Revista Economía Hispano-Alemana 03-2018

27 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2018 lassen. Spanische Ärzteteams stehen in gutem Ruf. Beson- ders gefragt sind Fruchtbarkeitsmedizin, Ophthalmologie, orthopädische und plastische Chirurgie. Im Rahmen dieses Gesundheitstourismus könnten 2017 rund 140.000 Patien- ten behandelt und circa 700 Millionen Euro umgesetzt worden sein, schätzt das Institut für gesundheitliche Ent- wicklung und Integration Idis. Die Umsatzprognose für 2020 lautet eine Milliarde Euro. Auch im öffentlichen Gesundheitssektor tut sich einiges, wie bis Juni 2018 eine ganze Reihe von Ausschreibun- gen zeigten. Sie betreffen Projektplanungen und Bau- aufsichten zu Erweiterungen, Sanierungen und Neubau- ten von Krankenhäusern. Positive Impulse bringen das robuste Wirtschaftswachstum und der krisenbedingte Nachholbedarf. Die politische Agenda mit Kommunal- und Regionalwahlen 2019 tut ein übriges. Die zuständi- gen Gesundheitsbehörden in vielen der 17 Autonomen Regionen planen neue Projekte oder die dringend not- wendige Modernisierung und Erweiterung bestehender Krankenhäuser. Darunter sind viele Operationssäle, die dank Roboterassistenz und Computerintelligenz künftig High-Tech-Medizineinsätze ermöglichen werden. Biotechnologie gegen Krebs Während in Barcelona einer der schnellsten Computer der Welt das Herz nachahmt, läuft in Sevilla eine Biotech Start-up gegen die Zeit, um als erste weltweit die passende Formel zur Früherkennung von Krebs zu finden. „Universal Diagnostics hat sich das Ziel gesteckt, die Sterblichkeitsrate von Darmkrebs signifikant zu senken“, erklärt Geschäftsführer Christian Hense. „Wir arbeiten dazu eng mit Krankenhäusern in Europa und den USA zusammen.“ Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Spanien, dabei steht Darmkrebs mit an der Spitze. Universal DX setzt innovative OMIC-Technologien (wie etwa Metabolomik) und Bioinformatik ein, um auf der Basis einer normalen Blutprobe einen Screening-Test zu entwickeln, der zum Routine-Checkup werden soll. Die Startup hat bereits 10 Millionen Euro von Investoren und aus EU- Fonds investiert. Sie konnte im Februar 2018 eine neue Finanzierungsrunde über 7 Millionen Euro abschließen und plant eine weitere. Gelingt die Entwicklung des Tests, soll dieser mit 120 Euro erschwinglich bleiben.

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