Previous Page  42 / 100 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 42 / 100 Next Page
Page Background

42

economía

HISPANO-ALEMANA

Nº 5/2016 - 1/2017

Mit seiner Lage inmitten wichtiger internationaler

Transportrouten gilt Spanien auch für die deutsche

Wirtschaft als Fenster zur Welt. Welche Herausforde-

rungen und Möglichkeiten bestehen für den Trans-

portsektor vor dem Hintergrund der Verzögerungen

bei Projekten wie dem Mittelmeerkorridor?

Der Mittelmeerkorridor ist eine Notwendigkeit, damit Spa-

nien sich weiter öffnen kann, sowohl Europa als auch speziell

Deutschland gegenüber. Deutschland zählt zu den wichtigs-

ten Handelspartnern für Spanien und damit auch für Trans-

fesa. Der Korridor bietet eine hervorragende Gelegenheit,

wichtige Produktionsstätten mit deren internationalen Ab-

satzmärkten zu verbinden. Die Bahn, die heute nur für einen

geringen Teil des Warenaustauschs auf dem Mittelmeerkor-

ridor zwischen Spanien und Europa steht, wäre eine sehr

gute Ergänzung zur Straße, auf der jeden Tag rund 10.000

Lastwagen zwischen Frankreich und Spanien verkehren (Hin-

und Rückfahrten auf diesem Korridor). Auf diese Weise

könnte sich Spanien als Logistikplattform positionieren, die

auch als Brücke zu Afrika und Asien dient.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach der

Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Häfen. Wie se-

hen Sie die Entwicklung der letzten Jahre und was

bleibt noch zu tun?

Die Entwicklung war insgesamt sehr positiv. Wenn wir die

Anzahl der Container betrachten, so konnten z. B. Valencia

und Algeciras ein Wachstum von 30 beziehungsweise 50

Prozent seit 2007 verzeichnen und dies im Wettbewerb mit

erstklassigen europäischen Mitbewerbern. Dieses Wachstum

zeigt sich sogar im Vergleich zum Umsatz vor der Krise, eine

bemerkenswerte Tatsache. Ein weiteres Beispiel für die gute

Wettbewerbsfähigkeit ist Barcelona, ein Hafen mit großen

Entwicklungsmöglichkeiten, da es aktuell der einzige spa-

nische Hafen mit einer Bahnanbindung in UIC-Spurweite ist.

In den letzten Monaten ist allgemein davon die Rede, dass

die spanischen Häfen in 2016 neue Rekordwerte und histo-

rische Höchstmarken erreichen können, sowohl was Passa-

gierzahlen also auch Güterumschlag betreffen. Es wird davon

ausgegangen, dass der Güterverkehr der spanischen Häfen

im aktuellen Geschäftsjahr um 10,5 Prozent wächst und bis

auf 505 Millionen Tonnen steigt. Die geographische Lage

und die weitläufigen Küsten machen Spanien zu einem Land

mit großem strategischem Interesse für so unterschiedliche

Märkte wie den amerikanischen und den asiatischen.

Natürlich gilt es sich immer zu verbessern. Seitens der Häfen

sollte meiner Meinung nach auf die kontinuierliche Verbes-

serung der Effizienz des Hafenbetriebs und auf den Ausbau

der Schienenanbindung gesetzt werden, um diese wichtige

Entwicklung nicht zu bremsen.

Sprechen wir von Spanien als Standort für deutsche Un-

ternehmen. Wie schätzen Sie die wirtschaftliche Erholung

der spanischen Wirtschaft ein?

Die spanische Wirtschaft ist dabei, sich nach sehr schwierigen

Jahren nachhaltig zu erholen. Die Änderungen am Arbeits-

markt und die hohe Qualifikation der Arbeitskräfte führen

dazu, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert

hat. Darüber hinaus fördert der Anstieg des Konsums und der

Produktion in Spanien die Steigerung von Importen und Ex-

porten. Ein Beispiel dafür ist die Zahl der Neuzulassungen

von PKWs. Von ursprünglich 800.000 im Jahre 2012 stieg die

Zahl 2016 auf über 1,2 Millionen, was einer Steigerung von

50 Prozent in fünf Jahren gleichkommt. Parallel dazu sieht die

Prognose für dieses Jahr vor, die Zahl von 2,8 Millionen pro-

duzierten Fahrzeugen zu übertreffen und sich an die 3-Millio-

nen-Marke für 2017 anzunähern, was seit mehr als 15 Jahren

nicht mehr erreicht wurde.

Was das Bruttoinlandsprodukt betrifft, so werden sämtliche

Vorhersagen für 2016 nach oben korrigiert – die OECD etwa

hat ihre Wachstumsprognose um 0,5 Prozent erhöht – und

Standort Spanien