Revista/Zeitschrift 2026-02 | Cámara de Comercio Alemana para España | AHK Spanien

25 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2026 Die ersehnte digitale Souveränität … dank Gesetzgebung und Netzinfrastruktur Data Governance Act, Data Act, AI Act, NIS2, Gigabit Infrastructure Act, Connecting Europe Facility Digital, Digital Europe Programme, Cloud and AI Development Act: Das immense und vielschichtige Regelwerk steckt den Weg Europas ab, um seine digitale Souveränität zu festigen. Für Spanien ergeben sich dabei erhebliche Herausforderungen, wenn das Land beim Thema digitale Infrastruktur „angemessene Fortschritte“ errreichen will: Spain DC schätzt 58 Milliarden Euro als gefährdet ein, falls der Netzausbau nicht Schritt hält – während in Deutschland bereits diskutiert wird, eigene Gaskraftwerke zur Versorgung von Rechenzentren zu errichten. In diesem Kontext stechen neuere Initiativen hervor, etwa das EU-Projekt EURO-3C, das offiziell im Rahmen des Mobile World Congress 2026 vorgestellt wurde (75 Millionen Euro, finanziert durch das Programm Horizon Europe). Telefónica leitet ein Konsortium aus mehr als 70 Einrichtungen mit dem Ziel des Aufbaus „der ersten föderierten, offenen und sicheren paneuropäischen Infrastruktur, die Telekommunikation, Cloud, Edge Computing und KI von Grund auf integriert“ – mit mehr als 70 Knotenpunkten in einem Dutzend Länder. Nicht zu vergessen … • Achtung: Nachhaltigkeit! Ein UN-Bericht warnt, dass der ökologische Fußabdruck der KI bis 2030 stark zunehmen wird: KI-Workloads werden bis Ende des Jahrzehnts 40% des Stromverbrauchs von Rechenzentren ausmachen. • Mehr denn je sind Talente sowie Aus- und Weiterbildung gefragt, nicht nur durch universitäre Angebote, sondern auch durch duale Berufsausbildung und Microcredentials (in Spanien gibt es rund 100.000 unbesetzte IT-Stellen, mit Beschäftigungsinitiativen wie jener von T-Systems, der Universität Granada und dem Microcredential-Programm Siemens-UPM). • 6G: aktiv, aber in der Warteschleife. Im Kontext globaler Netze orientiert sich 6G am Horizont 2030 für seinen Rollout in den folgenden Jahren, mit Hauptanwendungsfällen wie immersiver Kommunikation, massiver Kommunikation, hochzuverlässiger und latenzarmer Kommunikation, flächendeckender Konnektivität, KI und Kommunikation sowie der Integration von Wahrnehmung und Kommunikation. Die Quanten-Herausforderung Ignacio Berberana, Senior Research Engineer bei IMDEA Networks und Koordinator des Forschungslabors NEXTONIC, warnt: „Die Sicherheit digitaler Infrastrukturen ist für Spanien (und Europa) zu einer strategischen Priorität geworden. Die zunehmende Vernetzung kritischer Daten schafft Effizienz und Kapazität, vergrößert aber auch die Angriffsfläche gegenüber Cyberattacken, Spionage, Sabotage, Kommunikationsabfang und gezielten Bedrohungen essentieller Dienste.“ „Das Risiko ist nicht nur unmittelbarer Natur. Zu den aktuellen Bedrohungen kommt die Perspektive eines Quantencomputings hinzu, das künftig in der Lage sein könnte, einige der kryptografischen Mechanismen zu knacken, die heute Kommunikation, Transaktionen und sensible Informationen schützen.“ Er hebt zwei sich ergänzende Schutzlinien hervor: „Die Post-Quanten-Kryptografie (PQC), die auf neuen mathematischen Algorithmen basiert, die so konzipiert sind, dass sie Quantenangriffen standhalten, und die Quantenkommunikation – insbesondere die Quantenschlüsselverteilung (QKD). Ihre Entwicklung ist eine Priorität für Europa und steht im Einklang mit der EuroQCI-Initiative, die darauf abzielt, die digitale Souveränität Europas im Bereich der Quantensicherheit zu stärken. In diesem Kontext hat NEXTONIC am Projekt MadQuantum-CM mitgewirkt, das auf den Aufbau und die Validierung von Quantenkommunikationsinfrastrukturen in der Gemeinschaft Madrid ausgerichtet ist.“ Halbleiter, 21. Jahrhundert Marce Cancho, Direktorin des Think Tank Future Trends Forum der Stiftung Innovación Bankinter, weist darauf hin: „Die Debatte über digitale Infrastrukturen konzentriert sich häufig auf den Standort von Rechenzentren, die Energieversorgung oder den Ausbau von Konnektivität. Doch es gibt eine vorgelagerte Ebene, die weniger sichtbar und zunehmend entscheidend ist: die Halbleiter. Die eigentliche strategische Frage lautet nicht nur, ob ausreichend Chips verfügbar sind, sondern wie die Nachfrage, die KI, Rechenzentren, Elektrifizierung und Konnektivität erzeugen, in eigene industrielle Kapazitäten überführt werden kann. Europa ist ein großer Technologiemarkt – die Herausforderung besteht darin, diesen Verbrauch in Design, geistiges Eigentum, Validierung, spezialisierte Produktion und skalierungsfähige Unternehmen zu übersetzen.“ „Wir bei der Fundación Innovación Bankinter glauben, dass Spanien und Europa die Chance haben, von einer Logik der Abhängigkeit zu einer Logik der intelligenten Spezialisierung überzugehen. Es geht nicht darum, auf allen Stufen der globalen Wertschöpfungskette zu konkurrieren, sondern die Kräfte dort zu bündeln, wo echte Vorteile bestehen: Leistungselektronik für Energie und Mobilität, integrierte Photonik, fortschrittliches Packaging, Lab-to-Fab-Validierung, Co-Design mit Supercomputing und HardwareSoftware-Lösungen für industrielle Anwendungen. In einem Umfeld, das vom Wachstum digitaler Infrastrukturen geprägt ist, sind Halbleiter mehr als nur eine Komponente.“ Vor diesem Hintergrund zielt der European Chips Act darauf ab, den europäischen Anteil am Weltmarkt bis 2030 auf 20% zu verdoppeln und öffentliche wie private Investitionen zu mobilisieren.

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