Revista de la Cámara de Comercio Alemana para España / Zeitschrift der Deutschen Handelskammer für Spanien 03-2021
37 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2021 die Entwicklung von elektrischen sowie Hybrid-Fahrzeugen, die direkt an der Steckdose geladen werden können, investieren. Bis 2030 werden wir 70 neue reine E-Modelle auf denMarkt bringen. Und wir werden in diesem Jahrzehnt in Europa auch noch sechs Gigafabriken für Batterien mit einer Gesamtkapazität von 240 GWh bauen. Unser Ziel ist, dass etwa 60% der Fahrzeuge, die wir 2030 in Europa verkaufen, elektrisch sind. In der Außendarstellung gewinnen Umweltthemen bei der Betrachtung von Nachhaltigkeit oft die Überhand gegenüber der sozialen Komponente nachhaltigen Wirtschaftens, wie dies beispielsweise Initiativen gegen Jugendarbeitslosigkeit sind. Ihr Unternehmen hat 2021 bereits die vierte Ausgabe von Talentia – einemProgramm zur Förderung junger Menschen am Arbeitsmarkt – gestartet. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Wir sind äußerst zufrieden mit dem Talentia-Programm. Diese Initiative entstand aus dem Wunsch heraus, mithilfe eines speziellen dualen Ausbildungsprogramms einen kleinen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit zu leisten und zugleich den Bedarf in unseren Niederlassungen zu decken. Die jungen Leute werden in den Berufsschulen ausgebildet und absolvieren bezahlte Praktika in den Niederlassungen und bei Servicepartnern. Von diesem Projekt profitieren alle Beteiligten. Aus den ersten drei Abschlussjahrgängen sind nahezu 600 Absolventen und Absolventinnen hervorgegangen, das Programm wird in fast allen Autonomen Regionen angeboten und wir erweitern den Katalog gerade um neue Abschlüsse in Bereichen wie Verkaufsmanagement oder Marketing undWerbung. Um die fernere Zukunft des Produktionsstandorts und Absatzmarkts Spanien abschätzen zu können, ist es wichtig, die Entwicklung der Mobilität im Allgemeinen zu prognostizieren. Welche großen Veränderungen er- warten Sie im nächsten Jahrzehnt in diesem Bereich? Es gibt drei ganz große Trends, die einen beispiellosen Wandel in der Automobilindustrie und der Mobilität, wie wir sie bisher kannten, herbeiführen. An erster Stelle steht die Nachhaltigkeit. Unter gesellschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten muss die neue Mobilität nachhaltig sein. Und wie ich vorher schon gesagt habe, ist die Antwort auf diese Forderung der Gesellschaft das Null- Emissions-Fahrzeug. Zweitens wäre da die Verstädterung, das heißt, die Konzentration der Bevölkerung in großen städtischen Gebieten und die daraus folgenden Konsequenzen. Es ist zwar möglich, dass dieser Trend durch die Pandemie in gewissem Maß gebremst wird, aber wir müssen trotzdem neue Formeln für Mobilität entwickeln, die über das Privatauto hinausgehen, zum Beispiel Carsharing oder Ride-Hailing. Und der dritte Trend ist die Digitalisierung, die wahrscheinlich die stärkste disruptive Wirkung von allen hat, da sie uns vom vernetzten Auto – das ja bereits existiert – zum autonomen Auto führen wird. Das wird dann das Element sein, das wirklich den Wandel in der Mobilität herbeiführen und enorme Auswirkungen auf unsere Gewohnheiten und auch auf die Städteplanung haben wird. So wird zum Beispiel der Raum, den Fahrzeuge in den Städten einnehmen, auf ein Viertel des aktuellen Stands reduziert werden und Personengruppen wie Senioren, Blinde oder sogar Kinder werden autonome Fahrzeuge nutzen können. Darin liegt die wahre große Revolution der Mobilität. Aber darüber hinaus wird die Digitalisierung die aktuellen Vertriebsmodelle für Fahrzeuge grundlegend verändern. Wir können schon jetzt beobachten, wie die Verbraucher ihr Fahrzeug über Online-Plattformen finden, und für uns Hersteller besteht die große Herausforderung darin, die digitale und die physische Welt so miteinander zu verflechten, dass es keine Störungen gibt. Die Volkswagen AG wird sich dieser Herausforderung gemeinsam mit unseren Vertragshändlern stellen. w Standort Spanien „Bis 2030werdenwir 70 neue reine E-Modelle auf denMarkt bringen und in Europa sechs Gigafabriken für Batterien bauen“
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