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Das Geschäftsjahr 2016 fiel für Liebherr im westeuropäi-

schen Markt sehr positiv aus. Vor allem Märkte wie

Deutschland, Frankreich und die Niederlande wiesen ge-

steigerte Umsatzzahlen aus. Wie stellt sich die allge-

meine Geschäftsentwicklung für Liebherr in Spanien dar?

In der Tat verzeichnen wir in Spanien wieder eine anstei-

gende Kurve an Geschäftstätigkeit in fast allen Produkt-

bereichen. Speziell der Absatz von Fahrzeugkranen und

Erdbewegungsmaschinen weist seit rund einem Jahr wie-

der steigende Zahlen auf. In der Regel sind dies jedoch

keine aus einem wachsenden Markt bedingten Absätze,

sondern eher Ersatz für Maschinen, die in die Jahre ge-

kommen sind. Jetzt, bei steigender Beanspruchung, den-

ken die Kunden wieder daran, in moderneres Equipment

zu investieren und alte Maschinen zu ersetzen. Ich würde

für unsere Branche die Lage so umreißen, dass unsere

Kunden ein Licht am Ende des Tunnels sehen. Wir sind

guter Dinge, dass sich dieser Trend für die zweite Jahreshälfte

2017 und für 2018 fortsetzt.

Im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern hat Liebherr

während der Krisenjahre in Spanien seine Vertriebs-

und Servicestruktur ohne Einschnitte beibehalten.

Welche Überlegungen hat Ihr Unternehmen zu dieser

Strategie bewogen und macht sich diese nun in Zeiten

des Aufschwungs bezahlt?

Diese Frage gibt sicherlich Anlass zu einem langen Ge-

spräch. Zusammengefasst kann man unsere Vorgehens-

weise so definieren, dass sie zum einen aus unserer

Unternehmenskultur resultier t, sprich langfristiges

Engagement an einem Standort und in Mitarbeiter. Zum

anderen sind das auch strategische Überlegungen. Unsere

Produkte sind technisch sehr hochwertig und anspruchs-

voll, deswegen haben sie auch einen hohen Marktwert und

sind weltweit als gebrauchte Maschinen gefragt. Wenn wir

zum Beispiel die Fachkompetenz eines Servicetechnikers

nehmen und zu den Jahren der Aus- und Weiterbildung in

Relation setzen, dann ist es durchaus sinnvoller, diese Mit-

arbeiter dazu zu motivieren, für einen begrenzten Zeitraum

in andere Niederlassungen zu gehen – wir sprechen hier

von weltweitem Einsatz – und so dazu beitragen, dass die

Serviceverfügbarkeit weltweit gegeben und ausgebaut

wird. Das ist eine Symbiose, denn so können jüngere Nie-

derlassungen auf erfahrenes Personal zurückgreifen und

die weniger erfahrenen, neuen Techniker, zum Beispiel aus

Mexiko, in Deutschland geschult werden.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung, trotz anhaltender

Krise in Spanien die Struktur annähernd beizubehalten war

darin begründet, dass wir in dieser Zeit Geschäftsfelder

wie zum Beispiel den Export und die Instandsetzung von

Gebrauchtmaschinen verstärkten. So stehen wir nicht nur

Kunden bei, sondern auch den Banken und Leasinggesell-

schaften. In Zeiten einer sich bessernden Marktlage hat

das natürlich den Vorteil, dass wir unser erfahrenes Per-

sonal wieder lokal einsetzen können und unsere Geschäfts-

partner diese Nähe während und nach kritischen Jahren

auch schätzen.

Eines der größten Probleme der letzten Jahre in Spanien

war die sogenannte Kreditklemme. Viele Ersatzinvesti-

tionen wurden von Unternehmen aufgeschoben, obwohl

bereits innovativere Produkte am Markt verfügbar wa-

ren. Hat sich die Lage verbessert? Haben Ihre Kunden

wieder ausreichend Zugang zu Krediten?

Meines Erachtens herrscht für Produkte, die im weiteren Sinne

in der Baubranche eingesetzt werden, nach wie vor eine ge-

wisse Reserviertheit seitens der Absatzfinanzierer. Es ist ganz

einfach so, dass trotz niedriger Zinsen im internationalen Ver-

gleich der Zugang zu Krediten den Firmen aus diesem Umfeld

schwer fällt. Ich verstehe hier die Banken durchaus, denn die

Krisenjahre haben auch dort tiefe Spuren hinterlassen. In der

Zeit, in welcher wieder eine gewisse Belebung in die Branche

kommt, sollte meiner Meinung nach das Vertrauen in Hersteller

und Anwender auch seitens der Banken wieder anziehen.

Liebherr produziert in seinem Werk in Pamplona Turm-

drehkrane und Komponenten für andere Produktbereiche.

Welche Bedeutung hat dieses Werk für die Unterneh-

mensgruppe? In welchem Ausmaß wird für den lokalen

Markt und den Export produziert?

Die Fabrik in Pamplona besitzt große Bedeutung für die Sparte

der Turmdrehkrane insgesamt, da neben der Produktion von

Kranen aufgrund des dortigen Know Hows auch für andere

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economía

HISPANO-ALEMANA

Nº 3/2017

Fotos: Liebherr