30 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2026 INTERVIEW MIT ACHIM HARTIG, ABTEILUNGSLEITER DER INVESTORENANWERBUNG VON GERMANY TRADE & INVEST (GTAI) Vor der deutschen Ostseeküste entsteht bis Ende 2026 ein Offshore-Windcluster mit rund 1,1 Gigawatt Leistung – entwickelt von der spanischen Iberdrola und mit einem Investitionsvolumen von rund 3,5 Milliarden Euro. Das Projekt steht beispielhaft für die wachsende wirtschaftliche Verflechtung zwischen Deutschland und Spanien: Ende 2024 waren 251 spanische Unternehmen in Deutschland aktiv, beschäftigten 50.000 Menschen und erwirtschafteten einen Jahresumsatz von 30,1 Milliarden Euro. Der Investitionsbestand belief sich auf 19,8 Milliarden Euro. Für ausländische Investoren ist Germany Trade & Invest (GTAI) eine zentrale Anlaufstelle. Achim Hartig leitet seit 2015 den Bereich «Invest». Aus seiner Sicht bleibt Deutschland trotz eines anspruchsvolleren internationalen Umfelds ein attraktiver Standort. Entscheidend sind politische und juristische Stabilität, Energiekosten, Bürokratie und Fachkräfte – ebenso wie das regionale Zusammenspiel von Zulieferern, Forschung und Talenten. Hartig bringt es knapp auf den Punkt: „Darin ist Deutschland stark“. GTAI begleitet Investoren vertraulich und kostenfrei von der ersten Analyse bis zur Standortentscheidung. Dazu gehören Markt- und Wettbewerbsanalysen, Informationen zu Steuern, Recht, Fachkräften und Förderprogrammen sowie die Suche nach geeigneten Standorten gemeinsam mit den Wirtschaftsförderungen der 16 Bundesländer. Zudem koordiniert GTAI Kontakte zu Behörden, Netzbetreibern, Hochschulen und Zulieferern. Gerade bei großen Industrieprojekten können frühzeitig abgestimmte Genehmigungs-, Netzanschluss- und Bauprozesse entscheidend Zeit sparen. Für spanische Unternehmen arbeitet GTAI dabei eng mit der AHK Spanien zusammen. Besonders gute Perspektiven für spanische Investoren sieht Hartig in den Bereichen Energie, Infrastruktur sowie Gesundheitswirtschaft und digitale Infrastruktur. Telefónica mit O2, ACS mit Hochtief, Acciona bei Nordex, Grifols mit Biotest und Iberdrola mit dem Baltic Hub zeigen, wie strategisch spanische Unternehmen in Deutschland investieren. In Energie, Wasserstoff und Netzen treffen spanische Kompetenzen auf einen hohen deutschen Investitionsbedarf; hinzu kommen Chancen bei Schiene, Straße, Digitalisierung, Biopharma, Rechenzentren und Glasfaser. Für Hartig reicht eine rein nationale Perspektive allerdings nicht aus. Internationale Investoren vergleichen Europa mit den USA oder Südostasien. Deshalb plädiert er für eine gemeinsame europäische Investitionsförderung in strategischen Wertschöpfungsketten wie Halbleitern, Batterien und Wasserstoff. Deutschland und Spanien könnten dabei eine besondere Rolle spielen: „Deutschland und Spanien können hier Vorreiter sein, weil sie sich ergänzen“. Spanien bietet erneuerbare Energie zu wettbewerbsfähigen Kosten, Deutschland industrielle Tiefe, Ingenieurskompetenz und den größten Absatzmarkt Europas. Projekte wie H2Med könnten diese Stärken verbinden und europäische Wertschöpfungsketten resilienter machen. „Deutschland und Spanien zeigen, wie europäisch vernetzte Wertschöpfung funktionieren kann“ Enfoque Por eso defiendo la creación de una plataforma europea de promoción de inversiones. El nivel europeo debería generar conjuntamente demanda en cadenas de valor estratégicas como los semiconductores, las baterías y el hidrógeno, mientras que las agencias nacionales y regionales se encargarían de materializar los proyectos. Europa dejaría así de competir internamente por las inversiones y pasaría a promocionarse conjuntamente. Alemania y España pueden desempeñar un papel pionero en este modelo porque sus fortalezas son complementarias. España ofrece energías renovables a costes competitivos; Alemania aporta una sólida base industrial, capacidad de ingeniería y el mayor mercado de Europa. La red de hidrógeno H2Med, a la que Alemania se incorporó en 2023, permite además conectar físicamente esas fortalezas. Cuando las cadenas de valor se extienden desde un parque eólico o solar español hasta una planta industrial alemana, se genera precisamente la redundancia que Europa necesita para ser más resiliente: nearshoring dentro del propio mercado único en lugar de dependencia de determinados terceros países. w
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