Revista Economía Hispano-Alemana 03-2018
25 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2018 Zeitschrift Actualidad Económica ergab. Inzwischen läuft die Healthcare-Sparte unter dem Namen Siemens Healthineers. Das Werk in Getafe fertigt innovative mobile Röntgengeräte und bildgebende Systeme. Die Arzneimittel- und Medizintechnikhersteller am Stand- ort Spanien sind starke Exporteure. Das half ihnen auch dabei, die Nachfragekrise auf dem Binnenmarkt auszuglei- chen. Hingegen hängt die dienstleistende Gesundheits- wirtschaft in ihrer Entwicklung von der Dynamik der natio- nalen Gesundheitsausgaben ab. Gesundheitsausgaben nehmen wieder zu Wie die Wirtschaft insgesamt erholen sich auch die Ge- sundheitsausgaben (inklusive Langzeitpflege) seit 2014 von dem krisen- und sparbedingten Rückgang. Ihren nomi- nalen Höchststand von 100 Milliarden Euro 2010 haben sie im Jahr 2016 wieder erreicht. Bezogen auf den Wert des BIP entsprach das 9,0 Prozent (0,2 Prozentpunkte weniger als 2015). Damit lag Spanien im OECD-Durchschnitt, aber unter dem der EU. Doch haben sich die Gewichte spürbar zu Lasten der priva- ten Seite verschoben. Die Bevölkerung zahlt seit 2010 aus eigener Tasche mit jedem Jahr mehr; 2015 waren es dem Ge- sundheitsministerium zufolge 29 Milliarden Euro. Das wä- ren rund 4 Milliarden Euro mehr als vor der Krise. Als Anteil an den Gesundheitsausgaben ist der private Anteil deutlich höher als im Durchschnitt der EU. Die öffentlichen Gesund- heitsausgaben liegen unter diesem Durchschnitt. Sie steigen erst seit 2014 wieder und erreichten 2015 rund 71 Milliarden Euro. Das sind immer noch gut 4 Milliarden Euro weniger als 2009. Seit den Einschnitten durch die Gesundheitsreform Mitte 2012 bis Dezember 2017 hat die öffentliche Hand rund 7,3 Milliarden Euro eingespart. Unter anderem ging dies zu Lasten der Arzneimittel durch verstärkte Verschreibung von Generika und strengere Auflagen. Der Staat gibt pro Einwoh- ner rund 1.530 Euro im Jahr aus. Der Bürger zahlt noch ein- mal 622 Euro, großenteils für zusätzliche Heilbehandlung, Reha-Maßnahmen, Zahnärzte, Medikamente, Zuzahlungen, Brillen, Hörgeräte. Private Zusatzversicherungen zum öffentlichen Gesund- heitssystem gewinnen an Boden. Laut dem Unternehmens- verband Versicherungen UNESPA haben in Spanien rund 10 Millionen Menschen meist komplementär eine private Krankenversicherung abgeschlossen. Das Volumen der Versicherungsbeiträge stieg 2017 um über 4 Prozent auf
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