alemana 03-2018
26 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2018 8,1 Milliarden Euro. Tendenz weiter steigend. Die Versiche- rer Adeslas, Sanitas und Asisa beherrschen Pressemeldungen zufolge mehr als die Hälfte dieses Marktes. Viele Versicherungsun- ternehmen, unter ihnen DKV Segu- ros, sind auf Digitalisierungskurs. Durch den Einsatz von Apps, virtu- ellen Ärzten und der Nutzung von Big Data schaffen sie neue Bezie- hungsmodelle zum Kunden. Stärken und Herausforderun- gen des Gesundheitssystems Spanier haben bei ihrer Geburt die höchste Lebenserwartung in Eu- ropa. Wer in dem iberischen Land 65 Jahre alt wird, hat die Aussicht auf durchschnittlich 21 weitere Le- bensjahre (davon fast die Hälfte weitgehend gesund). Nur in Frank- reich sind es laut Eurostat noch ein paar Monate mehr. Der Gesund- heitsbericht der EU-Kommission schlussfolgert, das die Spanier in den vergangenen 15 Jahren im Schnitt fast vier Jahre zu- sätzlicher Lebenszeit gewonnen haben. Diese Langlebigkeit ist ein Hinweis auf die Güte des spa- nischen Gesundheitssystems, auf den Zugang zu me- dizinischen Innovationen und eine Sensibilisierung der Bevölkerung für gesündere Lebensstile. Obwohl die Gesund- heitsausgaben niedriger sind, als im Durchschnitt der EU und pro 100.000 Einwohner weniger Krankenhausbetten zur Verfügung stehen, verzeichnet Spanien eine geringere Rate an Sterbefällen bei behandelbaren Krankheiten. Bei Frauen ist es sogar die niedrigste. Das hat mit den im EU-Vergleich niedrigeren und sinkenden Todesraten durch Herzkreislauf- krankheiten und Infarkte zu tun. Aktuell sind fast 19 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre. In 50 Jahren könnten es 35 Prozent sein. Diese demographische Entwicklung bringt die Herausforderung mit sich, das Gesundheitssystem in ei- nem finanzierbaren Gleichgewicht zu halten, bei bestmögli- cher Versorgung und wachsendem Bedarf an Langzeitpflege. In diese Pflege fließen schon heute fast ein Zehntel der Ge- sundheitsausgaben. Neue private und öffentliche Krankenhausprojekte In Ergänzung des praktisch alle Bürger erfassenden öffentlichen Gesundheitssystems SNS (Sistema Nacional de Salud), spielen private Gesundheitsdienstleister eine wachsende Rolle. Sie arbeiten zum Teil mit dem SNS konzertiert zusammen, worüber ihnen rund ein Zehntel der öffentlichen Gesundheitsausgaben zufließt. Der Sektor steht im Konzentrationsprozess. Die mit Abstand größte spanische Krankenhausgruppe Quirónsalud wurde Anfang 2017 durch den deutschen Konzern Fresenius Helios gekauft, der damit seine führende Position in Europa ausbaute. Die zweitgrößte spanische Gruppe Vithas stärkte sich durch den Kauf von Klinikbetreiber Nisa. Weitere bedeutende Marktteilnehmer sind Ribera Salud, HM Hospitales, Grupo HLA (Asisa), Hospiten, Sanitas, Grupo Pascual oder Clínica Universidad de Navarra. Diese ist eine forschungsstarke Einrichtung, die Anfang 2018 ein neues Krankenhaus in Madrid eröffnet hat. Im September startet Quirónsalud den Betrieb seines neuen Krankenhauses in Córdoba. Bis 2019 investiert die Gruppe in Madrid 40 Millionen Euro in ein bislang in Spanien einzigartiges Protonentherapiezentrum zur Behandlung von Krebspatienten; 2021 will sie eine Sport- und Wellnessklinik in dem aktuell im Bau befindlichen fünften Wolkenkratzer im Norden der Hauptstadt eröffnen. Versicherer Sanitas wiederum plant binnen drei Jahren 52 Millionen Euro in 65 neue Zahnkliniken zu investieren. Die privaten Anbieter setzen auf High-Tech-Medizin und internationale Kundschaft. Immer mehr internationale Patienten reisen nach Spanien, um sich behandeln zu
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NjIyODI=